Nachhaltige Bauten in den Alpen für Architekturpreis nominiert

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Das im Jahr 2015 erbaute Mehrfamilienhaus in Triesen.

Das Fürstentum Liechtenstein und die Schweiz führen 2020 zum fünften Mal den internationalen Architekturwettbewerb «Constructive Alps» durch.

An ihrer ersten Sitzung hat die international besetzte Jury aus über 300 Einreichungen 28 Projekte nominiert, die klimabewusstes Sanieren und Bauen in den Alpen beispielhaft umsetzen. Mit dabei ist auch ein Projekt aus Planken.

Mit dem internationalen Architekturpreis tragen die in der Alpenkonvention verbundenen Alpenländer (Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien, Schweiz, Italien, Monaco und Liechtenstein) dazu bei, ihre klimapolitischen Ziele umzusetzen. Liechtenstein hat den Preis im Jahr 2009 an der Alpenkonferenz initiiert. Umweltministerin Dominique Hasler freut sich, dass der Preis auch nach zehn Jahren keinesfalls an Relevanz verloren hat. „Der Strauss an guten Projekten bestätigt, dass der Alpenraum eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Sanieren und Bauen einnimmt“, so Hasler.

Die achtköpfige Jury hat in vier Videokonferenzen während dreier Tage aus 328 Bauten 28 Gebäude in die engere Auswahl aufgenommen. Dabei unterstützte Robert Mair von der Universität Liechtenstein die Jury bei der qualitativen Prüfung der Objekte. Nebst Wohnhäusern und Gewerbebauten befinden sich in der Auswahl auch Berggasthäuser, eine Kapelle, Kindergärten und kulturelle Zentren – zwölf Sanierungen und Ersatzneubauten sowie sechzehn neue Gebäude. Zufrieden äussert sich Jurypräsident Köbi Gantenbein: «Die Jury hat grosse Freude an den 28 Perlen der Architektur, die ökonomische und soziale Zuversicht für den ländlichen Raum in den Alpen in eigensinnige und klimavernünftige Architektur übersetzen.»

Auch ein Projekt aus Liechtenstein hat es in die engere Auswahl geschafft. Es ist das Schuhmacher-Nägele-Haus im Dorfkern von Planken. Die Sanierung des im Jahre 1726 errichteten denkmalgeschützten Bauernhauses wurde von der Gemeinde Planken in Auftrag gegeben und 2019 fertiggestellt. Die Jury wird nun die ausgewählten 28 Gebäude vertieft betrachten und mit den Bauherrschaften, Architekturbüros sowie den Nutzerinnen und Nutzern Kontakt aufnehmen. Relevant für das Juryurteil ist nicht nur die Klimafreundlichkeit der Bauten, gemessen in Energiekennzahlen und grauer Energie für den Bau, sondern auch deren Beitrag für ein zukunftsgerichtetes Leben und Wirtschaften in den Alpen.

Am 6. November wird im Alpinen Museum Bern das Preisgeld von 50 000 Euro an drei Preisträger verliehen sowie der Katalog und die Ausstellung eingeweiht. Letztere wird anschliessend wie gewohnt als Wanderausstellung zum nachhaltigen Bauen in den Alpen von Ljubljana bis Nizza unterwegs sein.