Der Liechtensteiner Immobilienmarkt

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In Liechtenstein steht viel Wohneigentum leer. Die Statistik sagt gegen mehrere Hundert Wohneinheiten, meist in Altbauten. Trotzdem hält der Bauboom, auch wenn er etwas nachgelassen hat, unvermindert an.  

Gemäss den Immobilien-Experten ist der Grund dafür einleuchtend. Liechtenstein ist eines der wenigen europäischen Länder, die ein jährliches, stetiges Bevölkerungswachstum ausweisen. Dementsprechend ist auch die Nachfrage nach Wohnraum. Dass dabei eine rentable Kapitalanlage in Immobilien eine ebenso wesentliche Rolle spielt, ist bekannt. Insgesamt sind im liechtensteinischen Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) 10 932 Gebäude mit Wohnnutzung und 20 282 Wohnungen registriert. Insgesamt stehen rund 5% der Wohneinheiten leer.

Preise von Liechtensteiner Immobilien
Die FMA hat den Hypothekar und Immobilienmarkt Liechtenstein untersucht und die Ergebnisse in einem Bericht festgehalten. Sie kommt zum Schluss, dass der einheimische Immobilienmarkt durch drei Merkmal geprägt sei: 1. Knappheit des Bodens, 2. Grundverkehrsgesetz, das den Grundeigentumserwerb einschränkt und 3. Steuersystem, welches einerseits durch niedrige Steuern, andererseits dadurch gekennzeichnet sein, dass Gebäude zum Zeitpunkt der Erstellung steuerlich bewertet und im Zeitverlauf nicht nachgeschätzt würden. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Liechtenstein kostet zwischen 950.000 und 1.5 Mio. Franken., während eine mittlere Eigentumswohnung zwischen 1 Mio. und 1.5 Mio. Franken liegt. 

Der Preis einer Eigentumswohnung ist etwa 37 Mal so hoch wie der Jahresmietzins einer vergleichbaren Wohnung. Ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Immobilienpreise ist der Preis von Bauland, der zwischen 1975 und 2010 um 673% gestiegen ist. Dieser Anstieg spiegelt die Knappheit des Bodens wider. Darüber hinaus drückt er die gesteigerte Wirtschaftskraft des Landes aus, hält die FMA in ihrem Bericht fest.

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