Die Gemeinde Triesenberg hat die Jahresrechnung 2025 mit einem Überschuss abgeschlossen. Nach mehreren investitionsintensiven Jahren mit Fehlbeträgen resultierte in der Gesamtrechnung ein Gewinn von rund 1,1 Millionen Franken. Trotz des positiven Abschlusses ist die Finanzlage weiterhin angespannt und es handelt sich lediglich um eine Verschnaufpause.

Das positive Resultat ist vor allem auf tiefere Investitionen, ein gutes Ergebnis der Erfolgsrechnung und zusätzliche Erträge zurückzuführen. 2025 investierte die Gemeinde 2,8 Millionen Franken und damit deutlich weniger als im Vorjahr, als die Investitionen rund 5,4 Millionen Franken betrugen. In den vergangenen Jahren hatten grössere Projekte, insbesondere das Gebäude für die Blaulichtorganisationen, zu einem Rückgang der Finanzreserven geführt.

Mit dem Überschuss konnten die Reserven wieder gestärkt werden. Das Reservekapital erhöhte sich um 1,3 Millionen Franken auf 6,3 Millionen Franken. Gemeindevorsteher Christoph Beck ordnet das Ergebnis entsprechend vorsichtig ein: «Der Wiederaufbau des geschrumpften Finanzpolsters ist wichtig, damit wir auch künftig grössere Gemeindeprojekte wie die Neugestaltung des Schulstandorts Obergufer, die Weiterentwicklung des Dorfzentrums aber auch die stetigen Tiefbauprojekte finanziell stemmen können.»

 

Triesenberger Gemeindehaushalt, Jahresrechnung 2025

Auch die Erfolgsrechnung entwickelte sich positiv. Sie weist wie bereits im Vorjahr einen Ertragsüberschuss von rund 990 000.– Franken aus. Die betrieblichen Erträge stiegen auf knapp 21,8 Millionen Franken, während der betriebliche Aufwand leicht zurückging und bei etwas über 21 Millionen Franken lag. Der Cashflow erhöhte sich auf knapp 3,9 Millionen Franken. Aufgrund der vergleichsweise tiefen Investitionen erreichte die Gemeinde einen Selbstfinanzierungsgrad von 138 Prozent.

Grossteil der Ausgaben fremdbestimmt

Die Steuereinnahmen der Gemeinde stiegen 2025 um 0,3 Millionen auf rund 7,9 Millionen Franken. Gleichzeitig gingen aber die Erträge aus dem Finanzausgleich um 240 000.– Franken auf 10,2 Millionen Franken zurück. Zusammen bleiben Vermögens- und Erwerbssteuern sowie der Finanzausgleich mit über 80 Prozent die wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde.

Einen wesentlichen Ausgabeposten in der Gemeinderechnung stellen Jahr für Jahr die Beitragsleistungen dar. Sie setzen sich aus den Leistungen der Gemeinde an Land, Verbände, Vereine sowie Private zusammen und beliefen sich 2025 auf insgesamt 5,3 Millionen Franken. «Den grössten Teil der Beitragsleistungen, insgesamt 3,7 Millionen Franken, können wir in der Verwaltung nicht beeinflussen. Die Gemeinde erfüllt damit gesetzliche oder auf andere Weise vorgegebene Verpflichtungen», weist Christoph Beck darauf hin, dass viele Ausgaben der Gemeinde fremdbestimmt sind.

Trotz des positiven Abschlusses wertet die Gemeinde das Ergebnis nicht als grundsätzliche Entspannung der Finanzlage. Das Plus ist auch darauf zurückzuführen, dass 2025 weniger investiert wurde und einzelne Vorhaben nicht umgesetzt werden konnten. In den kommenden Jahren stehen weiterhin grössere Projekte an, auch der Investitionsbedarf im Tiefbau bleibt hoch, weshalb klare Prioritäten gesetzt werden müssen. Der Gemeindesteuerzuschlag bleibt aber unverändert bei 150 Prozent.

 


BILD: Rathaus Triesenberg


 

 

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