Leserbrief von Herbert Elkuch, Komitee S-Bahn NEIN

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S-Bahn – Halbfertiges Projekt –
ein klares NEIN

Die Projekt-Information zur S-Bahn ist mangelhaft. Der ehemalige Landesplaner Ospelt schrieb heute Freitag im Leserbrief Klartext. Für den Fernverkehr sei nördlich von Schaan eine zweite Linie gedacht. «Der Regionalverkehr mit der S-Bahn als Mittelverteiler ginge auch dann nach wie vor über Schaan».

Die Befürworter sprachen bis jetzt immer von einem ersten Schritt, der gemacht werden müsse. Der zweite Schritt wurde aber nicht kommuniziert. Für den Stimmbürger ist wichtig zu wissen, wie der Endausbau aussieht. Dazu gehören ein Zeitplan und die Grössenordnung der Kosten für die einzelnen Projekte. Nur so kann eine vernünftige Endscheidung getroffen werden. Die endgültige Lösung der Verkehrsprobleme in Schaan durch vermehrte Schrankenschliessungen, aber auch der definitive Ausbau der Bahn, eine neue Strecke für Fernverkehr quer durch Liechtenstein, ist weiterhin undefiniert. Die 71.3 Mio. Franken wären ein Start- und Schnellschuss für Folgeinvestitionen mit jährlich wiederkehrenden Kosten in unbekannter Höhe. Dr. Norbert Obermayr verwies schon mehrmals in seinen Berichten auf eine ungenügende Offenlegung der Kostenwahrheit.

Die S-Bahn ist im Inland keine Alternative zum Linienbus, da die S-Bahn nur zwei Weiler mit einem Dorf verbindet. Als Pendlerbahn wird sie von Buchs Richtung Schaan nach 20-jähriger Betriebszeit an Werktagen nur von 173 (im Jahr 2018) Personen benutzt. Ob die Erhöhung von 18 auf 48 Fahrten die Züge besser füllt, ist eine Spekulation. Grundsätzlich sollte dort investiert werden, wo die grösste Effizienz zu erwarten ist. Es gibt viele Möglichkeiten für ein Verkehrsfluss-Optimierung.

Investitionen in unfertige Projekte sind Fehlinvestitionen. Beispiel Vaduz, die Rheinbrücke wurde damals gebaut, ohne Master-Plan.  Zuerst unbenutzbar, dann wurde eine provisorische Strasse gebaut und jetzt ist dort das unverständliche Knie ein Dauerzustand. Das Projekt war nicht fundiert vorbereitet, mit Annahmen und Spekulationen behaftet.

Ein Nein zur S-Bahn gibt die Möglichkeit, das Projekt fertig zu planen. Ein Baubeginn ohne fertigen Masterplan und ohne Effizienz-Analyse führt zu Differenzen und Kompromissen, verzögert die Bauzeit und zuletzt ist es ein teures Flickwerk. In Unternehmen sind solche Projekte chancenlos.

Die Bahn fährt seit 150 Jahren, da kommt es auf zwei Jahre früher oder später nicht an.

Ein S-Bahn NEIN gibt die Chance zur Erarbeitung einer guten Gesamt-Lösung und auch weitere effiziente Alternativen zu prüfen und als Vergleich vorzulegen.   (Herbert Elkuch, Komitee S-Bahn NEIN)