Quellenbesteuerungs-Abkommen ist für Liechtenstein nachteilig und ungerecht

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Stellungnahme zum Leserbrief von Dr. Herbert Werle vom 24. Februar

 

Dr.  Werle, Finanztransaktions-Berater der goetzsparterns (Schweiz) AG in Freienbach (Schwyz), belehrt  immer wieder mit höchst unqualifizierten Leserbriefmeinungen  die liechtensteinische Politik.

Nachdem der Landtag dem für Liechtenstein sehr nachteiligen Gesundheitsabkommen zwischen Liechtenstein und der Schweiz mit 19 Stimmen eine historische Abfuhr erteilte, schrieb Dr. Werle in einem Leserbrief gegenüber dem Hohen Landtag: „Ja – seid ihr noch bei Sinnen.“ Erstens ist diese Aussage von einem Schwyzer Geschäftsmann mit Wohnsitz in Vaduz unanständig und zweitens scheint sein Demokratieverständnis unterdotiert zu sein.

Auf unseren Forumsbeitrag vom 22.Februar zum Thema „Neue Quellenbesteuerungspraxis: Ein weiteres Nachteil-Abkommen für Liechtenstein!“ hat sich Dr. Werle erneut gemeldet. Wir gehen nur auf die drei abstrusesten Aussagen ein, denn der gesamte Leserbrief ist inhaltlich inkompetent und Dr. Werle’s Meinung zusammengefasst: Ohne Schweiz kein Liechtenstein.

Es sei OECD-Standard bei Steuerabkommen, dass Personen, die bei staatlichen oder staatsnahen Körperschaften beschäftigt sind, vom Beschäftigungsstaat und nicht, vom Wohnsitzstaat besteuert werden.

Unser Land ging bei den Quellensteuer
-Verhandlungen leer aus 

Wieso geht Herr Dr. Werle nicht tiefer in die Materie ein und zitiert z. B. den Artikel der Besitzstandswahrung im DBA-Abkommen Liechtenstein-Schweiz. Abkommen sind gerade bei der DBA-Quellenbesteuerung sehr individuell definiert, so ist die Quellenbesteuerung mit den angrenzenden Staaten zur Schweiz – mit Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich – unterschiedlich hoch. Nur Liechtenstein ging in den Verhandlungen bezüglich der Quellenbesteuerung mit Grenzgängern in die Knie und völlig leer aus. Wenn es nicht eine 4%ige Quellensteuer sein durfte, wäre ein fairer Kompromiss von Seiten der Schweiz vielleicht bei 3 oder 2%  gewesen.

Dr. Werle weiter: (Zitat) „Und noch etwas: Den kleinkarierten  Aufrechnern von Millionen hier und Millionen da, die in die Schweiz „abwandern“, sei gesagt: Liechtenstein profitiert aus strategischer, wirtschaftlicher, verkehrspolitischer, imagemässiger und sicherheitspolitischer Sicht enorm von der Schweiz – und zwar seit bald 100 Jahren.“

Viele Millionen fliessen jährlich aus
Liechtenstein in die Schweiz 

Liebe Leserinnen und Leser – beurteilen Sie diese Auffassung von Dr. Werle selbst. Die von uns aufgeführten rund 150 Mio. Franken, die im Jahr 2016 an schweizerische Spitäler, in das schweizerische Gesundheitswesen sowie in Arbeitslosenversicherung an Grenzgänger geflossen sind, sind nur ein Teil. Viele Millionen fliessen aus Liechtenstein in die  Schweiz in das Bildungswesen, Wirtschaft usw. Gerne möchten wir wissen, wieviel Geld floss z. B. im Jahr 2016 nach Liechtenstein?

Dr. Werle  empfiehlt: „Der Regierung ist davon abzuraten, in der Schweiz aufgrund dieses Themas vorstellig zu werden. Sie würde sich nur blamieren.“

Neuverhandlungen mit Bundesbern gefordert

Auf der ganzen Welt gibt es zwischen Staaten laufend Verhandlungen, Nachverhandlungen und Neuverhandlungen. Dieses Quellenbesteuerungsabkommen ist nachweisbar nachteilig und ungerecht und da gibt es nur eines: Die Regierung ist aufgefordert, mit dem Eidgenössischen  Finanzdepartement im Bundesbern Neuverhandlungen aufzunehmen.

Eine Stellungnahme der Landtagsabgeordneten

Herbert Elkuch (DU), Johannes Kaiser (FBP)