Nach erfolgreicher Konsolidierung gestärkt in die Zukunft

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Die Verantwortlichen der Liechtensteinischen Rundfunk AöR (LRF), der Betreiberin des Landessenders «Radio Liechtenstein», konnten im vergangenen Jahr den notwendig gewordenen Konsolidierungsprozess abschliessen. Neben Fortschritten bei den finanziellen Aspekten stellt die neue Infrastruktur einen Meilenstein in der Geschichte des Landessenders dar. Damit kann mit dem Abschluss des Geschäftsjahres 2019 zuversichtlich auf die kommenden Jahre geblickt werden, wobei die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise noch nicht abgeschätzt werden können.

Im vergangenen Jahr wurden wichtige Weichen für die finanzielle Stabilität des Landessenders gestellt. Die in diesem Zusammenhang notwendigen Korrekturen hatten zur Folge, dass das Ergebnis 2019 negativ ausfiel. Gleichzeitig konnten damit sämtliche noch offenen Punkte erledigt werden, sodass die neuen Verantwortlichen nun von einer stabilen Basis aus an der weiteren Zukunft des Landessenders arbeiten können.

 

Finanzergebnis 2019 geprägt von Sondereffekten
Konkret verzeichnet der LRF einen Jahresverlust von TCHF 278. Wird dieser um verschiedene Sonderfaktoren bereinigt, ergibt sich ein beinahe ausgeglichenes Ergebnis. Die Sonderfaktoren sind eine Folge der Aufarbeitung der Vergangenheit. Dabei fallen insbesondere zwei Faktoren ins Gewicht: Zum einen wurden im Rahmen der Investitionen in die technische Infrastruktur und des Umzugs in die neuen Räumlichkeiten die bislang vorhandenen Sachanlagen einer eingehenden Neubewertung unterzogen. Dabei wurde ein Sonderabschreibungsbedarf von TCHF 193 ermittelt. Dieser Abschreibungsbedarf und der damit resultierende Buchverlust wurden dem Landtag bereits im Investitionsantrag vom Herbst 2018 angekündigt, wobei die Höhe noch nicht feststand. Zum anderen mussten neue bzw. nachzuholende Abgrenzungen in Höhe von TCHF 66 vorgenommen werden, damit Umsätze und Aufwände in der richtigen Periode aufscheinen. Diese Abgrenzungen wurden in den Vorjahren nicht konsequent gebucht, weshalb ein einmaliger negativer Effekt in dieser Höhe resultiert. Der Einfluss der ausserordentlichen Aufwände auf das Geschäftsergebnis kann der folgenden Abbildung entnommen werden. Die sonstigen Korrekturen beinhalten Wertberichtigungen auf Forderungen und die Bereinigung von Fehlern aus Vorjahren.

Abgesehen von den Sondereffekten konnte der Aufwand im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert werden. So betrug der Personalaufwand TCHF 2’192 (–TCHF 49 ggü. Vorjahr) und der Sachaufwand TCHF 1’183 (–TCHF 71 ggü. Vorjahr). Durch die nun erfolgte Korrektur des Anlagevermögens werden die künftigen Abschreibungen zudem deutlich tiefer ausfallen.

 

Stabilisierung der regionalen Erträge
Einnahmenseitig konnten die Erträge aus der selbst verkauften Werbung stabil gehalten werden, während das von Dritten abhängige Vermittlergeschäft für die Schweiz rückläufig war. Trotz der stabilen Situation im Selbstverkauf ging der Werbeertrag damit um TCHF 62 auf insgesamt TCHF 1’030 (2018: TCHF 1’092) zurück. Bereinigt um die Umsatzabgrenzungen wurde gar eine leichte Steigerung erzielt. Das Jahr 2020 startete bis Ende Februar über den Ergebnissen der letzten drei Jahre, wurde aber aufgrund der aktuellen Corona-Situation stark abgebremst. Wie sich diese Situation auf die Einnahmen im laufenden Jahr auswirkt, kann derzeit nicht final abgeschätzt werden.

Aufgrund des Verlustes im Jahr 2019 ist das hälftige Anstaltskapital nicht mehr gedeckt, weshalb Sanierungsmassnahmen eingeleitet und umgesetzt wurden. Mit den umfangreichen Bereinigungen in der Jahresrechnung und der erfolgten Stabilisierung der Erträge wurden die notwendigen Massnahmen ergriffen. Im Rahmen der Mehrjahresplanung wird davon ausgegangen, dass das Anstaltskapital innerhalb von zwei Jahren wieder gedeckt ist.

 

Offene Stellen nachbesetzt
Das vergangene Geschäftsjahr wurde auch durch personelle Veränderungen geprägt. Diese konnten dank dem grossen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne spürbare Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb bewältigt werden.

Der Verwaltungsrat nutzte die Situation zudem, um die Führungsstruktur zu überprüfen und anzupassen. Neu wird die Programmleitung in die beiden Bereiche Information und Unterhaltung aufgeteilt. Damit kann noch besser als bisher auf die Bedürfnisse der Hörerinnen und Hörer eingegangen werden. Diese neue Struktur tritt in den kommenden Wochen in Kraft, die entsprechenden Personalentscheide werden rechtzeitig kommuniziert. Erfreulich war die hohe Anzahl an qualitativ guten Bewerbungen auf die offenen Stellen. So konnten sämtliche entstandenen Vakanzen rasch geschlossen werden.

 

Das neue Haupt-Sendestudio in Schaan

Stabilität der Infrastruktur
Neben den personellen und finanziellen Herausforderungen prägte ein weiteres wichtiges Ereignis das Jahr 2019: der Umzug in die neuen Räumlichkeiten, verbunden mit der Erneuerung der veralteten technischen Infrastruktur. Nachdem der Sender viele Jahre in der Spörry-Fabrik in Triesen beheimatet war, sendet er seit Anfang 2020 aus den Studios in Schaan. Die störanfällige Technik wurde durch eine zeitgemässe Infrastruktur ersetzt, die effizientere Arbeitsabläufe ermöglicht und die Sendesicherheit signifikant erhöht. Damit kann sich der LRF in den kommenden Jahren weiterentwickeln und seine Position als einziger regionenübergreifender Sender mit Fokus Liechtenstein festigen.

 

Erfüllung des gesetzlichen Informationsauftrags auch in schwierigen Zeiten
Die neue Infrastruktur wurde notwendig, um den gesetzlichen Versorgungsauftrag in Krisen- und Katastrophenfällen weiterhin gewährleisten zu können. Dazu müssen beispielsweise kritische Infrastrukturen wie Sendeanlagen, Stromversorgung oder Internetanbindung redundant betrieben werden, um bei einem Katastrophenfall die Bevölkerung mit Informationen versorgen zu können. Die getätigte Investition in die Studios bewährt sich in der aktuellen Corona-Situation. Durch die neuen technischen Möglichkeiten kann Radio Liechtenstein seinen Betrieb mit wenig Personal vor Ort aufrecht halten und zusammen mit den anderen Medien seine Aufgabe als neutraler und verlässlicher Informationskanal jederzeit wahrnehmen.

«gut für herausfordernden Zeiten gerüstet»

Ein vorsichtiger, aber positiver Blick in die Zukunft
Aufgrund der aktuellen Situation ist eine Abschätzung des Geschäftsverlaufs des laufenden Jahres schwierig. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind dennoch überzeugt, dass Radio Liechtenstein mit der abgeschlossenen Konsolidierung und den daraus ergriffenen Massnahmen gut für diese herausfordernden Zeiten gerüstet ist.