Luxus-Projekt S-Bahn

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Ein Statement des Abg. Erich Hasler vom Initiativ-Komitee S-Bahn Nein 

Die S-Bahn ist ein Luxus-Projekt, erstens, weil die liechtensteinische Bevölkerung die S-Bahn im Inlandverkehr nicht benutzen wird und diese daher nicht braucht, und zweitens, weil der Eigenfinanzierungsgrad der S-Bahn praktisch null ist.  

Die österreichischen Pendler können diese nämlich mit ihrer «Maximo-Card» bis Buchs gratis mitbenützen. Die paar Pendler aus der Schweiz, die etwas für die Benützung der S-Bahn bezahlen müssen, machen den Braten nicht fett. Anstatt eines LIEmobil-Abos kaufen diese dann gescheiter für ein paar Franken mehr eine Vorarlberger «Maximo-Card» (Kosten EUR 385) und können dann gleich auch noch gratis zum Schifahren an den Arlberg fahren. Personen mit einem LIEmobil-Abo können die S-Bahn zwar bis Feldkirch und Buchs ebenfalls mitbenützen, aber wie viele Personen werden das wirklich machen? Weder von der Regierung noch den S-Bahn Befürwortern wurde das Wort «Eigenfinanzierungsgrad» je in den Mund genommen. 

Die prognostizierten Fahrgastzahlen sind Hirngespinste
Heute haben wir 18 Zugsverbindungen in den relevanten Morgen- und Abendstunden, d.h. zu Zeiten, an denen die Leute zur Arbeit gehen. Gemäss VCL benützten im Jahr 2018 werktags durchschnittlich nur 64 Morgenpendler die S-Bahn von Buchs her. Die Regierung behauptet nun, dass die Fahrgastzahlen bis ins Jahr 2025 auf 5’000 ansteigen, d.h. um 800 % zunehmen werden. Wer so etwas glaubt, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Da soll die Regierung mal erklären, wie mehr Zugverbindungen zu Randzeiten, wo weniger los ist, diese Steigerungen bewirken sollen. 

S-Bahn – das Pferd am Schwanz aufgezäumt
Mit dem Ausbau der S-Bahn werden die Staus auf den Strassen zunehmen, denn mehr Schrankenschliessungen bedeuten mehr Staus. Mehr Stau bedeutet Schaden für die Volkswirtschaft und die Umwelt. Zuerst muss das Verkehrsproblem Schaan gelöst sein, erst dann kann über die Erhöhung der Taktfrequenz für S-Bahnzüge gesprochen werden. Die Lösung des Verkehrsproblems in Schaan wird voraussichtlich doppelt so teuer wie der S-Bahn Ausbau. Es ist daher wichtig, dass die Bevölkerung bereits jetzt über die gesamten Kosten des S-Bahn-Projekts aufgeklärt wird. 


S-Bahn – Ausverkauf der Heimat
Hat Liechtenstein es nötig, Boden an eine ausländische Firma, die ÖBB, zu verkaufen und anschliessend für den Bau der Haltestellen diesen von der ÖBB im Baurecht zu übernehmen? Nein, es hätte auch andersrum aufgegleist werden können. Die ÖBB kann für ihre Infrastruktur den Boden im Baurecht von Liechtenstein übernehmen. Gegenüber der Bevölkerung wurde bisher auch verschwiegen, dass die ÖBB in Zukunft die sog. Nordschleife Schaan favorisiert. Im Landesrichtplan für den Bahn-Fernverkehr ist diese Linie bereits eingezeichnet (Realisierungshorizont: 2035). Sie soll nördlich der HILTI AG quer übers Schaaner Riet in Richtung Schweiz verlaufen und dort in die Strecke Haag-Buchs einmünden. Damit kann ein Umspannen der Züge im Bahnhof Buchs vermieden werden.

«S-Bahn-Projekt» nicht zu Ende gedacht
Für das zukünftige Mobilitäts-Konzept liegen keine ausgereiften Pläne bezüglich Machbarkeit und Kosten vor. Der neuralgische Punkt, die Lösung des Verkehrsproblems Schaan, wurde bereits ausgeklammert. Dazu kommt, dass von der ÖBB längerfristig eine Bahn-Nordschleife favorisiert wird. Der zweite neuralgische Punkt ist Nendeln. Für die Unterführung in Nendeln muss die heute ebene Feldkircherstrasse auf einer Länge von 250m um bis zu 4 m abgesenkt werden. Auch hierzu gibt es mehr Fragen als Antworten (Zufahrten zu den Liegenschaften im Bereich der Kreuzung, Zufahrt für die LKW’s ins Industriegebiet Nendeln, massiver Eingriff in die Landschaft). 

Die StimmbürgerInnen müssen sich gut überlegen, ob sie einem Projekt zustimmen können, welches in vielen Punkten nicht zu Ende gedacht ist und wesentliche Details offenlässt.