Leserbrief von Erich Hasler, Komitee S-Bahn NEIN  

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Der Abg. Erich Hasler, Mitglied des Komitees S-Bahn NEIN

Faktencheck S-Bahn zu Aussagen im Vaterland vom 13.August 2020

 

Zum Faktencheck von Patrik Schädler (VL 13.08.2020).

  1. Am Projekt werde schon lange gearbeitet und es sei spruchreif:

Diese Aussage, dass das Projekt von allen unterstützt wird, sagt nichts über die Qualität des Projekts aus. An die S-Bahn-Befürworter: Anstatt Moralpredigten und emotionalen Argumenten: Wo sind die handfesten Fakten über Kosten und Nutzen für das Land und die Bewohner, die an der S-Bahn wohnen?

  1. Die S-Bahn sei Teil des Mobilitätskonzepts:

Es wird nicht über das Mobilitätskonzept abgestimmt, sondern über die S-Bahn. „Laut Mobilitätskonzept sollen in den nächsten 10 Jahren 10 Leitprojekte realistisch umgesetzt werden, darunter auch Strassen!“ Es ist nicht einzusehen, warum diese Projekte bei einem Nein blockiert werden, sind sie doch schon konkret geplant. Hier widersprechen sich die Befürworter ja selbst. Ein Ausbau der Strassen kann ohne S-Bahn erfolgen und wird mehr zur Entlastung beitragen als die S-Bahn selbst.

  1. In Vorarlberg und in St. Gallen werde sehr viel in den S-Bahn Ausbau investiert:

Die Lücke Liechtenstein ist heute schon geschlossen. Mit optimierten Anschlüssen in Buchs und Feldkirch und, den bestehenden Fahrplan in den Stosszeiten etwas verbessert, könnte der Personaltransport (Pendler) bereits heute schon bewerkstelligt werden. Wenn von Schmarotzern gesprochen wird, so müssen sich die Befürworter (Politiker und andere führende Köpfe) doch fragen, warum Liechtenstein sich nie an den für uns wertvollen Projekten unserer Nachbarn beteiligt hat.

  1. Investitionen in das Notwendigste:

Es wäre schon seit 15 Jahren die Aufgabe der ÖBB gewesen, ihre Infrastruktur auf liechtensteinischem Boden auf zeitgemässen Stand zu bringen, wie in Vorarlberg. Gemäss Regierung müssen die längst fälligen Massnahmen (Lärmschutz etc.) auch bei einem S-Bahn NEIN umgesetzt werden.

  1. Mehr Pendler als heute:

Warum ist das bereits heute bestehende Angebot in den relevanten Morgen- und Abendstunden nicht attraktiv genug? Mehr Züge von 09:00 bis 16:00 werden vor allem Leerfahrten sein. Wer wird diese Verbindungen nutzen, wenn bereits die heutigen 18 Zugsverbindungen in den Stosszeiten viel zu wenig genutzt werden. Es ist völlig weltfremd damit zu spekulieren, dass mit 48 Zugsverbindungen ein Vielfaches an Pendlern umsteigen wird. Mehr als ein Halbstundentakt in den Stosszeiten wird es auch mit 48 Zügen nicht geben. Welche Firmen garantieren, dass sie die prognostizierte Anzahl an Grenzgängern auf die S-Bahn bringen? Ohne Zusage – Null-Garantie.

Dass wir von den Grenzgängern profitieren und sie für unsere Wirtschaft unentbehrlich sind, haben wir nie in Frage gestellt. Hingegen stellen wir das vorliegende S-Bahn Projekt in Frage.

Dass unsere Industriekapitäne so viel Geld in diese Kampagne stecken, spricht Bände. Selbst würden sie so ein Projekt auf dieser Faktenlage und mit einem Eigenfinanzierungsgrad von gegen null nie umsetzen! Weitere Details siehe www.sbahn-nein.com. Komitee S-Bahn NEIN