Seid flexibel schreibt die Bibel

Leserbrief von Jo Schädler
Bendern 

Oder anders ausgedrückt: Wer hätte gedacht, dass aus Spiel auch Ernst werden könnte? Derzeit überschlagen sich die Aussagen jener, welche eine Volkswahl der Regierung messerscharf verurteilen, mit allerlei Bemerkenswertem, wie Stabilität, Vertrauen, Ansehen und einer hervorragenden Dualität zwischen Volk und Fürstenhaus, die auf gar keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden dürfe. In einigen Berichten ist gar von einem vollständigen und unumkehrbaren Niedergang, unseres geliebten Landes zu erfahren.

Der grosse Tenor, der Gegner einer Direktwahl der Regierung; nämlich diese heilige Dualität, zwischen Volk und Fürstenhaus, ist aber im Grunde genommen nur Mittel zum Zweck: „Ohne Fürst sind wir niemand“ Damals, noch gar nicht so lange her, der Aufwühler schlechthin und dazu ist heute noch ein Bonmot im Internet zu finden:

Ohne Fürst sind wir nichts wanger.  Ein Fürst, ein Führer, ein Leitstern, Der uns durch die Dunkelheit führt, Seine Weisheit und Macht, ein Erbe, Das unser Herz mit Hoffnung berührt.

In seinen Händen ruht das Schicksal, Sein Wort wie ein Balsam für die Seele, Ein Anker in stürmischen Zeiten, Der uns vor dem Abgrund bewahre.

Doch vergessen wir nicht, dass wir, Die Menschen, das Volk, die Gemeinschaft, Auch eine Kraft sind, die sich erhebt, Wenn der Fürst uns die Hand reicht.

Gemeinsam tragen wir die Lasten, Gemeinsam bauen wir unsere Welt, Ohne Fürst sind wir nichts wanger, Doch mit ihm, ein unbesiegbares Heldenzelt.

Auf jeden Fall müssen wir uns heute schon eingestehen, dass eine Ablehnung der Direktwahl der Regierung durch das Volk bedeutet, dass wir es damals ernst gemeint haben, mit der neuen Verfassung und für alle Zeiten hinter dem Fürstenhaus stehen werden wie eine Eins.

Wir haben es ja gut, sind alle wohl genährt und daran sollte nicht herumgeschraubt werden. Und falls es anders kommt; ich wähle nur einen, der noch die Schnürlischrift beherrscht und der eine Amtszeit ohne Expertenmeinungen verspricht und auch beschwört.