«Seppatöni» Marxer, Mauren

Heute Toni Marxer, Büro Marxer in Schaan

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Die Marxer sind eines der familienreichsten und ältesten Geschlechter in Mauren. Urkundlich konnten sie 1425 in einem Übereinkommen «betreffend Weyd und Holz im Ried und Wald» festgestellt werden, abgeschlossen einerseits von den Maurern und andererseits «von denen Leuten von Eschen und Bendern». Im Jahre 1550 ist Peter Marxer als Geschworener erwähnt (siehe Jb. des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 1916/43).

Von Herbert Oehri

Mit den zur Verfügung stehenden Quellen ist es nicht möglich, die verschiedenen Marxer-Stämme auf einen gemeinsamen Stammvater zurückzuführen. Leider sind die kirchlichen Aufzeichnungen vor 1650 im Pfarrhaus Bendern einem Brand zum Opfer gefallen. 

Nachforschungen von Pfr. Fridolin Tschugmell zufolge leitet sich der Name Marxer von einem Flurnamen am Eschnerberg, «Auf der Marx», ab. Die Bewohner des sich darauf befindenden Anwesens nannte man «Marxer». 

Wir kennen in Mauren sieben Stämme des Familiengeschlechts Marxer. Insgesamt kennen wir auch die Landammänner aus den Marxer-Stämmen. So Adam Marxer, Landammann der Herrschaft Schellenberg von 1667–1689; Mathias Marxer (1619–1689), Landammann; Andreas Marxer *1660, Landammann von 1699–1715; S. Georg Marxer, Landammann von 1745–1747; Johann Marxer (1696–1763), Landammann von 1752–1758.

Die «Seppatöni-Engelbert»-Linie 

Heute wollen wir den Stamm der «Seppatöni-Engelbert» näher anschauen. Der Stammvater der Zweiglinien der «Seppatöni-Engelbert» und «Binza-Schnider» war Josef Anton Marxer (1846–1913). Er übernahm 1875 das «Binzaschnider-Huus» Nr. 159/137 im Ortsteil «Binza» von seinem Bruder Matthäus Marxer (1838–1898), welcher es erbaut hatte, und wohnte dort mit seiner Frau Katharina Marxer, geb. Schächle (1853–1937) aus Eschen und fünf Nachkommen: Albertina Marxer (1881–1962) und Ernestina Marxer (1892–1956), die beide in den Orden der Barmherzigen Schwestern eintraten; Engelbert Marxer (1883–1955), Begründer der «Seppatöni-Engelbert»-Linie, Gebhard Marxer (1889–1956), Begründer der «Binza-Schnider»-Linie, und Anna Marxer (1893–1989), ledig. 


 

Toni Marxer (1919–1966) war der Gründer der Einzelunternehmung Anton Marxer Schreib- und Nähmaschinen in Schaan. Im Jahre 1942 heiratete er Paulina Ospelt (1921 – 2014) von Triesenberg. Dem Ehebund entsprossen vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter. Toni Marxer erhielt im Jahre 1941 die Gewerbebewilligung für den Handel mit Nähmaschinen, Schreibmaschinen und Landmaschinen. Er richtete dann in seinem Haus in Schaan ein Fachgeschäft für Schreib- und Nähmaschinen mit einer Reparaturwerkstätte ein. Seine Frau Paulina unterstützte ihn tatkräftig, sodass das Geschäft schnell wuchs. Liechtenstein wandelte sich immer stärker zu einer Dienstleistungsgesellschaft, und mit der Zunahme der Treuhandbüros und Rechtsanwaltskanzleien wuchs auch der Bedarf an
Büromaschinen. Doch dann schlug das Schicksal unbarmherzig zu. Toni starb völlig unerwartet in der Blüte seines Lebens, 47-jährig, an den Folgen eines Herzinfarktes. Grosses Leid kehrte in die Familie ein. Drei der vier Kinder waren noch nicht einmal volljährig. 

