Die Wasserversorgung Liechtensteiner Unterland (WLU) freut sich, darüber zu berichten, dass die Verbindungsleitung von Mauren nach Eschen mit einer Länge von rund 600 Metern erneuert und bereits vor geraumer Zeit in Betrieb genommen werden konnte. Diese neue Leitung ersetzt die aus dem Jahren 1969 und 1975 stammenden Leitungen, die bereits 51 respektive 57 Jahre alt waren.
Warum eine neue Verbindungsleitung?
Die Verbindungsleitung von der Gemeindegrenze Eschen/Mauren bis zur Abzweigung Poppers in Mauren stammte aus den Jahren 1969 und 1975. Im Siedlungswasserbau wird oft mit einer allgemeinen Nutzungsdauer von 50 bis 80 Jahren gerechnet. Die betreffende Leitung musste in der Vergangenheit schon etliche Male wegen Schadenfällen ausser Betrieb genommen und repariert werden. Zeitlich vor der Baustelle Fallsgass wurde die anschliessende Wasserleitung im Kohlplatz in Eschen in den Jahren 2024 und 2025 in konventioneller Bauweise mit anderen Werken auf eine Länge von rund 400 Metern ebenfalls erneuert.
Aufgrund des Alters, des Rohrmaterials und des mutmasslichen Gesamtzustandes dieser Leitung hat die WLU den Entschluss gefasst, diese strategisch bedeutende Wasserleitung vorsorglich auf der gesamten Länge von rund 600 Metern zu erneuern, um die Versorgungssicherheit auch zukünftig unterbruchsfrei zu gewährleisten. Nur durch eine neue Wasserleitung, sprich einen Leitungsersatz, lassen sich nicht absehbare Schadenfälle vorausschauend vermeiden.
Variantenentscheid – warum eine Spülbohrung?
Bis kurz vor Baubeginn war vorgesehen, dass die Wasserleitung zusammen mit anderen Werkleitungsteilnehmern konventionell, das heisst im offenen Graben, neu verlegt wird. Aufgrund der kurzfristigen Absage der Beteiligung anderer Werke musste die WLU die Wasser-leitung praktisch im Alleingang ersetzen.
Wie wurde gebaut?
Aufgrund der massiv reduzierten Kosten hat sich die WLU für den Ausbau mittels Spülbohrung entschieden, wohlwissend, dass auch dieses Bauverfahren gewisse Risiken in sich birgt. Mit dieser Variante wurden zwei rund 300 Meter lange Rohrstangen (total also 600 Meter) in zwei Etappen unter der Strasse in Längsrichtung eingezogen. Die grossen Kosteneinsparungen sind auf die um rund 50 Prozent verringerten Kosten bei den Grabarbeiten, den Grabenauffüllungen, den Belagsabbruch wie auch beim Belagseinbau zurückzuführen.
Bei der Ausführung mit der konventionellen Bauweise wären rund 2000 Quadratmeter Strassenoberfläche bearbeitet worden. Mit der Wahl des Spülbohrverfahrens konnte die Strassenbearbeitungsfläche auf rund 500 Quadratmeter reduziert werden. Im Strassenbereich gab es insgesamt 20 separate Grabungen, wobei weitere elf Öffnungen für die Zusammenschlüsse im Privatgrund erstellt werden mussten. Aufgrund der geschickten Planung konnten alle Gebäude bis auf zwei ohne Provisorien unterbruchsfrei versorgt werden.
Die signalisationstechnische Abwicklung der rund elf verschiedenen Bauetappen, darunter drei Nachteinsätze, war trotz der kurzen Bauphasen sehr anspruchsvoll. Umso bemerkenswerter ist, dass der Verkehr während der gesamten Bauzeit für Autos, Velos und Fussgänger aufrechterhalten werden konnte und lediglich mit Behinderungen durch die Baustelle geführt wurde. Auch die Bauzeit kann sich sehen lassen: Die Arbeiten an der Hauptleitung starteten Anfang Oktober 2025 und konnten Ende März 2026, also bereits nach fünf Monaten, abgeschlossen werden, zumal die Baustelle über Weihnachten einen Monat lang ruhte.
Dank an Unternehmer und Anwohner
Die Wasserversorgung bedankt sich beim beauftragten Ingenieurbüro Meier AG, Eschen, speziell beim zuständigen Bauführer Melvin Ender, der die Baustelle stets kompetent geleitet hat. Auch bedankt sich die WLU bei der Spülbohrunternehmung Marty Bauleistungen, Azmoos, für die treffsichere Bohrung und die Nachtarbeiten, bei der Bauunternehmung Büchel Bau, Bendern, für den flexiblen Mitarbeitereinsatz und bei der Rohrbauunternehmung Marxer, Nendeln, für die einwandfreien Rohrbauarbeiten. In Summe haben alle Unternehmen gut aufgewartet und ihr Bestes gegeben. Nicht zuletzt gilt der Dank auch den verständnisvollen Grundstückseigentümern und Anwohnern, die für die Anliegen der WLU stets ein offenes Ohr hatten, sowie den Verkehrsteilnehmern für ihre Geduld während der Ampelphasen.
Herleitung der Baukosten / Auswahl des Bauverfahrens
- Überarbeiteter Kostenvoranschlag nach Offerteingang ohne Beteiligung weiterer Werke und Tiefbauamt: konventionelle Ausführung
CHF 2‘100‘000 - Überarbeiteter Kostenvoranschlag nach Offerteingang ohne Beteiligung weiterer Werke und Bauamt: Spülbohrverfahren
CHF 1‘320‘000 - KV-Minderkosten Spülbohrung gegenüber konventioneller Ausführung
CHF 780‘000 - Abgerechnete Kosten Variante Spülbohrung inkl. Schätzung bis Fertigstellung
CHF 1‘150‘000 - Abgerechnete Minderkosten Spülbohrung gegenüber KV Spülbohrung
CHF 170‘000




Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.