Fachleute sind sich einig: Wer die Infrastruktur für das Auto attraktiver macht, induziert mehr Autoverkehr. Sollen mehr alternative Verkehrsmittel verwendet werden, die geringere externe Kosten verursachen, weniger Fläche beanspruchen und geringere gesundheitsschädigende Emissionen haben, so müssen diese Verkehrsmittel in der Planung bevorzugt werden. Für eine relevante Modalsplitänderung muss gleichzeitig die Infrastruktur für das Auto weniger attraktiv gemacht werden.
Der VCÖ Verkehrsclub Österreich veröffentlichte im neuen Magazin Daten der TU Graz zur Pendel-Verkehrsmittelwahl 2008 und 2022 in Wien: werktags, stadteinwärts im Frühverkehr. Von St. Pölten nach Wien wurde die Westbahnstrecke ausgebaut und das Bahnangebot erhöht. Als Folge sank der Anteil des Autoverkehrs von 69% auf 55%. Von Gänserndorf nach Wien wurde die Schnellstrasse S2 ausgebaut. Als Folge stieg der Anteil des Autoverkehrs von 59% auf 75%.
Was in Wien gilt, gilt auch bei uns, selbst wenn es nicht alle wahrhaben wollen: Wer Strassen für Autos baut, erhöht den Anteil des Autoverkehrs. Gerade auch im Pendelverkehr der Hauptverkehrszeit. Wer den ÖV ausbaut, speziell die Bahn oder den Linienbus durch konsequente Bevorzugung, macht den ÖV attraktiver. Als Folge sinkt der Anteil des Autoverkehrs. Diese bewusste und gewollte Änderung des Modalsplits hin zu weniger Pendler*innen allein im Auto ist auch eine Forderung des Agglomerationsprogramms.
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