Nomination von 18 Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeindewahl am 14. März 2027
Die Freie Liste geht mit Ambitionen in die Gemeinderatswahlen vom 14. März 2027. Am Freitagabend hat sie in der Kreativakademie in Vaduz 18 Kandidaten in zehn Gemeinden nominiert – einstimmig und gemeinsam per Stimmkarte. Fertig ist die Liste damit aber nicht. Die Partei sucht weiter, und Nachnominationen sind ausdrücklich noch möglich.
Der Grund dafür ist einfach: Jede zusätzliche Kandidatur bringt Stimmen. Derzeit ist die Freie Liste in fünf Gemeinderäten mit je einem Sitz vertreten – in Balzers, Triesen, Vaduz, Schaan und Schellenberg. Bei den Wahlen 2023 hatte sie in Planken, Eschen-Nendeln, Gamprin-Bendern und Ruggell gar keine Kandidaten aufgestellt. Diesmal ist sie mit Ausnahme von Ruggell in allen Gemeinden präsent, hofft aber noch um eine Nachnominierung.
Oberland
In Balzers tritt Gemeinderätin Cathérine Frick erneut an. Sie war während der laufenden Amtsperiode für Julia Strauss nachgerückt, die 2023 den Sitz für die Freie Liste geholt hatte. Neu auf der Balzner Liste steht Samuel Schurte.
In Triesen stellt sich Gemeinderätin Andrea Hoch zur Wiederwahl. Sie hatte 2023 mit 469 Stimmen das Mandat der Freien Liste gewonnen. Mit ihr kandidieren Ruben Bargetze und Ece Tuana Türkyilmaz.
In Triesenberg ging die Freie Liste 2023 leer aus. Nun soll Sebastian Meier den ersten Sitz holen. Der 40-jährige Schulbusfahrer stammt ursprünglich aus dem Unterland und lebt mit seiner Familie am Berg. Schützen will er vor allem die Natur und die Freiheit, die Kinder in Triesenberg geniessen.
In Vaduz kommt es zu einem Wechsel. Der amtierende FL-Gemeinderat Jakob Becker, 2023 mit 342 Stimmen gewählt, tritt nicht mehr an. Für die Partei gehen stattdessen zwei junge Kandidaten ins Rennen. Die 27-jährige Jennifer Sauter nennt Wohnen, Klima und Verkehr als ihre Themen; am dringendsten sei der Klimawandel, bei dem man jetzt handeln müsse. Tobias Gassner, 24, studiert Soziologie und betonte, Politik müsse immer die Gesellschaft als Ganzes im Blick haben.
Am breitesten aufgestellt ist die Freie Liste in Schaan, der grössten Gemeinde des Landes. Dort kandidieren Benjamin Risch, Florian Gstöhl, Golda Maier und Gustav Kaufmann. 2023 hatte die Partei in Schaan einen Sitz gewonnen. Ein zweites Mandat sei in Reichweite, sagte Kaufmann – wenn es gelinge, bis im Januar noch zwei oder drei weitere Personen für eine Kandidatur zu gewinnen. Er selbst war früher Lehrer.
Florian Gstöhl, 32, ist in Balzers aufgewachsen und arbeitet in Buchs als Spezialist für Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Seit 2023 sitzt er in der Schaaner Bau- und in der Umweltkommission, wo derzeit unter anderem die Schwammstadt ein Thema ist – also der Rückhalt von Regenwasser im Siedlungsgebiet. Golda Maier, die einzige Frau auf der Schaaner Liste, arbeitet im Bereich Social Media und Webseiten und bezeichnet sich als Ökofeministin. Für sie heisse das, Mensch und Natur gleichzustellen. Eine Gemeinde eigne sich gut, um Lösungen im Kleinen zu erproben und sie dann auf eine grössere Ebene zu übertragen.
In Planken, wo die Freie Liste 2023 nicht angetreten war, kandidiert Sebastian Lapp. Er wohnt seit knapp zwei Jahren in der Gemeinde und will im Wahlkampf möglichst viele Einwohner persönlich treffen.
Unterland
In Eschen-Nendeln, wo die Freie Liste 2023 nicht angetreten war, kandidieren zwei Frauen. Antonella Lombardo arbeitet in der Betreuung und ist 2026 der Partei beigetreten. Ein fertiges Projekt habe sie noch nicht, sagte sie. Ihr sei aber wichtig, dass über Sucht offen geredet werde und das Thema kein Tabu bleibe. Die 34-jährige Joelle Berger aus Nendeln ist Vorstandsmitglied des Arbeitnehmerverbands LANV und will Solidarität und soziale Sicherheit in den Gemeinderat tragen.
In Mauren-Schaanwald hatte die Freie Liste 2023 mit zwei Kandidaten kein Mandat erreicht. Diesmal kandidiert Eliane Vogt. Die 61-Jährige ist beruflich im Bereich Ernährung und Gesundheit tätig und arbeitet seit vielen Jahren in einer Gemeindekommission mit. Eine gesunde Gemeinde bedeute für sie nicht nur gesunde Ernährung, sondern Lebensqualität insgesamt.
In Gamprin-Bendern, wo die Partei 2023 ebenfalls keine Kandidaten hatte, tritt Andrea Klein an.
In Schellenberg stellt sich Gemeinderätin Eva-Maria Nicolussi-Vogt erneut zur Wahl. Sie lebt seit 21 Jahren in der Gemeinde und hatte 2023 das Mandat für die Freie Liste errungen. In den vergangenen vier Jahren habe die Bevölkerung bei der Entwicklung des Dorfzentrums mitreden können, sagte sie. Nun gehe es darum, die Ergebnisse umzusetzen.
In Ruggell stellt die Freie Liste vorerst keinen Kandidaten. Red.



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