Anton (Toni) Marxer *1944 unterbrach mit dem Tod seines Vaters sein Betriebswirtschaftsstudium, um sich nach einiger Zeit ganz der Weiterentwicklung der
Firma zu widmen. Er engagierte sich immer stärker im prosperierenden Betrieb. Dies führte 1971 zur Gründung der Filiale in Buchs (SG), die sich 1973 verselbständigte und in der Folge als Büro Marxer Buchs firmierte. 

Als Pionier in der Region vertrieb die Firma in den 1970er-Jahren die ersten elektronischen Speicherschreibmaschinen (Olivetti), Normalpapierkopierer und Computer (Commodore). Diese Fokussierung auf die neuen Kernbereiche des Unternehmens drückte sich auch in der Eröffnung einer Computerschule in Buchs (1983) aus. Mit der Gründung der Büro Marxer Bürosysteme AG in Schaan, verbunden mit dem Neubau eines Betriebsgebäudes im Jahr 1987, verlagerte sich die Unternehmenstätigkeit wieder zunehmend nach Liechtenstein. Büro Marxer profilierte sich in den Bereichen Textverarbeitung, Kopie und Informatik. 

Mit dem Eintritt von Josef Marxer nach erfolgreichem Studienabschluss war das Unternehmen für neue Herausforderungen bestens gerüstet (2006). Der Betrieb wird seit 2011 von Josef Marxer als Geschäftsleiter in der dritten Generation mit mittlerweile zwanzig bestens ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern erfolgreich geführt. 

Heute ist Büro Marxer der führende Anbieter von Print-Copy-Lösungen in der Region. Als Direktimporteuer von Kopiersystemen der Firma Develop, einer Tochter von Minolta-Konica, hat die Büro Marxer Bürosysteme AG einen starken Partner an ihrer Seite. Als zertifizierter Partner von Hewlett-Packard bietet das Unternehmen zudem die gesamte Palette an leistungsstarken Notebooks, Tablets, Desktop-PCs, Servern inkl. fachmännischer
Beratung, Installation und technischem Kundendienst an. 

1972 führte der gut ausgebildete Jungunternehmer Anneliese geb. Kaukal *1944 aus Österreich an den Traualtar.

 Dem Ehebund waren zwei Kinder beschieden: 

Nathalie Marxer *1974 schloss ihre Berufsausbildung mit dem eidgenössischen Handelsdiplom ab und war anschliessend im elterlichen Betrieb in der Buchhaltung tätig. 

Sie heiratete 2011 den Kinderarzt Martin Falke *1974, der in Straubing (Bayern) eine Kinderarztpraxis führt. Sie haben eine gemeinsame Tochter, die als Seppatöni-Nachfahrin den Namen Antonia trägt.

Josef (Jo) Marxer *1975 Biologe und Betriebswirt. Er hat 2011 die Geschäftsführung im Betrieb seines Vaters übernommen. Derzeit beschäftigt die Firma Büro
Marxer Bürosysteme zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jo ist ein vielseitig interessierter junger Mann, der u. a. auch die LIPO (Liechtensteiner Patientenorganisation) erfolgreich präsidiert. 

Gerlinde Marxer *1947 stieg ins elterliche Geschäft ein. Im Jahre 1971 heiratete sie den Schweizer Bürger Stefan Tatrai *1943. Dem Ehebund entspross ein Sohn,
Alexander Tatrai *1977, welcher sich im Jahre 1997 in Mauren einbürgern liess. 

Hansjörg Marxer *1950 Dr. med. dent., Zahnarzt, eröffnete nach seinem Studium und mehreren Jahren Weiterbildung in Privatpraxen und Universitätskliniken eine Spezialpraxis für Kieferorthopädie in Schaan. Er war u. a. Präsident mehrerer Fachgesellschaften in Liechtenstein und in der Schweiz. Heute steht er als kompetenter Verwaltungsratspräsident der Privatklinik Medicnova in Bendern vor. 

Carmen Marxer *1953 heiratete im Jahre 1978 den Schweizer Rudens Breu *1944, Bäcker und Konditor. Carmen Breu geb. Marxer führt zusammen mit ihrem Mann sein elterliches Geschäft (Bäckerei und Konditorei) in Oberegg/AI weiter.