Erstes Kinderbuch aus Liechtenstein: «Linus und der Kakapo» reservieren

184

Der Vorverkaufsstart für das erste Kinderbuch in Leichter Sprache am 3. Dezember 2020 ist kein Zufall: Der 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. «Linus und der Kakapo» ist das erste Buch des Projekts «Geschichten in Leichter Sprache», das im vergangenen November mit dem Chancengleichheitspreis der Regierung des Fürstentums Liechtensteins ausgezeichnet wurde.

Es gibt Menschen, die sich mit dem Lesen schwertun. Für diese Menschen gibt es viel zu wenige Bücher, die sie gut verstehen können. Das wollen die beiden Initiantinnen Silke Knöbl und Eliane Schädler mit ihrem Projekt «Geschichten in Leichter Sprache» ändern. Jeder Mensch soll Texte verstehen und Bücher lesen können. Ihre Idee umfasst vier Teilprojekte in Buchform – verknüpft mit weiteren Erzählformaten. Pro Jahr stellen sie ein Thema und eine Person ins Zentrum und erzählen Geschichten aus deren Leben in Leichter Sprache. Zum Beispiel: Eine Person mit geistiger Beeinträchtigung, eine gehörlose Person, eine Person mit Demenz, eine Person, die nicht so gut Deutsch spricht.

«Linus und der Kakapo»
Das erste Buch der beiden Initiantinnen ist ein Kinderbuch in Leichter Sprache. Es heisst «Linus und der Kakapo» und handelt von einem Jungen aus Triesenberg, der das Down-Syndrom hat. Die Kurzgeschichten erzählen Erlebnisse aus seinem Alltag. Die Botschaft dahinter: «Jedes Kind kann so sein wie Linus», sagt die Autorin Silke Knöbl. «Die Kurzgeschichten sind einfach, verständlich und

mit viel Feingefühl geschrieben», ergänzt sie. Knöbl ist Übersetzerin für Leichte Sprache in Triesenberg und hat die Texte verfasst. Die Kurzgeschichten wurden hinsichtlich ihrer Verständlichkeit von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache in Schaan geprüft. Die Illustrationen für das Kinderbuch stammen von Eliane Schädler. «Mit den Bildern wollen wir nicht nur eine Atmosphäre schaffen, sondern auch eine Hilfe geben, um Linus‘ Erlebnisse besser zu verstehen», erklärt die freischaffende Illustratorin aus Triesenberg. Die Bilder für das Kinderbuch sind farbenfroh und verspielt. «Die Bildsprache richtet sich nach dem Text und bleibt dementsprechend einfach und klar verständlich», ergänzt sie.

Erlöse werden in nächstes Buchprojekt investiert
Auf www.geschichten.li ist das Kinderbuch «Linus und der Kakapo» ab sofort zusammen mit verschiedenen Angeboten reservierbar: Zum Beispiel gibt es das Buch mit persönlicher Widmung von Linus, mit einem selbst gemalten Lesezeichen von ihm, mit Ausmalbild und als Hörbuch.

Sämtliche Erlöse, welche die beiden Initiantinnen mit dem Kinderbuch erzielen, werden in das nächste Buchprojekt investiert. «Wir freuen uns, wenn viele Menschen das Kinderbuch mit den attraktiven Zusatzangeboten kaufen», sagt Eliane Schädler. «Damit unterstützen sie bereits unser nächstes Buchprojekt in Leichter Sprache.» Das Kinderbuch «Linus und der Kakapo» erscheint in einer Erstauflage von 800 Stück und wird im Dezember 2020 gedruckt. Bis dahin bestellte Bücher werden Mitte Januar 2021 ausgeliefert. Das Kinderbuch wird dann auch in ausgewählten Buchhandlungen in Liechtenstein erhältlich sein.

Beitrag für mehr Teilhabe, Integration und Inklusion
Das Projekt «Geschichten in Leichter Sprache» mit seinen insgesamt vier Buchprojekten in den nächsten vier Jahren soll einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie zur Chancengleichheit leisten. «Unser Ziel ist es, Brücken zwischen Menschen mit und ohne Behinderung oder Benachteiligung zu bauen», sagt Silke Knöbl. Mit den «Geschichten in Leichter Sprache» würden sie Betroffenen einen leichten Zugang zur Schriftsprache verschaffen und deren Lesekompetenzen fördern. Gleichzeitig wollen die beiden Initiantinnen mit dem Projekt für die Themen Behinderung und Benachteiligung sensibilisieren. Menschen, die sich bis anhin noch zu wenig mit den beiden Themen auseinandergesetzt hätten, würden damit eine Möglichkeit erhalten, in Lebensentwürfe von Betroffenen einzutauchen und sich mit ihnen auszutauschen. Das Projekt

«Geschichten in Leichter Sprache» von Silke Knöbl und Eliane Schädler hat im November 2020 den Chancengleichheitspreis der Regierung des Fürstentums Liechtenstein, dotiert mit

15 000.– Franken, erhalten. Im Weiteren wird das Projekt von der Kulturstiftung Liechtenstein, der Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger und der VP Bank Stiftung unterstützt. Weitere

Informationen: www.geschichten.li