Leserbrief von Herbert Elkuch, Komitee S-Bahn NEIN

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Im Bild ist die Karte mit den hochrangigen Fernverkehrslinien (rote Linien) aus dem öffentlichen ÖBB-Papier «Zielnetz 2025+». In Richtung Zürich und in weitere Länder im Westen ist nur eine einzige Linie eingezeichnet und die führt durch unser Land. In den oberen Etagen unserer Regierung und der ÖBB ist angedacht, den kompletten Ost-West Fernverkehr, samt Gefahrenguttransport, durch Liechtenstein zu führen.

S-Bahn: NEIN zu nächtlichen
Krawallzügen der ÖBB

Hin und her wie es die Befürworter gerade brauchen. Im Mai schrieb der Befürworter-Verein VCL in der Liezeit: «Entgegen falschen Behauptungen werden bei der Realisierung der S-Bahn Liechtenstein deutlich weniger Güterzüge durch unser Land rollen, als ohne Doppelspurausbau zwischen Tisis und Nendeln.»

Am 28.7.2020 schreibt das Vaterland, bei einem Ja zur S-Bahn werden statt 17 Güterzüge 28 Güterzüge fahren. Diese Mitteilung hat vermutlich die Befürworter auf die Palme gebracht. Für die ÖBB ist der Bahnausbau in jedem Fall ein Vorteil. Nun mahnt der Pressesprecher der ÖBB, bei einer Ablehnung werden wir euch 41 Güterzüge schicken. Das passt zum Papier der ÖBB «Zielnetz 2025+»: «Zielsetzung im Güterverkehr ist ein nennenswertes Wachstum des Schienenverkehrs.»

Mit dem Doppelspurausbau und der angedachten Nordumfahrung von Schaan wird die Kapazität für Güterzüge deutlich erhöht. Es ist ja ein Witz, dass mit Doppelspurausbau weniger Güterzüge fahren können, zumindest in der Nacht die S-Bahn nicht verkehrt.

Was sagt die Regierung (Vaterland online 4.5.2020): «Die Anzahl der lärmintensiven Züge wird sich tagsüber nicht erhöhen, da es keine freien Schienen gibt – ausserhalb dieser Zeiten, auch bei Nacht, gibt es bereits jetzt genügend Kapazitäten für Güterzüge.»

Der ÖBB wird freien Lauf gelassen, auch mitten in der Nacht. In den Verhandlungen wurden keine Grenzen gesetzt. Unseren Transportunternehmen wurde in den Morgen- und Abendstunden in Schaanwald ein Fahrverbot wegen Lärmbelästigung aufgebrummt. Kommt ein ausländisches Transportunternehmen namens ÖBB mit Krawallgerätschaft, das zudem hier keine nennenswerten Steuern, LSVA, Mehrwertsteuer, Treibstoffsteuer usw. bezahlt, dann wird Tür und Tor geöffnet, die ganze Nacht hindurch. Zu solchem Wirrwarr und der Bevorteilung ausländischer Transportunternehmer kann nur NEIN angekreuzt werden.

NEIN zum Ausverkauf der Heimat.