Ein Land auf der Suche nach
seiner Identität

Mit einer Jubiläumsfeier auf dem Kirchhügel in Bendern blickte das Liechtenstein-Institut auf vier Jahrzehnte Forschung zurück. Im Zentrum standen die Identität des Kleinstaats und die Frage, wie er künftig mit seinem Wohlstand umgehen will.

Seit seiner Gründung am 15. August 1986 hat sich das Liechtenstein-Institut zu einer festen Grösse in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Land entwickelt. Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums erinnerte Guido Meier an die ursprüngliche Vision des Gründers Gerard Batliner: Liechtenstein besser zu verstehen, um sich auch nach aussen verständlich machen zu können.

 

 

Meier: «Dauerhafte Auseiandersetzungmit Existenz und Identität»

Diese Aufgabe sei heute genauso aktuell wie bei der Gründung, betonte Meier. Gerade ein Kleinstaat müsse sich immer wieder mit seiner Existenz, seiner Rolle und seiner Identität auseinandersetzen. Dabei gehe es nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg. Vielmehr stelle sich die Frage, wie Liechtenstein verantwortungsvoll mit seinem Wohlstand, dem begrenzten Boden und seiner natürlichen und kulturellen Landschaft umgehe. Ein Bekenntnis zum Land müsse sich deshalb auch in gesellschaftlichem, politischem und sozialem Engagement zeigen.

Das Institut leiste dazu seit vier Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag. Mit Forschung und Publikationen aus Geschichte, Politik, Recht und Wirtschaft schaffe es Grundlagen für eine fundierte Auseinandersetzung mit Liechtenstein. Meier unterstrich zudem, dass trotz des wachsenden Einflusses künstlicher Intelligenz die menschliche Urteilsfähigkeit nicht in den Hintergrund treten dürfe.

Regierungsrat Schädler als Festredner

Regierungsrat Emanuel Schädler knüpfte in seiner Festrede an Batliners Gedanken zur «Idee Liechtenstein» an. Er verglich das Land mit einem Schiff, dessen Passagiere zugleich die Besatzung bilden und damit gemeinsam für den Kurs verantwortlich sind. Das Liechtenstein-Institut übernehme dabei die Rolle eines Leuchtturms, der Orientierung bietet und zum Nachdenken anregt.

Mit dem Jubiläum wurde deutlich: Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Liechtenstein ist mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Sie hilft, aktuelle Herausforderungen einzuordnen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Die Frage, wer Liechtenstein ist und sein möchte, bleibt damit auch nach 40 Jahren offen. Red.

 


BILD 1: Blick in die Festversammlung

BILD 2: Der Präsident des Liechtenstein-Instituts, Dr. Quido Meier bei der Begrüssungsansprache. Foto: Gregor Meier. 


 

 

 

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