Auf Kosten der hospitalisierten Nicht-Corona-Kranken

Impfen ist das beste Mittel zur Bekämpfung von Covid-19. Gleichzeitig steuert die deutsche Politik bei der Erfassung der Inzidenz um.

Die Lage an der Corona-Front spitzt sich täglich zu. Es gibt kein Land mehr, in dem die Fallzahlen nicht täglich steigen und wir bei Fortsetzung dieser Konstellation und der unverständlichen Verweigerung eines Grossteils der Menschen die Impfangebote wahrzunehmen, einem erneuten Lockdown zusteuern, mit allen Konsequenzen.

Die Politik ist nicht in der Lage, die Pandemie so zu bekämpfen, dass sie verschwindet. Zuviele Einzelinteressen verunmöglichen einen gesitteten Ablauf. Die Social Medias tragen mit ihren teils haarsträubenden Geschichten und Meldungen das ihre dazu bei, so dass die Menschen so verunsichert sind wie schon lange nicht mehr.

Der Trend der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland setzt sich fort. Dort liegt dieser Wert laut Angaben des RKI in Berlin über 50, genau bei 51.6 (Stand: 21.August). Der Anstieg gilt für die Schweiz und Liechtenstein aber für alle anderen Staaten auch. So ist es erfreulich, dass die Corona-Teststrasse in Vaduz im Gegensatz zu einer früheren Ankündigung nicht geschlossen wird. Diese Forderung formulierte die Ärztekammer. Diese monierte, dass das Testen an die Ärzte abgeschoben werden sollte. Hingegen zeichnet sich eine Lösung beim Impfen zwischen der Ärztekammer und dem Gesellschaftsministerium ab. Details sind noch nicht bekannt. In Liechtenstein haben sich bis jetzt rund 53% zweimal impfen lassen, rund 60% einmal.

Impfangebote annehmen

Deshalb rufen Mediziner und die Politik dazu auf, die Impfangebote anzunehmen. Wir haben im Moment nichts gleichwertig Besseres anzubieten. Und abwarten hilft im Endeffekt uns allen nicht. Denn jetzt kommen hauptsächlich jene an die Reihe, die sich nicht haben impfen lassen. Und sprich mal mit jenen Patientinnen und Patienten, die einen schwereren Verlauf mitmachen mussten. Sie sind wie umgedreht.

Auf Kosten der hospitalisierten Nicht-Corona-Kranken

Die Intensivbetten in den Schweizer Spitälern sind derzeit mit rund 20% Covid-19-Patientinnen und- Patienten ausgelastet. In der Schweiz könnten rund 1’000 Intensivbetten betrieben werden, sagt das BAG. In 2020 seien zur Freihaltung dieser Betten etwas 30.000 Eingriffe verschoben worden. Das seien 30.000 Schicksale von Menschen, die sich mit Schmerzen hätten plagen müssen, gab Patrick Mathys, Sektionsleiter Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG zu bedenken. Wolle man das vermeiden, dürfte die Höchstbelastung durch Covid-19-Kranke nicht über 300 Plätzen auf den Intensivstationen liegen. Aber… wir nähern uns bereits dieser Zahl.