Leserbrief von Sigmund Elkuch, Vaduz

405

Fensterplatz

Ich war entsetzt über ein Interview im grünen Gras, welches ein Sprecher unserer Gemeindevorsteher im 1 FL TV über die S-Bahn begeben hat.

Der hat herausgelassen und zugegeben, dass dies jetzt noch keine funktionierende S-Bahn sei. Sie fährt ja auch erst seit 20 Jahren in den Hauptzeiten. Glauben denn die von uns gewählten Organe wirklich, dass, wenn bei Annahme der S-Bahn Abstimmung, dann 30 bis 58 Züge mehr fahren, das in den Griff zu bekommen wäre?

Zudem hat der Vorstehersprecher gemeint, dass zu den 13 Minuten, wo jetzt die Bahnschranken geschlossen sind, mit diesen doch erheblichen 30 Fahrten um nur eine Minute länger geschlossen bleiben solle. Ja haben alle diese Gemeindevertreter in der Schule einen Fensterplatz gehabt?

Zudem wird behauptet, wenn die Abstimmung angenommen wird, erheblich weniger Güterzüge durch unser Land gefahren werden. Warum will die ÖBB denn die, für die Bahn scharfe Kurve in Schaanwald mit hohen Kosten unsererseits begradigen. Sicher nicht, um dann mit weniger Lastzügen zu kommen.

Mit solchen widerlegbaren, eindeutig falschen Argumenten versuchen unsere Gemeindevertreter ihre Wähler zu manipulieren. Gebetsmühlenartig werden solche Unwahrheiten heruntergeleiert. Nicht zu fassen. Überdenken Sie mal gründlich.

Es ist zu überlegen, ob gegen unsere Regierung nicht ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden sollte, wegen sinnlosem Verschleudern von Steuergeldern. Bei Annahme der Pendlerbahn kommen nämlich noch erhebliche Mehrkosten in Zigmillionenhöhe für die Unter- und/oder Überführungen der 6 niveaugleichen Bahnübergänge in Schaan dazu, deren Ausführung fast nicht möglich ist und für die Anwohner dieser Strecken grosse Nachteile und Unannehmlichkeiten bringt.

Dieses Problem kann nicht bewohnerfreundlich gelöst werden. Ausser bei Nordeinfahrung der Bahn in Buchs und Aufhebung der Haltestelle Schaan/Vaduz. Es wäre jetzt für die Gemeinde Schaan die beste, eleganteste und sicherste Lösung. Das kommt nach beschlossenem Plan der ÖBB später ohnehin.