Rheinübergang Vaduz-Sevelen: Verkehrsversuch Spurbewirtschaftung

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Mit der Optimierung der Rheinübergänge, welche auch Bestandteil des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein sind, soll die Kapazität der grenzquerenden Verkehrsachsen erhöht werden. Foto: Michael Zanghellini

Vaduz (ots) – Das Leitprojekt 6 des Mobilitätskonzepts 2030 umfasst die Optimierung des Rheinübergangs Vaduz-Sevelen. Mit der Optimierung der Rheinübergänge, welche auch Bestandteil des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein sind, soll die Kapazität der grenzquerenden Verkehrsachsen erhöht werden.

Die dreispurige Rheinbrücke Vaduz-Sevelen wird zurzeit mit zwei Fahrbahnen in Richtung Liechtenstein und einer Spur in Richtung Schweiz betrieben. Für den Verkehrsabfluss während den Spitzenstunden am Abend in Richtung Autobahn und Sevelen steht demzufolge nur eine Spur zur Verfügung, was beim Feierabendverkehr zum Teil zu erheblichem Rückstau führt. Gleichzeitig sind die beiden Fahrbahnen von der Schweiz in Richtung Liechtenstein in dieser Zeit nicht ausgelastet.

Mit dem Ansatz, die Mittelspur je nach Tageszeit entsprechend dem Verkehrsaufkommen individuell in unterschiedlicher Fahrtrichtung zu nutzen, soll die aktuelle Situation entschärft werden.

Die heutige, dreispurige Rheinbrücke ist jedoch nur ein Teil des Rheinübergangs Vaduz- Sevelen. Mit insgesamt fünf Verkehrsknoten auf beiden Seiten des Rheins und unterschiedlichen zeitlichen Belastungen ist das System sehr komplex. Die Strecken für mögliche Spurwechsel sind zudem sehr kurz. Deshalb lässt sich auch in Simulationen nicht genau abschätzen, wie sich die abendliche Nutzung der Mittelspur als Fahrbahn Richtung Autobahn auf das umgebende Strassensystem auswirken wird und ob damit eine merkbare Entlastung erzielt werden kann.

Im Hinblick auf die aktuell laufenden Planungsarbeiten für die Optimierung des Rheinübergangs soll die Wirkung der Spurbewirtschaftung getestet werden. Die Versuche beschränken sich aufgrund des heutigen Verkehrsregimes auf die abendlichen Verkehrsspitzenzeiten.

Im Rahmen des Versuches werden zwei verschiedene Verkehrsregime untersucht werden:

– In der ersten Versuchsanordnung wird die Optimierung für den

Verkehr auf dem Rheindamm von Triesen her getestet werden. Dabei

erhalten Fahrzeuge ab Triesen eine eigene Fahrspur auf der

Rheinbrücke, was die Einfahrt wesentlich erleichtert. Die

Verflechtung mit dem Verkehr aus Vaduz erfolgt nachfolgend auf

der Rheinbrücke.

– Die zweite Versuchsanordnung legt den Fokus auf die Zollstrasse.

Diese wird ab der Einmündung der Wuhrstrasse zweispurig in

Richtung Sevelen geführt.

Die für den Verkehrsversuch notwendigen Verkehrsumleitungen werden mittels Signalisationstafeln sowie mit mobilen Abschrankungen, Signalhüten bzw.Leitkegeln und temporären Bodenmarkierungen erfolgen bzw. gekennzeichnet.

Die Versuche dauern vom 24. August bis zum 2. Oktober 2020 und werden jeweils werktags von Montag bis Freitag während der Abendspitze von 16:30 bis 18:30 Uhr stattfinden. Zu den übrigen Zeiten an Werktagen und an den Wochenenden bleibt das bisherige Verkehrsregime unverändert bestehen.

Im Rahmen der Versuchsanordnungen wird ein Monitoring der Verkehrsfrequenzen und der Rückstaulängen durchgeführt. Dies erfolgt mittels Videoaufzeichnungen und Drohnenaufnahmen. Die Ergebnisse des Monitorings werden sodann mit dem heutigen Zustand (Nullmessung) verglichen und entsprechend ausgewertet.

 

Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch und Marco Caminada, Leiter Tiefbau, Amt für Bau und Infrastruktur stellten das Leitprojekt 6 des Mobilitätskonzepts 2030 vor. Es umfasst die Optimierung des Rheinübergangs Vaduz-Sevelen.