Leserbrief von Herbert Elkuch, Komitee S-Bahn NEIN

380

Transsibirische Bahn und S-Bahn

Die Transsibirische Bahn (Länge 9’800 km), befördert viele Güter von und nach China. Nun soll sie bis nach Wien verlängert werden. Die russische Bahn und die ÖBB unterzeichneten eine Vereinbarung. „Wir wollen 2033 auf dieser Bahn fahren“, so Verkehrsminister Norbert Hofer. Unter dem Projektnamen „Neue Seidenstraße“ soll eine Anbindung bis nach China entstehen. Das 400 Kilometer fehlende Stück von Wien bis zum Endpunkt der Transsibirischen Eisenbahn in Kosice (Slowakei) soll 2033 fertig sein. Die ÖBB gehen von einer Verdoppelung bis Verdreifachung des Frachtvolumens durch die Slowakei nach Österreich aus. Bereits 2018 transportierte die Rail Cargo Group (ÖBB-Holding-AG) mit 400 Zügen 30’000 Container zwischen Asien und Europa. Es gibt Gegner, das Land Burgenland lehnt das Projekt in den geplanten Dimensionen ab, vor allem aus Umwelt- und Naturschutzüberlegungen.

Was hat die russische Eisenbahn
mit der S-Bahn zu tun?

Die Schweiz tauscht mit China und Russland rege Waren aus. Für die ÖBB sehr lukrative Transportaufträge. Die Bahn durch Liechtenstein ist schneller als das Schiff. Als einzige hochrangige Verbindung Wien – Schweiz ist im ÖBB «Zielnetz 2025+» Feldkirch-Buchs eingezeichnet. Mit der Anbindung an die russische Bahn kommen mehr und längere Züge.

Im Mobilitätskonzept 2030 der Regierung ist für den Fernverkehrs die Nordschleife Schaan erwähnt. Im Landesrichtplan ist die Nordschleife schon eingezeichnet. Mit der Volksabstimmung am 30 August 2020 soll der erste Schritt eingeleitet werden. Auf liechtensteinischem Territorium soll vorerst eine 4,5 km lange Doppelspur gebaut werden, damit auch lange Züge kreuzen können. Liechtenstein soll 40’288 m2 Boden der ÖBB geben, die Doppelspur und Begradigung der bestehenden Strecke mit 26,3 Mio. mitfinanzieren. Eine Lösung für Schaan fehlt. An einer Bahnunterführung zeigt die ÖBB kein Interesse, da ihnen daraus kein Nutzen entsteht. Es gibt Befürworter, die sehen das vorliegende Projekt als ein Geschenk der ÖBB an Liechtenstein. In Wirklichkeit wird eine ausländische Verkehrsinfrastruktur mitfinanziert, die uns zur Last fallen wird.

Zu guter Letzt führen zwei Eisenbahnen quer durch unser Land. Der Personenverkehr innerhalb Liechtensteins mit der S-Bahn ist und bleibt bedeutungslos. Da nimmt selbst das Fahrrad einen höheren Stellenwert ein. Lieber Fahrradwege für die Bevölkerung und die Verbesserung der Verkehrsknotenpunkte für eine gute Erreichbarkeit der Arbeitsplätze, für Inländer und Grenzgänger.

NEIN zum S-Bahnprojekt.