Corona: Einschneidendes Paket

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Die Regierung gibt aufgrund der steigenden Fallzahlen weitere härtere Massnahmen bekannt, die bis zum 10. Januar 2021 Gültigkeit haben. Im Bild Regierungschef Adrian Hasler und Regierungsrat Mauro Pedrazzini.

Regierung möchte Fallzahlen über die Feiertage deutlich reduzieren

 

Vaduz (ots) – Die Regierung möchte die ruhige Zeit über die Feiertage nutzen, um die hohen Fallzahlen zu reduzieren und plant ein umfassendes und einschneidendes Paket. In einem nationalen Schulterschluss werden Gespräche mit Verbänden und Organisationen geführt. Die Regierung wird am Freitag, 18. Dezember über die konkreten Massnahmen informieren. Dies gab Regierungschef Adrian Hasler und Regierungsrat Mauro Pedrazzini anlässlich der heutigen Medienkonferenz in Vaduz bekannt.

Die Zahl der neuen Infektionen mit dem Coronavirus ist in Liechtenstein weiterhin sehr hoch. Die Intensivkapazitäten der Schweizer Spitäler, welche auch die Versorgung von Intensivpatienten aus Liechtenstein sicherstellen, sind nahe an der Kapazitätsgrenze. Diese Situation ist beunruhigend, auch weil das Risiko für einen zusätzlichen und schnelleren Anstieg der Infektionszahlen über die Festtage hoch ist. Die Regierung möchte daher die ruhige Zeit über die Feiertage nutzen, um diese hohen Fallzahlen deutlich zu reduzieren. Liechtenstein kann es sich nicht leisten, diese Chance zu verpassen.

Regierung plant umfassendes und
einschneidendes Paket

Die Regierung hat vor, das Land über die Feiertage quasi in eine Winterruhe zu versetzen. Geplant ist, dass zwischen dem 20. Dezember 2020 und dem 10. Januar 2021 jegliche Veranstaltungen, mit Ausnahme von religiösen Veranstaltungen und Bestattungen, eingestellt werden. Zusätzlich sollen alle Kultur-, Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe sowie Sportbetriebe in Innenräumen schliessen. Betroffen von den Schliessungen sind auch die Gastronomiebetriebe. Mit einer erweiterten Maskenpflicht im öffentlichen Raum sollen die wenigen verbleibenden persönlichen Begegnungen so sicher wie möglich ausgestaltet werden. Die Regierung wird am Freitag, 18. Dezember 2020, an einer Medienorientierung über die konkreten Schritte informieren.

Nationaler Schulterschluss

Um eine deutliche Reduktion der Fallzahlen zu erreichen, ist eine breite Unterstützung durch verschiedenste Akteure notwendig. Die Regierung wird daher in den kommenden Tagen Gespräche mit Verbänden und Organisationen führen, mit dem Ziel, einen nationalen Schulterschluss zu erreichen. Alle müssen nun am gleichen Strick ziehen und einen Beitrag zur Reduktion der Fallzahlen leisten.

Ansteckungen über Weihnachten auch
im privaten Bereich verhindern

Die Weihnachts-Feiertage sowie Silvester werden traditionell dazu genutzt, um sich mit der Familie und Freunden zu treffen und gemeinsam zu feiern. Diese Begegnungen sollten in diesem Jahr so ausgestaltet werden, dass Ansteckungen verhindert werden. Bei Treffen in Innenräumen sollte der Mindestabstand von 1.5 Metern zwischen Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, eingehalten werden. Wo dies nicht möglich ist, sollten Gesichtsmasken getragen werden.

Aufgrund der Gefahr einer Ansteckung durch Aerosole sollten die Innenräume zudem oft gelüftet werden. Weiters ist auf Händeschütteln oder anderen Körperkontakt zu verzichten und die Hände sollen regelmässig gewaschen oder desinfiziert werden. Personen mit Symptomen sollen zuhause bleiben, die Testhotline unter

+423 235 45 32 anrufen

und sich testen lassen. Es ist möglich, Ansteckungen wirksam zu verhindern. Ob dies gelingt, hängt vom Verhalten jeder und jedes Einzelnen ab. Die Regierung ist überzeugt, dass alle ihre Lieben schützen und sie keiner Gefahr aussetzen wollen.

Impfung wohl in Bälde möglich

Anfang 2021 sollten die ersten Impfungen zur Verfügung stehen und die entsprechenden Zulassungsverfahren abgeschlossen sein. Damit können in einem ersten Schritt diejenigen Personen, für welche das Coronavirus eine besondere Gefahr darstellt – also ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen – sowie das Personal in der Alterspflege und im Gesundheitsbereich geimpft werden.

Parallel wird ein Impfzentrum in der Spoerry-Halle in Vaduz aufgebaut, in welchem sich alle Einwohnerinnen und Einwohner impfen lassen können. Die Impfung ist für alle Personen freiwillig. Eine breite Impfbereitschaft erlaubt eine Rückkehr zur Normalität.

Darauf hoffen alle und diese Aussicht macht das Durchhalten über die nächsten Wochen und die Disziplin, die besonders über die Feiertage eine grosse Herausforderung darstellt, erträglicher.