Projekt «LOCULUS» gewinnt Wettbewerb für Begegnungszentrum in Nendeln

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In einem längeren Prozess hat die Gemeinde Eschen-Nendeln die Neugestaltung und Aufwertung des Nendler Zentrums vorangetrieben. An der Erarbeitung der Grundlagen für den zwischenzeitlich durchgeführten Projektwettbewerb beteiligten sich viele Einwohnerinnen und Einwohner sowie Vertreter der Ortsvereine. Nun liegen die Ergebnisse vor. Auf Empfehlung des Preisgerichtes hat der Gemeinderat das erstrangierte Projekt LOCULUS zur Weiterbearbeitung freigegeben.

Nach der Annahme des Kredits von 11.9 Millionen Franken für das Begegnungszentrum in Nendeln, über das am 25. November 2018 abgestimmt wurde, ging es an die konkrete Umsetzung. Am 18. Januar 2019 entschied der Gemeinderat, 21 Architekturbüros zum Projektwettbewerb zuzulassen. Vorgabe war, für die Einwohnerinnen und Einwohner ein Begegnungszentrum mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen und den Vereinen Platz für vielfältige Aktivitäten zu bieten. Dazu sind gemäss der Ausschreibung multifunktional nutzbare Innen- und Aussenräume vorzusehen. Weitere Kriterien bezogen sich auf die zentrumsbildende Wirkung, die Einfügung ins Ortsbild, das Raumprogramm und die Parkierung.

16 Projekte eingereicht
Im September 2019 nahm das Preisgericht, bestehend aus internen und externen Experten sowie Vertretern des Gemeinderats, von den insgesamt 16 eingereichten Projekten und Modellen fünf in die engere Wahl. Auch wenn die Jury in Teilbereichen beachtliche Qualitäten feststellen konnte, erfüllte kein Projekt die gestellten Anforderungen vollständig. Deshalb erhielten die Verfasser der drei Projekte mit dem grössten Potenzial die Möglichkeit, ihren Projektvorschlag weiterzuentwickeln. Am 4. März 2020 tagte das Preisgericht erneut. Am meisten zu überzeugen wusste schliesslich das Projekt «LOCULUS» der Ritter Schumacher AG in Vaduz. Dieses Architekturbüro hat inzwischen den Zuschlag für die Weiterbearbeitung des Projekts erhalten.

Prägende Elemente im Ortskern
Das neue Zentrumsgebäude wird dicht an der Churer Strasse stehen und gibt im Gegenzug einen hangseitigen Platz frei. Dieser Freiraum dient einerseits als Parkplatz, andererseits als Erweiterungsmöglichkeit des neuen St. Sebastiansplatzes neben der Kapelle St. Sebastian und Rochus. Beide Aussenräume werden zusammen die neue Begegnungszone «Clunia» in Nendeln bilden. Althergebrachte Elemente wie der Obstbaumgarten bei der Kapelle bleiben erhalten. Neue Bäume kommen als landschaftsbauliche Elemente hinzu.

Quadratisches Zentrumsgebäude
Der Neubau wird eine quadratische Form haben. Ein weitausragendes Vordach empfängt die Besucher. Grosszügige Öffnungen beim gedeckten Haupteingang wirken einladend und geben die Sicht auf den St. Sebastiansplatz frei. Das Erdgeschoss beheimatet das Foyer und den multifunktionalen Veranstaltungsraum. In den beiden Obergeschossen befinden sich die Vereinsräume. Das Gebäude wird allen Herausforderungen des Schallschutzes durch seine Massivbauweise gerecht. Die Innenräume des Veranstaltungsraums werden mit Holz ausgekleidet und perforierte Platten sorgen für eine optimal abgestimmte Akustik bei musikalischen Veranstaltungen wie auch bei Reden und Ansprachen.

Die Abfahrt in die Tiefgarage ist so positioniert, dass die Rampe auch für weitere Ausbauetappen in Richtung Osten und Westen genutzt werden kann. Für den Bereich der Churer Strasse bis und mit St. Sebastianskapelle wird eine erhöhte Strassenraumgestaltung vorgeschlagen. Die Gehsteige sollen aufgehoben werden und die Fussgänger erhalten den Vortritt.

Hinweis infolge der Corona-Pandemie
Aufgrund der aktuellen Situation in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist es bis auf Weiteres nicht möglich, wie geplant eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Präsentation des Siegerprojektes durchzuführen. Um der interessierten Öffentlichkeit dennoch die Möglichkeit zu bieten, sich vertieft über das Projekt zu informieren, wird der vollständige Jurybericht in den nächsten Tagen auf der Website der Gemeinde publiziert. Zudem ist eine TV-Informationssendung zur Präsentation des Siegerprojektes geplant, die voraussichtlich Anfang Mai ausgestrahlt wird. Weitere Details hierzu werden über die Informationskanäle der Gemeinde publiziert.

Abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ist nicht auszuschliessen, dass sich diese Situation auch auf den für Anfang 2021 geplanten Baubeginn respektive weitere Projektphasen auswirken könnte. Nachdem nun ein Siegerprojekt auserkoren werden konnte, wird die Gemeinde die nächsten Projektschritte jeweils auf Basis der aktuellen Lagebeurteilung vornehmen.