LGV: Preisgerechte Versorgungssicherheit und Umweltschutz

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LGV-Präsident Peter Gerner (l.) und LGV-Geschäftsleiters Michael Baumgärtner können auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 mit einem Gewinn von 2,5 Mio. Franken – fast 1 Mio. für den Staat

 

Die Liechtensteinische Gasversorgung (LGV) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. Sie versorgte rund 5’000 private und gewerbliche Kunden mit Erd- und/oder Biogas und setzte die Strategie des Ausbaus des zweiten Geschäftsfelds Wärmeversorgung /Erneuerbare Energien konsequent fort. Dabei ist sich die LGV ihrer ökologischen Verantwortung bewusst und wirkt bei der Gestaltung der künftigen Energielandschaft Liechtensteins tatkräftig mit.

Der Gewinn der LGV betrug im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Franken. Die Gewinnausschüttung an das Land Liechtenstein als Eigentümer der LGV beläuft sich auf rund 760’000 Franken, die Steueraufwendung auf knapp 220’000 Franken. Der Absatz von Erdgas / Biogas stieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1 Prozent auf 279,1 Millionen Kilowattstunden. Um 7 Prozent oder 400’000 Kilowattstunden gesteigert werden konnte der Absatz von Biogas. Er betrug 6,4 Millionen Kilowattstunden. Dadurch konnten 1’267 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die LGV sieht in der Energievision 2050 und der Energiestrategie 2030 der Regierung wegweisende Leitplanken, die von ihr mitgetragen werden. Dementsprechend hat das Unternehmen auch im Jahr 2019 den Investitionsschwerpunkt auf das Geschäftsfeld Wärmeversorgung / Erneuerbare Energien gesetzt. Gerade die Wärmeversorgung bietet künftig grosses Wachstumspotenzial, wobei vor allem die Nutzung der aus regionalem Abfall in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs erzeugten Abwärme von grosser Bedeutung sein wird. Auch der Einsatz von in der ARA Bendern produziertem Biogas verspricht grosses Potenzial für die Zukunft.

Allgemeine und strategische Überlegungen

Die Gasversorgung ist in der Klimaproblematik ein wichtiger Teil der Lösung. Erdgas / Biogas ist ein günstiger, sauberer und sicherer Energieträger für Heizung, Brauchwarmwasser und industrielle Prozesse. Damit dies so bleibt, setzt sich die LGV dafür ein, Erdgas systematisch zu ökologisieren. Immer grössere Mengen an Biogasen und synthetischen Gasen, erzeugt aus erneuerbaren Energien, werden ins Netz eingespeist. Angesichts der fortschreitenden Abschaltung von Kohle- und Kernkraftwerken in Europa verringert sich die Menge an planbarer elektrischer Bandenergie. Für eine energieeffiziente und umweltfreundliche Stromerzeugung wird Gas ebenfalls eine essenzielle Rolle spielen.

Erdgas- und Biogasmarkt Liechtenstein

Erdgas / Biogas ist ein wichtiger Energieträger in Liechtenstein und steht mit einem Anteil von 21 Prozent nach der Elektrizität an zweiter Stelle des liechtensteinischen Gesamtenergie-Verbrauchs.

Dank der sauberen Verbrennung vermindert Erdgas massiv den Ausstoss von Luftschadstoffen wie Stickoxide oder Schwefel und gibt deutlich weniger Feinstaub in die Luft ab als eine Ölheizung. Der Einsatz von Erdgas reduziert den CO2-Ausstoss im Vergleich zu Heizöl um rund 25 Prozent. Durch die Beimischung von Biogas oder anderen erneuerbaren Gasen werden die CO2-Emissionen noch deutlicher verringert.

Entwicklungen auf dem Gasmarkt

Da Erdgas / Biogas hauptsächlich im Bereich der Wärmeerzeugung Anwendung findet, wird der jährliche Absatz stark von der Witterung beeinflusst. Das Berichtsjahr 2019 war nach 2018 das zweitwärmste seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen von mehr als 130 Jahren. Folglich steigerte sich der Gasverbrauch gegenüber 2018 auch nur leicht und ist langfristig gesehen rückläufig.

Für diese Tendenz sprechen auch die vergleichsweise warmen ersten drei Monate des Jahres 2020, in der sich der Gasverbrauch um rund 9 Prozent zum Vergleichszeitraum verringert hat. Für die kommenden Jahre rechnet die LGV mit einem Erdgas- / Biogasverbrauch in Liechtenstein in der Bandbreite von 250 bis 280 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Die LGV beobachtet die Märkte laufend, um für ihre Kunden attraktive Preiskonditionen zu ermöglichen. Die Beschaffungsstrategie der LGV basiert auf einer flexiblen Beschaffung mit zeit und mengenfixierten Termin- und Spotmarkteinkäufen. Sie hat mittels Terminmarkt-Einkäufen bereits einen hohen Anteil des Jahresbedarfs für 2020 beschafft. Dadurch entsteht eine grosse Preis-Planungssicherheit. Die liechtensteinischen Erdgas-Energiepreise liegen bei den preiswertesten im Vergleich zum Angebot der Schweizer Energieversorger.

