Im Casino Admiral in Ruggell wird der Spielerschutz grossgeschrieben

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Sozialkonzept – was bedeutet das? Im Gespräch mit den zuständigen Spezialisten Reinhard Fischer und Andrea Bickel. Das Sozialkonzept ist ein notwendiger Bestandteil der Bewilligung zum Betrieb einer Spielbank. In Liechtenstein regeln dies die Spielbankenverordnung sowie das Geldspielgesetz. Die Spielbank arbeitet mit einer Suchtpräventionsstelle und mit Therapieeinrichtungen zusammen, um ein solches Sozialkonzept auszuarbeiten, umzusetzen und die notwendigen Schulungen ihrer Mitarbeiter durchzuführen.

 

Im Falle der Casino Admiral AG sind es die Stiftung Maria Ebene und deren Institutionen, die für die Schulungen der Mitarbeiter der Spielbank sowie für die Beratung von Spielern als Partner verantwortlich zeichnen. Alle Mitarbeiter des Casinos Admiral wurden im Hinblick auf eine frühzeitige Erkennung und Intervention gemäss dem erarbeiteten Sozialkonzept geschult und werden laufend in dieser Materie entsprechend den gesetzlichen Vorgaben weitergebildet. Als Verantwortliche des Casinos Admiral in Ruggell sind Reinhard Fischer und Andrea Bickel die Ansprechpersonen für Spielerschutz und Sozialkonzept. Als erste Ansprechpartner für die Umsetzung des Sozialkonzeptes sind sie auch die erste Adresse für Fragen bezüglich Spielerschutz.

Reinhard Fischer blickt auf eine fast 30-jährige Karriere in der Casinobranche zurück und hat in vielen Ländern Europas gearbeitet. Er war auch in der Vergangenheit mit dem Thema Spielsucht und Prävention konfrontiert. Vom Croupier in Österreich über die Position des Casinomanagers in Tschechien und des Produktdirektors für Casinoelektronik führte sein Weg ins Casino Admiral in Ruggell. Fasziniert von der Casinowelt, hat sich Andrea Bickel vor 15 Jahren im Casino Zürichsee in Pfäffikon/SZ zum Croupier ausbilden lassen. Für die Anliegen der Gäste hat sie stets ein offenes Ohr und pflegt mit viel Herzblut den Austausch mit den Spielern. Dank langjähriger Tätigkeit in einem Schweizer Casino ist sie mit der Thematik des Spielerschutzes sehr gut vertraut. Ihr Weg führte sie nach Ruggell ins Casino Admiral, wo sie in erster Linie mit den Aufgaben des Sozialkonzeptes betraut ist.

Die «lie:zeit» hat sich mit Andrea Bickel und Reinhard Fischer über das ausgearbeitete Sozialkonzept unterhalten.

 

Andrea Bickel und Reinhard Fischer

Wenn wir über das Spielen in einem Casino reden, so liegen Gewinn und Verlust beim Glücksspiel ja nahe beieinander – und dann ist das Suchtverhalten nicht mehr fern. Sie als zuständige Spezialisten stehen diesbezüglich in der
Verantwortung. Wie gewährleisten Sie den Spielerschutz?
Bickel/Fischer: Wir haben für unser Casino ein detailliertes Sozialkonzept ausgearbeitet, das gewährleistet, dass wir Spieler, die Anzeichen einer Sucht zeigen, identifizieren und entsprechende Massnahmen zum Spielerschutz einleiten. Alle unsere Mitarbeiter sind von unserem Partner, der Stiftung Maria Ebene, geschult und sensibilisiert worden. Wir arbeiten in dieser Richtung sehr eng mit dieser Stiftung zusammen, und alle Mitarbeiter nehmen an regelmässigen Schulungen teil, um stets auf dem letzten Ausbildungsstand zu bleiben.

Welche Ausbildung bieten Sie Ihren Mitarbeitern in Bezug auf Spielsucht an?Zusammen mit der Stiftung Maria Ebene haben wir einen sehr detaillierten Ausbildungsplan erstellt und in unser Sozialkonzept integriert. Der Plan beinhaltet mehrtägige Schulungen für alle Mitarbeiter, spezielle Kaderschulungen, jährliche Refresher-Kurse und ein kontinuierliches Coaching für die Mitarbeiter.

