UBS löst Garantien mit CS-Übernahme auf – Kurs steigt

UBS-Hauptsitz in Zürich
Zürich - Hauptsitz der UBS in Zürich. Photo: Picture Alliance, Frankfurt/Main

Zürich (awp) – Der Bund und die Schweizer Steuerzahlenden können aufatmen: Die UBS beendet sämtliche staatlichen Garantien im Zusammenhang mit der Notübernahme der Credit Suisse. Der Schritt der Grossbank wird von der Politik, aber auch von den Investoren positiv aufgenommen.

Der Garantievertrag in Höhe von 9 Milliarden Franken mit der Schweizer Regierung werde von der UBS freiwillig aufgelöst, teilte die Grossbank am Freitag mit. Die Entscheidung basiere auf einer umfassenden Prüfung der problematischen Teile des CS-Portfolios, der sogenannten „Non-Core-Assets“.

Die nun aufgekündigte Garantie wäre in Kraft getreten, wenn der Verlust auf dem Portfolio mehr als 5 Milliarden Franken betragen hätte. Offenbar geht die Bank nun davon aus, dass Verluste in einer solchen Grössenordnung kaum zu erwarten sind: Die Bank habe die Vermögenswerte „umfassend geprüft, einschliesslich schwerer Stressverlustszenarien“, heisst es in der UBS-Mitteilung.

Zudem hat die Grossbank die Vereinbarung über die Liquiditätshilfe-Darlehen der Schweizerischen Nationalbank in Höhe von bis zu 100 Milliarden Franken mit Ausfallgarantie des Bundes per sofort aufgelöst. Die mittlerweile in die UBS integrierte Credit Suisse habe die sogenannten ELA+ Darlehen (zusätzliche Emergency Liquidity Agreement) in Höhe von 50 Milliarden Franken an die SNB per 10. August vollständig zurückbezahlt, so die Grossbank.

Finanziell haben sich die Vereinbarungen für Bund und SNB gelohnt: Der Bund erhält alleine aus dem Verlustgarantievertrag Gebühren von 40 Millionen Franken, weitere rund 160 Millionen fliessen aus den Bereitstellungs- und den Risikoprämien des staatlich garantierten Liquiditätsdarlehens in die Staatskasse. Dazu kommen Zahlungen an die Nationalbank im Rahmen der Liquiditätsdarlehen von knapp 540 Millionen Franken. Für die UBS belaufen sich die aufgelaufenen Kosten damit auf rund 730 Millionen Franken.

Stabilisierung erreicht

Das staatlichen Garantien und die Liquiditätshilfe waren im März im Rahmen der Übernahme der schwer angeschlagenen Credit Suisse durch die UBS im Rahmen von Notrecht gesprochen worden. Ein wichtiges Fazit aus Sicht des Finanzdepartements sei, dass die CS-Übernahme und die Begleitmassnahmen das Finanzsystem wie angestrebt stabilisiert hätten, sagte die Finanzministerin.

Die Situation um den drohenden Zusammenbruch der CS im vergangenen März sei „sehr ernst“ gewesen, betonte Keller-Sutter. Ohne Rettung der CS hätte nicht nur vielen Privatpersonen und KMU der Verlust ihrer Guthaben gedroht, auch der Zahlungsverkehr wäre wohl zusammengebrochen. Zudem habe eine Ansteckung des internationalen Finanzsystems gedroht: „Wir hätten in der Schweiz grosse Verwerfungen produziert“, so die Finanzministerin.

Applaus an Börse

Der Verzicht der UBS auf die Staatsgarantie ist am Freitag sowohl in der Politik als auch an der Börse gut aufgenommen worden.

An der Börse kletterte der UBS-Aktienkurs am Freitag teilweise um bis zu 5 Prozent: Der Schritt der UBS zeige, dass das Risikoprofil der neuen UBS besser sei als befürchtet, so ein Kommentator. Aus Finanzen.ch – tp/jr