AIBA zeichnet die Uni Liechtenstein mit zwei Erasmus+ Awards aus

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Die Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten, AIBA, hat als liechtensteinische Nationalagentur des europäischen Programms «Erasmus+» zwei Preise an Projekte der Universität Liechtenstein vergeben. Mit den von ihr vergebenen Awards würdigt und feiert sie das grosse Engagement und die zeitintensive Projektarbeit aller Beteiligten.

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Das Programm soll einen Beitrag zur Strategie Europa 2020 für Wachstum, Beschäftigung, soziale Gerechtigkeit und Inklusion sowie zu den Zielen der EU für allgemeine und berufliche Bildung leisten.

Erasmus+ Award in der Kategorie Hochschulbildung KA2
Im Rahmen des Erasmus+ Projekts «Online Learning Modules for Business Process Management (BPM) Advanced Higher Education» hat das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein mit seinen Partnern einen Referenzlehrplan für die Ausbildung von Führungskräften im Bereich Geschäftsprozessmanagement (BPM) entwickelt. Es ist das erste Projekt, welches auch Blended-Learning-Möglichkeiten nutzt und an dem führende BPM-Forschungsinstitute (Universität Liechtenstein, Universität Münster, VU University Amsterdam, Copenhagen Business School und die Wirtschaftsuniversität Wien) beteiligt waren.

Die Entwicklung eines solchen Lehrplans wurde dringend benötigt, da es eine grosse Nachfrage nach Kompetenzen im Bereich BPM gibt, bei dem es um die wertschöpfende Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Wirtschaft und Gesellschaft zur Unterstützung von Exzellenz und Innovation geht.

Das Projekt erbrachte ein BPM-Curriculum-Rahmenwerk und fünf BPM-Module, die für Bildungseinrichtungen in ganz Europa einsatzbereit sind und weit über die bestehenden Bildungsangebote hinausgehen, da sie weltweit führende aktuelle Forschungsergebnisse integrieren und mit innovativen virtuellen Szenarien auf die Bedürfnisse von EU-Fachleuten zugeschnitten sind. «Die Integration internationaler Forschungsergebnisse und der Bezug zur regionalen Wirtschaft sowie Gesellschaft machen dieses BPM Online-Curriculum so einzigartig und innovativ», betont Prof. Dr. Jan vom Brocke, Leiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik.

Erasmus+ Award in der Kategorie Sonderpreis «Mobilitätsprojekte in der Hochschulbildung» KA103 und KA107
Für die Universität Liechtenstein stellt das Erasmus+ Programm strategisch die wichtigste Plattform dar, um die Internationalisierung an der Universität zu gewährleisten. Ein hoher Internationalisierungsgrad ist für die Universität Liechtenstein als kleinere Universität von grosser Bedeutung, um einen qualitativ hochwertigen Universitätsbetrieb aufrechtzuerhalten und die Attraktivität als Ausbildungseinrichtung sicherzustellen. Durch die Mitwirkung an Erasmus+ gelingt es, den Erfahrungsaustausch zu fördern, eine internationale Dimension in Studium und Arbeit zu integrieren und interkulturelle Kompetenz zu fördern.

Insgesamt 115 Personen haben im Zeitraum vom 1.6.2017 bis 31.5.2020 an den beiden ausgezeichneten Projekten «Organisation of Mobility» und «International Credit Mobility» des International Office der Universität Liechtenstein teilgenommen. Dies führte zu einem farbenfrohen Mosaik aus ein- und ausgehender Mobilität, teils über die europäischen Grenzen hinaus, z.B. an Partneruniversitäten in Australien, Indien, Israel, Japan, Brasilien oder Vietnam.

Schwerpunkt der AIBA ist die Förderung von Auslandssemestern und -praktika für Studierende, die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur Weiterbildung von Dozierenden und Hochschulpersonal  sowie die Realisierung von Kooperationsprojekten zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu Fachbereichen wie Big Data Analysis, Learning Analytics, Digitalisierung, Blockchain, Taxation, Entrepreneurship und Architektur. Allein im Bereich Bildung wurden in Liechtenstein im Zeitraum 2014–2020 über hundert Erasmus+ Projekte kreiert und bei der Nationalagentur eingereicht.