Frauenquote: Fürsten-Interview gibt Frauen Mut

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In dieser Legislaturperiode haben es gerademal drei Frauen in den 25-köpfigen Landtag geschafft. Es waren auch schon mehr. Im Bild (v.l.): Susanne Eberle-Strub, Violanda Lanter und Gunilla Marxer-Kranz. Als Ersatzabgeordnete ist Helen Konzett als weitere Frau gewählt. Zur Diskussion steht schon seit geraumer Zeit, ob es eine rechtliche Regelung zur angemessenen Vertretung beider Geschlechter braucht. 

Nur drei Frauen im aktuellen Landtag 

Die Aussage von Fürst Hans Adam II von Liechtenstein in seiner Neujahrsbotschaft zur «Frauenquote» gibt den Frauen des Vereins Hoi Quote Mut sich weiter dafür zu engagieren, dass Frauen – vor allem auch in politischen Ämtern – mehr vertreten sein sollen.

Der Landesfürst schlägt in seiner Neujahrsbotschaft eine zeitlich beschränkte Quote von zwei Landtagsperioden vor. Diese Kompromisslösung kommt zwar bei einem Teil der Frauen im Lande gut an, doch sind Zweifel angebracht.

So zum Beispiel bei den Koalitionspartnern FBP und VU. So meint FBP-Präsident Thomas Banzer etwa, dass eine Quotenregelung der falsche Weg sei. Ins gleiche Horn bläst auch der Präsident der VU, Günther Fritz. Seine Meinung zur Quotenregelung geht in die gleiche Richtung wie die des FBP-Präsidenten. Günther Fritz: «Mit einer Quote finden wir nicht mehr Kandidatinnen.» Es seien andere Gründe, die Frauen davon abhielten, in der Politik einzusteigen. Das hätte sich bei der Rekrutierung von Frauen für die bevorstehenden Gemeindewahlen wiederum deutlich gezeigt. Die Hauptursache liege vor allem in der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf. Beide Parteipräsidenten sind sich einig darin, dass es weiterhin grosser Anstrengungen von allen bedürfe, um die Frauenquote sukzessive zu verbessern, was schon für die kommenden Gemeindewahlen teils der Fall sein werde.

Denn: Die Frauen für eine Gruppierung aufzustellen genügt nicht. Die Frauen müssen auch gewählt werden. Und Frauen müssen auch die Frauen wählen. Man hört immer wieder, dass es gerade die Frauen seien, welche die aufgestellten Kandidatinnen bei den Wahlen nicht unterstützen würden. So verlieren viele Frauen schon vorher den Mut, sich für ein politisches Amt zur Verfügung zu stellen.

Dass Frauen der momentan von den Männern beherrschten Domäne der Politik gut tun würden, hat sich schon vielfach bewiesen. Die Frauen sind das ausgleichende Momentum in den oft hart geführten politischen Auseinandersetzungen. Oder noch besser hat es Fürst Hans Adam II in seinem Neujahrsinterview ausgedrückt als er sagte: «Frauen preschen weniger nach vorne. Jedoch sei es von Vorteil, wenn «der vernünftigere Teil der Menschheit» stärker in der Politik vertreten wäre.