Thermische Energie / Wärmemarkt

Infolge von Kundenakquisitionen und dem kontinuierlichen Ausbau der bestehenden Anlagen steigerte sich der Verkauf thermischer Energie um 39 Prozent auf 21 Millionen Kilowattstunden sowie die Anzahl der Wärmekunden um 11 Prozent auf 145. Bei der Konzeption und Realisierung ihrer Projekte setzte die LGV auch im Geschäftsjahr 2019 den Schwerpunkt auf die Ökologisierung bestehender Wärmeversorgungen und die Integration erneuerbarer Energien. Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit mit dem Verein für Abfallentsorgung Buchs (VfA) erneut intensiviert. Mit der Fertigstellung der Wärmeversorgungsleitung ab der Heisswasser-Auskopplungsanlage der Dampfleitung bei der Milchhof AG zur Gewerbe- und Industriezone «Im Rietacker / Im alten Riet» in Schaan konnte nach der Kondensat-Abwärmenutzung in Bendern und der Fernwärmeleitung ab der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs bereits ein drittes gemeinsames Projekt erfolgreich umgesetzt werden. Darüber hinaus konnte die LGV in vier Gemeinden – Eschen, Triesenberg, Triesen und Schaan – eine Reihe von Wärmeversorgungsprojekten, vor allem im Bereich Fernwärme und Hackschnitzelheizung, zum Abschluss bringen oder entscheidend vorantreiben.

Ausblick 2020

Das Geschäftsjahr 2020 steht unter Führung des neuen Geschäftsleiters Michael Baumgärtner, der sein Amt am 1. Januar angetreten hat, weiter im Zeichen des Transformations- Prozesses vom reinen Gasversorger zum Gas- und Wärmedienstleistungsunternehmen. Die Ökologisierung der Gas- und Wärmeversorgung steht dabei nach wie vor im Fokus, wofür wiederum verschiedenste Investitionen in der Höhe von gesamtheitlich 5,9 Millionen Franken geplant sind. 83 Prozent davon werden voraussichtlich direkt in den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung und der erneuerbaren Energien fliessen.

Projekte und Planungen 2020

Die bestehende Wärmeversorgung Bendern Industrie wird in Richtung Norden erweitert – dadurch sollen grössere Unternehmungen entlang der «Schaaner Strasse» mit Wärme versorgt werden können. In Mauren soll in Zusammenhang mit kommunalen Neubauten eine neue Heizzentrale realisiert werden, diese soll in Kombination mit der bestehenden Holzhackschnitzelheizung «Gemeindezentrum» betrieben werden. In der Arbeitszone Schaanwald soll die bestehende Heizzentrale der Gemeinde Mauren übernommen und der Perimeter um das Gewerbegebiet mit Wärme versorgt werden. In Eschen wird evaluiert, ob eine grosse Holzhackschnitzelheizung die Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungszone versorgen kann. Ebenfalls wird geprüft, ob die Fernwärmeversorgung Schaan (ab der KVA Buchs) entlang dem «Rüttileweg» nach Vaduz ,verlängert werden kann, um so verschiedene Gebäude im Gebiet «Mühleholz» mit thermischer Energie zu versorgen.

Die Wärmeversorgung Vaduz Schwefel konnte infolge verschiedener Entwicklungen auch im Jahr 2019 nicht umgesetzt werden, rückt aber im neuen Geschäftsjahr in den Fokus der Betrachtung. Infolge der kommunalen Tiefbausanierung des «Buchenwegs» wurden die Kundenakquisitionen und die Detailabklärungen Anfang 2020 gestartet. Daneben rücken auch andere Vaduzer Gebiete auf den Radar von Analysen und Evaluationen. Ausserdem setzt die LGV weiterhin einen Schwerpunkt auf die Netzverdichtung und Kundenakquisition. Bereits erschlossene Wärmeversorgungsgebiete sollen eine höchstmögliche Anschlussquote aufweisen.

Die LGV setzte und setzt mit ihren Wärmeprojekten einen sehr wichtigen Teil der liechtensteinischen Energiestrategie 2020 um. Dies mit den Schwerpunkten der Reduktion von Treibhausgasen, der Steigerung der Energieeffizienz und der Forcierung erneuerbarer Energien. Vor allem verfolgt die LGV aber natürlich auch weiterhin ihren gesetzlichen Auftrag der versorgungssicheren und preisgerechten Energielieferung für ihre Kunden.

Für die Corona-Krise gewappnet

Das erstmals im Dezember 2019 in China aufgetretene und Ende des Jahres publik gewordene Coronavirus hat das abgeschlossene Geschäftsjahr nicht tangiert. Aufgrund der rasanten Ausbreitung in Europa, insbesondere auch in Liechtensteins Nachbarstaaten und im Land selbst, im Februar und März 2020 hat die LGV jedoch umgehend reagiert. Neben internen Vorkehrungen wie Informationen der Mitarbeitenden, der Sicherstellung von Abstands- und Hygienemassnahmen sowie der Ermöglichung von Homeoffice hat die Geschäftsleitung in Absprache mit dem Verwaltungsratspräsidenten die möglichen Auswirkungen auf den laufenden Betrieb analysiert und die Risiken abgeschätzt. Sollte eine Reihe von Mitarbeitenden ausfallen, müssten Projekte, die nicht sicherheits- oder versorgungsrelevant sind, temporär eingestellt und der Fokus auf das Kerngeschäft beschränkt werden.

Die LGV wäre damit weiterhin in der Lage, die Gas und Wärmeversorgung unterbrechungsfrei aufrechtzuerhalten, allfällige Störungen zu beheben und den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten.

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