Schaan beteiligt sich am Projekt «Familienforschung Liechtenstein»

Im Jahr 2020 hat die in der Vorsteherkonferenz gegründete Arbeitsgruppe «Familienforschung Liechtenstein» ihre Arbeit aufgenommen. Ihr Ziel: Die Daten der unterschiedlichen Ahnenforschungsgruppen in den Gemeinden landesweit zu vernetzen und die Familienstammbäume auf einer gemeinsamen Online-Plattform zu veröffentlichen. Dadurch wird nicht nur interessierten Nutzerinnen und Nutzern die Recherche erleichtert, sondern insbesondere auch die Arbeit der Familienforschung und der historischen Wissenschaften vereinfacht.

Die Familienforschung hat in Liechtenstein eine lange Tradition. Bereits in den 30er Jahren erfasste Pfarrer Fridolin Tschugmell Familienstammbäume für den Grossteil der elf Gemeinden. Heute verfügen fast alle von ihnen über gedruckte Ortsfamilienbücher. Die «Stammtafeln der Bürgerfamilien von Schaan» erschienen 1989. Im Jahr 2015 folgte das fünfbändige Stammbuch der Bürgerinnen und Bürger von Schaan. Es ist im domus zu den üblichen Öffnungszeiten erhältlich. Parallel zur Arbeit am Stammbuch sammelte die Gemeinde bereits damals Tausende Datensätze für die Online-Plattform. Eine Arbeit, die seit 2015 stetig fortgesetzt wird.

Auf der künftigen gemeinsamen Plattform werden die Gemeinden die Datenhoheit behalten. Das bedeutet, dass zwar Minimalstandards definiert sind, aber jede Gemeinde für sich entscheidet, in welcher Tiefe sie ihre Daten einpflegen möchte. Die Datensicherheit wird durch entsprechende IT-Massnahmen gewährleistet. Nach drei Jahren – also voraussichtlich im Jahr 2024 – soll die Plattform dann für Nutzer zugänglich sein.

Um das Grossprojekt zu koordinieren, schlägt die Arbeitsgruppe die vorerst befristete Einstellung einer Geschäftsführung vor. Die Kosten für die Stelle und den Aufbau der digitalen Plattform sollen von allen teilnehmenden Gemeinden getragen werden. Die Kostenaufteilung erfolgt nach dem Einwohnerschlüssel, wobei Schaan als einwohnerstärkster Gemeinde Liechtensteins der grösste Kostenanteil zufällt.

Der Gemeinderat von Schaan betrachtet eine gemeinsame Plattform als wertvoll und befürwortet eine Teilnahme am Projekt «Familienforschung Liechtenstein». Für die ersten drei Jahre 2022 bis 2024 genehmigt er einen Kredit in der Höhe von über CHF 140´000.