Herr Fischer, welche Schritte unternehmen Sie als Sozialkonzept-Verantwortlicher, um zu vermeiden, dass sich jemand finanziell durch das Spielen selbst gefährdet?
Fischer: Durch unseren sehr guten Kontakt und die dauernde Kommunikation mit unseren Gästen erkennen wir ein problematisches Spielverhalten sehr früh und treffen auch hier durch Gespräche mit unseren Besuchern die geeigneten Massnahmen, um es gar nicht so weit kommen zu lassen. «Know your customer» ist einer der wichtigsten Leitsätze im
Casino Admiral. So können wir neben der optimalen Gästebetreuung auch die Früherkennung von problematischem Spielverhalten gewährleisten.

Wann stellen Sie ein problematisches Spielverhalten fest bzw. wie zeigt sich dieses Verhalten im Normalfall beim Gast? Und was passiert, wenn Sie ein solches Verhalten bemerken?
Grundsätzlich gesagt, gibt es erste Anzeichen von problematischem Spielverhalten, auf die wir besonders achten, wie etwa die Besuchsdauer, die Höhe der Einsätze, das Verhalten in
Gesprächen etc. Dank der Schulungen bei unserem Partner sind wir hier sehr sensibel, und alle unsere Mitarbeiter achten in diesem Bereich auf Auffälligkeiten. Eine Kategorisierung, wann ein Verhalten problematisch ist, ist sehr individuell und erfordert in vielen Fällen ein hohes Mass an Sozialkompetenz. Wir hatten seit der Eröffnung im August letzten Jahres mehr als 12’000 Gäste. Unser Team betreut jeden einzelnen Besucher und findet im
Gespräch und beim regelmässigen Umgang im Spielbetrieb heraus, wo es Anzeichen für problematisches Spielverhalten gibt. Darauf sind wir geschult und werden in dieser Frage laufend weitergebildet.

Frau Bickel, was würden Sie als stellvertretende Sozialkonzeptverantwortliche sagen, gibt es grosse Unterschiede zwischen den schweizerischen und den liechtensteinischen Vorschriften bezüglich eines Sozialkonzepts? Wenn ja, welche sind das?
Bickel: Grundsätzlich geht es in beiden Ländern um das gleiche Anliegen, nämlich den Spielerschutz. Das Sozialkonzept in Liechtenstein orientiert sich zu grossen Teilen an den Vorgaben der Schweiz, daher gibt es keine relevanten Abweichungen. Die teilweise restriktive Vorgehensweise in unserem Nachbarland versuchen wir in Liechtenstein im Voraus durch den regelmässigen Austausch mit dem Gast zu vermeiden. Zur besseren Kontrolle bieten wir individuell auch Besuchsvereinbarungen an. Eine gemeinsam mit dem Gast festgelegte Anzahl Eintritte pro Monat kann helfen, das Spielvolumen zu reduzieren.

Was würden Sie sagen, Frau Bickel, welche Verfahren sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten, um präventiv gegen Spielsucht vorzugehen?
Es ist ganz wichtig, dass eine Interaktion mit dem Gast stattfindet. Dem Besucher soll es leicht gemacht werden, mit uns ins Gespräch zu kommen. In einer angenehmen und unkomplizierten Atmosphäre ist es einfacher, diese doch sehr heikle Thematik anzusprechen. Ein informierter und emanzipierter Gast, mit einem gesunden Spielverhalten, ist langfristig auch interessanter für das Casino, wobei das Augenmerk bei uns darauf gerichtet ist, dass der Gast das Spielen im Casino Admiral als Entertainment sieht und nicht Gefahr läuft, in die Nähe eines pathologischen Suchtverhaltens zu geraten. Auch diesbezüglich ist es uns ein grosses Anliegen, die Interaktion mit dem Gast zu pflegen, um eine Gefahr früh genug zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.