Jugendherberge Schaan-Vaduz nimmt Gestalt an

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Foto: So sah die Jugendherberge Schaan-Vaduz vor dem Umbau aus. Ab Ostern 2021 erstrahlt sie in neuem Glanz.

Vor 50 Jahren kam die Idee zum Bau einer Jugendherberge in Liechtenstein erstmals auf. 1977 stand das Gebäude an der Grenze zwischen Schaan und Vaduz. Weitere rund vier Jahrzehnte später wurde ein Neubau unausweichlich. Am 1. April 2021 empfängt das neue Wirtepaar die ersten Gäste und die Vorfreude ist bei allen Beteiligten gross.

Der Nachlass eines vermögenden Mitbürgers und die Idee des Fürstlichen Rats und Nachlassverwalters Josef Büchel brachten dein Stein 1970 ins Rollen: In Liechtenstein sollte eine Jugendherberge entstehen. «Das war ein sehr kluger Entscheid, wie sich in Lauf der Jahre herausgestellt hat. Die Jugendherberge brachte einen Gewinn für die Trägergemeinden Schaan und Vaduz, aber auch für das ganze Land. Selbst wenn die Regierung sich aus Gründen des Sparens in den 70er-Jahren nicht an den kosten beteiligen wollte», sagte Gemeindevorsteher Daniel Hilti am Richtfest am 19. August. Auch der Standort habe sich als kluge Entscheidung herausgestellt. «Er ist heute noch top – vom öffentlichen Verkehr gut erschlossen mit dem Schwimmbad Mühleholz in unmittelbarer Nähe und einer wunderschönen Landschaft vor der Tür.»

«Ein Glanzpunkt für weitere Jahrzehnte»

Da sich auch die Belegung und damit die Akzeptanz als sehr gut herausgestellt hat – zwischen 1977 und dem Abbruch des alten Gebäudes im Jahr 2019 übernachteten etwas 300’000 Gäste in der Jugendherberge – fiel der Entscheid für einen Neubau relativ rasch, nachdem sich das die Immobilie als nicht mehr zeitgemäss und sanierungsbedürftig herausgestellt hatte. Selbst wenn die beiden Trägergemeinden die Kosten wiederum ohne Beteiligung des Landes übernehmen mussten.

«Nun entsteht ein Gebäude, das für die Gemeinden Schaan und Vaduz, aber auch für das ganze Land für weitere Jahrzehnte einen Glanzpunkt setzen wird», sagt Daniel Hilti und bedankte sich bei den beteiligten Handwerkern herzlich für ihren bisher geleisteten Einsatz.

Zwei Millionen Franken Wertschöpfung jährlich

René Dobler, der stellvertretende Geschäftsführer der Schweizer Jugendherbergen, welche auch den Betrieb der Jugendherberge Schaan-Vaduz sicherstellen, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das neue Gebäude bereits deutliche Gestalt angenommen hat. «Der Standort Schaan-Vaduz ist in unserem Netzwerk von grosser Bedeutung. Liechtenstein und die Region haben landschaftlich und kulturell viel zu bieten, und wir möchten diese Jugendherberge über unsere nationalen und internationalen Verbindungen noch bekannter machen.» Dobler rechnet mit 10’000 bis 11’000 Übernachtungen pro Jahr und einer Wertschöpfung für den Standort von zwei Millionen Franken. Dafür stehen 116 Betten zur Verfügung und als Gastgeber konnte ein gastronomisch bestens ausgebildetes und im Betrieb von Jugendherbergen erfahrenes Wirtepaar gewonnen werden.

Neuer Komfort und Umweltfreundlichkeit

Architekt Martin Erhard verwies auf die gestiegenen Ansprüche an den Komfort einer Jugendherberge, welche beim Neubau umgesetzt werden. «Wir haben mit Unterstützung der Schweizer Jugendherbergen viele Details berücksichtigt, damit betrieblich alles optimal funktioniert und der Standard erfüllt ist.» Dazu gehören auch die Aufenthaltsräume, die Bibliothek, das Spielzimmer für die kleinen Gäste und die grosse Terrasse sowie die Verpflegungsräumlichkeiten mit grosser Fensterfront und optimaler Aussicht auf die unverbaubare Landschaft. Einen weiteren Beitrag leistet die Minergie-P-Bauweise des Gebäudes mit Grundwasserwärmepumpe, Komfortlüftung und Photovoltaikanlage.