Leserbrief von Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen

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Markus Sprenger, Triesen

Unglaubliche Visionen

LKW-Geschäftsführer Gerald Marxer klärt uns auf im 1 FLTV, dass es 1923 auch keinen Markt für Elektrizität gab und trotzdem visionär, mit dem Lawena-Kraftwerk in die Zukunft investiert worden ist. Dies stelle heute auch niemand in Frage.

Richtig, auch Fortschritte und Investitionen in die Digitalisierung der letzten 30 Jahren braucht man ebenso wenig in Frage zu stellen und zu erklären. Es gibt aber Technologien, die verschwinden trotz massiven Investitionen der öffentlichen Hand, wie z.B. die Millionen für das liechtensteinische Kabelnetz der LGGA, welches durch die Glasfaser- Technologie abgelöst wird.

Das Beispiel Lawena-Kraftwerk visionär mit der Investition in die S-Bahn zu vergleichen liegt aber schon ziemlich quer im Gelände, wie die Schiene selbst in Schaan. Da bezweifle ich schon die Weitsicht des CEO‘s eines Staatsbetriebes. Was ist denn am Ausbau einer 150-jährigen, unflexiblen Eisenbahntechnologie bitte visionär? Etwa der Railjet Halt in Nendeln? Oder die vermurkste Strassenführung in Nendeln? Oder die Nutzung der Nachtstunden um künftig gesamthaft mehr Güter-, Fern- und S-Bahn-Züge zu schicken? Fragezeichen über Fragezeichen.

Strategisch geschickt und visionär wäre es abzuwarten bis Vorarlberg und St Gallen in die S-Bahn investiert haben, um zu prüfen wie sich dann ggf. die S-Bahn Züge von Buchs bis Feldkirch füllen oder nicht aufgrund dieses erweiterten Angebotes. Schlauer jedenfalls als gleich Gefahr zu laufen 71 Mio. Franken plus jährliche 2 Mio. Franken Betriebskosten plus X für die ungelöste Schaaner Situation zu verbrennen. Das Risiko an Gefahr und Belastung bleibt aber auf jeden Fall in Liechtenstein.

Besser diesen Anschluss jetzt schleifen zu lassen und in moderne, flexible und innovative Mobilität zu investieren mit entsprechender Vorbereitung.

Darum zuerst deutlich Nein zu dieser Vorlage und zurück an den Absender.