Ortsbus für Vaduz, Radabstellanlagen und Leih-Fahrräder

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In der gestrigen Gemeinderatssitzung im Rathaussaal Vaduz war die Mobilität ein zentrales Thema. So wurde die Einführung eines Ortsbusses ab Herbst 2020 beschlossen. Ebenso soll die Arbeitsgruppe „Aktualisierung Verkehrsrichtplan“ die Platzierung und Ausgestaltung von Radabstellanlagen im Gemeindegebiet weiter forcieren. Bürgermeister Manfred Bischof: „Die Förderung und Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, aber auch die Bereitstellung von ausreichend, attraktiv gestalteten Fahrradabstellanlagen sind dem Gemeinderat ein grosses Anliegen. Mit einem Ortsbus, der allen kostenlos zur Verfügung stehen wird sowie der Installierung weiterer Radabstellanlagen, setzen wir diesbezüglich wichtige Zeichen.“

Ortsbus Vaduz
Im Jahr 2017 wurde in Vaduz der Verkehrsrichtplan genehmigt, welcher die Grundlage für die verkehrstechnischen Planungen in der Gemeinde bildet. Nach der Einführung des Ortstaxis wird als weitere Ergänzung ein Ortsbus Quartiere miteinander verbinden. Der Niederflur-Kleinbus wird täglich von 6 bis 19 Uhr, möglichst sieben Tage die Woche, im Halbstundentakt verkehren. „Der Ortsbus wird allen dabei kostenlos zur Verfügung stehen“, ergänzt Bürgermeister Bischof.

Als Route wurde eruiert: Post – Altenbach – Mitteldorf – Fürst-Franz-Josef-Strasse – Rüfestrasse – Schalunstrasse – Mühleholz – Marianumstrasse – Schaanerstrasse – Lochgass – Feldstrasse – Hintergass – Egerta – Altenbach – Lettstrasse – Am Schrägen Weg – Wuhrstrasse – Zollstrasse – Rätikonstrasse – Kirchstrasse – Post

Zeit- und Kostenrahmen
Die Inbetriebnahme ist im Herbst 2020 geplant. Im Vorfeld wird eine öffentliche, internationale Ausschreibung erfolgen. Die Betriebsleitung wird in Zusammenarbeit mit der LIEmobil erfolgen. Der Gemeinderat hat für die Einführung und den Betrieb des Vaduzer Ortsbusses einen Verpflichtungskredit in Höhe von CHF 1,1 Millionen für den Zeitraum Herbst 2020 bis Ende 2022 bewilligt.

Radabstellanlagen und Radleihsystem
Weiter forciert sollen auch Radabstellanlagen und Radleihsysteme werden. Diese sollen insbesondere mehr Annehmlichkeiten für Arbeitspendler und Touristen bieten – mit dem Hintergrund, dass für die anderen Zielgruppen bei öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen bereits heute entsprechende Anlagen angeboten werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Benutzungshäufigkeit und Benutzungsdauer werden die Fahrradabstellanlagen auf dem Gemeindegebiet von Vaduz neu in drei Komfortstufen eingeteilt:

  • Komfortstufe III: Beim Parkhaus Marktplatz und beim Parkhaus Zentrum sollen Radabstellanlagen für Arbeitspendler entstehen, die im Zentrum arbeiten, denen am Arbeitsplatz jedoch keine Radabstellmöglichkeit geboten wird. Zusätzlich können dort auch Firmenfahrräder abgestellt werden für Pendler, die mit dem Bus anreisen und den Arbeitsplatz ausserhalb des Linienbusnetzes haben. Im Parkhaus Marktplatz haben die ersten Arbeiten dazu bereits in dieser Woche begonnen.
  • Komfortstufe II: Anlagen dieser Komfortstufe dienen vor allem den Mittagspendlern und für die Bewältigung der „letzten Meile“. Dafür sollen einerseits die Anlagen beim Parkplatz Rheinstadion sowie unterhalb der Gemeindebauverwaltung im Städtle entsprechend adaptiert werden. Andererseits sollen fünf weitere Standorte der Komfortstufe II im Bereich der Arbeitsplatzzentren und bei wichtigen ÖV-Haltestellen realisiert werden.
  • Komfortstufe I: Neben der bestehenden Radabstellanlage in der Postgass sollen zwei bis drei weitere Standorte mit Anlehnbügel für Mittagspendler und Touristen vorgesehen werden, die einfach entfernt werden können, sollten dort Veranstaltungen stattfinden.

Vaduzer Leih-Fahrräder
In Vaduz besteht schon heute die Möglichkeit, Fahrräder über den Anbieter FreeVeloPoint via App auszuleihen. In Ergänzung zum bestehenden Angebot und zur Modernisierung des Fuhrparkes sollen von Seiten der Gemeinde Vaduz neue Fahrräder angeschafft und diese einem geeigneten Anbieter zum Betrieb eines Radleihsystems zur Verfügung gestellt werden.

Nächste Schritte
„Für die vorgeschlagenen Standorte werden nun die Platzierung und Ausgestaltung der Radabstellanlagen ausgearbeitet sowie allfällige Betreiber für die Vaduzer Leih-Fahrräder geprüft und vorgeschlagen. Durch diese Massnahmen soll der Langsamverkehr in Vaduz weiter gefördert werden“, erklärt Bürgermeister Bischof abschliessend.