Live Podcast, organisiert von Andreas Krättli (AK Digital Media GmbH)

 

TRIESEN – Künstliche Intelligenz verspricht Effizienz, sorgt in der Praxis aber oft für ungläubige Blicke. Das diesjährige Unternehmertreffen in Triesen lieferte unter dem Motto „Klare Orientierung statt Hype“ den ungeschminkten Realitäts-Check für die regionale Wirtschaft.

Wie viel Automation verträgt ein Betrieb in Liechtenstein heute wirklich? Das Impulsreferat von Manuel Pfiffner (SLOne AG) machte schnell klar: KI entlastet KMU heute bereits spürbar bei Rapporten, Excel-Listen oder administrativen Übersetzungen. Doch die Technologie hat scharf gezogene Grenzen. Sie „halluziniert“ im Zweifel Fakten, und vor allem stolpert sie über den Kontext.

Wie peinlich genau diese Stolpersteine im Alltag werden können, enthüllte eine skurrile Anekdote aus der anschliessenden Podiumsdiskussion. Giuseppe Cortese, Geschäftsführer der A. Vogt AG, erzählte unter dem Gelächter des Publikums von einem peinlichen Software-Fehler im eigenen Betrieb:

„Ein Mitarbeiter kam leicht errötet zu mir und sagte, wir müssen da etwas korrigieren. Das Zeiterfassungsprogramm hatte die gängige Abkürzung GAV für Gesamtarbeitsvertrag kurzerhand als ‚Geschlechtsverkehr‘ übersetzt. Wir haben es zum Glück schnell gelöst.“

Für den Moderator des Abends, Andreas Krättli (AK Digital Media GmbH), der perfekte Beweis für das grösste Problem der heutigen Praxis: „Das ist reines Gift für die KI. Wer der KI nur ein einziges Stichwort hinwirft, darf sich über das falsche Ergebnis nicht wundern. Es braucht Zeit und den exakten Kontext für einen guten Prompt.“

Auf dem Podium diskutierten neben Cortese auch Claudio Rothmund (Arminius Wealth Management AG) und Michael Kindle (Michael Kindle Architektur GmbH) gewohnt praxisnah über den schmalen Grat zwischen Innovation und digitalem Kontrollverlust. Während Rothmund davor warnte, dass die KI im Zweifel „gnadenlos und so gut lügt, dass man es erst sehr spät merkt“, betonte Architekt Kindle, dass „die echten kreativen Spitzenleistungen und das Zwischenmenschliche“ weiterhin eine rein menschliche Kernkompetenz bleiben.

Das klare Fazit vom Triesner Unternehmertreffen 2026: Die KI bleibt ein mächtiges Werkzeug. Die entscheidende und kreative Instanz im liechtensteinischen Gewerbe ist und bleibt jedoch der Mensch.

Die komplette, ungekürzte Podiumsdiskussion inklusive der Auflösung zum kuriosen GAV-Fehler und allen weiteren Insights ist ab sofort als Video- und Audio-Podcast auf allen Kanälen von Podcasthus.li: Medienplattform für Liechtenstein sowie auf YouTube der Gemeinde Triesen.

Triesner Unternehmertreffen: Potenziale
und Grenzen von KI im KMU

  1. Die 10-Minuten-Regel für Prompts Investiere lieber fünf bis zehn Minuten in eine glasklare, halbe DIN-A4-Seite Text-Anweisung an die KI. Je präziser der Kontext formuliert ist, desto treffsicherer ist das Ergebnis. Das spart stundenlanges, mühsames Nachbessern im Nachhinein.
  2. Der rigorose E-Mail-Check Nutze KI für interne Entwürfe, Übersetzungen oder Zusammenfassungen. Aber schicke niemals unkontrollierte KI-Texte an Kunden. Die persönliche, menschliche Ebene bleibt gerade im regionalen Gewerbe der wichtigste Vertrauensfaktor.
  3. Datensicherheit konsequent durchsetzen Setze im Betrieb auf verifizierte B2B-Lizenzen, bei denen die eingegebenen Daten geschützt sind und die Plattform nicht verlassen. Sensible KMU-Daten haben in frei zugänglichen Gratis-Tools nichts verloren.

 


BILD: Auf dem Podium des Triesner Unternehmertreffens im Gemeindesaal (v.l.): Claudio Rothmund (Arminius Wealth Management AG), Manuel Pfiffner (SLOne AG), Moderator Andreas Krättli (AK Digital Media GmbH), Giuseppe Cortese (A. Vogt AG) und Michael Kindle (Michael Kindle Architektur GmbH)


 

 

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