Schellenberg Wie können Liechtensteins Gemeinden im Natur- und Umweltschutz noch enger zusammenarbeiten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter der Umweltkommissionen aller Liechtensteiner Gemeinden beim ersten landesweiten Treffen der Umweltkommissionen im Schellenberger Riet.

Die von der Umweltkommission Schellenberg und dem Fischereiverein Liechtenstein organisierte Veranstaltung förderte den fachlichen Austausch, die Vernetzung und die Entwicklung gemeinsamer Ideen über Gemeindegrenzen hinweg. Dabei wurde das Projekt «Reaktivierung Weiher im Schellenberger Riet» vorgestellt.

Vertreterinnen und Vertreter aller Liechtensteiner Gemeinden folgten der Einladung der Umweltkommission Schellenberg und des Fischereivereins Liechtenstein (FVL) ins Schellenberger Riet. Ziel des Treffens war es, den Austausch zwischen den Umweltkommissionen zu stärken, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für gemeindeübergreifende Projekte im Natur- und Umweltschutz zu schaffen.

Ideen über Gemeindegrenzen hinweg entwickeln

Viele Herausforderungen im Natur- und Landschaftsschutz machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Umso wichtiger ist es, Wissen, Erfahrungen und Ideen über Gemeindegrenzen hinweg auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Das landesweite Treffen der Umweltkommissionen, bot dafür einen passenden Rahmen. In seiner Begrüssung betonte der Schellenberger Gemeindevorsteher Dietmar Lampert die Bedeutung der Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg: «Das Riet verbindet unsere Gemeinden weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Dass heute Vertreterinnen und Vertreter aus allen Liechtensteiner Gemeinden hier zusammenkommen, zeigt, welchen Stellenwert der Schutz unserer natürlichen Lebensräume hat. Nachhaltige Lösungen entstehen dort, wo Wissen, Erfahrung und Engagement zusammenkommen.»

Projekt «Reaktivierung Weiher im Schellenberger Riet»

Anschliessend stellte Rudolf Staub das Projekt «Reaktivierung Weiher im Schellenberger Riet» vor. Direkt vor Ort erläuterte er die Hintergründe, Ziele und den Plan der Arbeiten. Der revitalisierte Weiher schafft wertvollen Lebensräum für Amphibien, Insekten und weitere Tierarten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität.

Jürgen Kühnis und Rainer Kühnis ergänzten die Exkursion mit spannenden Einblicken in die Flora und Fauna des Schellenberger Riets. Sie informierten über die vielfältigen Tier- und Pflanzenarten des Gebiets und zeigten auf, welche Bedeutung eine intakte Rietlandschaft für die Artenvielfalt in Liechtenstein hat.

Landwirt Leo Elkuch erzählt

Einen weiteren Programmpunkt gestaltete Landwirt Leo Elkuch. Er gewährte den Teilnehmenden einen persönlichen Einblick in die Vergangenheit und Zukunft der Landwirtschaft im Riet. Mit zahlreichen persönlichen Anekdoten veranschaulichte er den Wandel der Nutzung im Laufe der Jahrzehnte und zeigte die Herausforderungen und Chancen für die Landwirtschaft auf.

Vernetzung beim Apéro

Neben den fachlichen Inputs stand insbesondere die Vernetzung der Umweltkommissionen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen aus ihren Gemeinden auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit zu entwickeln.

Beim anschliessenden Apéro mit Grill beim Fischereiverein Liechtenstein fand der Anlass einen gemütlichen Ausklang. Der Ruggeller Gemeindevorsteher Christian Öhri nutzte die Gelegenheit, allen Beteiligten für ihren Einsatz und ihr Engagement zu danken. Sein Dank galt insbesondere der Umweltkommission Schellenberg, dem Fischereiverein Liechtenstein, den Referenten sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Umweltkommissionen aus allen Gemeinden, die mit ihrem Interesse und ihrer Mitarbeit zum Gelingen des ersten landesweiten Treffens beigetragen haben.

Die gelungene Premiere zeigte, wie gross das Interesse an einem regelmässigen Austausch zwischen den Umweltkommissionen ist. Die Organisatoren hoffen, dass vom ersten landesweiten Treffen neue Impulse und gemeinsame Projekte für den Natur- und Umweltschutz in Liechtenstein ausgehen.

Über das Schellenberger Riet

Das Schellenberger Riet ist Teil des Naturschutzgebiets Ruggeller und Schellenberger Riet und gehört zur Gemeinde Schellenberg.

Dass das Gebiet heute zu Schellenberg gehört, geht auf historische Nutzungs- und Grenzregelungen zurück. Bereits 1497 ist die Grenze zwischen Ruggell und Schellenberg belegt. Bei der Aufteilung gemeinsamer Nutzungsrechte wurde der nördlichste Teil des Riets Schellenberg zugeteilt. Die heutige Gemeindegrenze wurde 1794 im Wesentlichen festgelegt.

Über Jahrhunderte wurde das Schellenberger Riet von der Schellenberger Bevölkerung wirtschaftlich genutzt. Neben der Gewinnung von Torf dienten die Flächen als Streuwiesen, deren Schnitt als Einstreu für das Vieh verwendet wurde. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden Teile des Gebiets entwässert und landwirtschaftlich genutzt.

Heute prägen Naturschutz und Landschaftspflege den Umgang mit dem Riet. Gleichzeitig bleibt die traditionelle Bewirtschaftung ausgewählter Flächen ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der vielfältigen Lebensräume.

 

Über die Umweltkommission Schellenberg

Die Umweltkommission Schellenberg besteht aus fünf Mitgliedern.

Gunter Dobratz (Vorsitz)
Eva Maria Nicolussi-Vogt (Gemeinderätin)
Birgit Beck (Gemeinderätin)
Doris Biedermann
Elke Desliens

 

Exkursion im Schellenberger Riet, Liechtenstein.
Foto: ©Paul J. Trummer

 

 


Bild 1: Vorsteher Dietmar Lampert besichtigen mit Teilnehmenden das Projekt «Reaktivierung Weiher im Schellenberger Riet» mit Teilnehmern


Bild 2: Teilnehmende beim Apéro im Fischereiverein