Liechtenstein ist auf Coronavirus vorbereitet

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Bild: Regierungsrat Mauro Pedrazzini informiert sich aus erster Hand im Labor Risch. Das Bild zeigt (von links) Matthias Paprotny vom Landesspital, Martin Risch und Nadia Wohlwend vom Labormedizinischen Zentrum Dr. Risch, Regierungsrat  Mauro Pedrazzini, Peter Gstöhl vom Amt für Gesundheit, Stefan Rüdisser von der Ärztekammer sowie Manuel Frick vom Ministerium für Gesellschaft.

Was ist im Verdachtsfall zu tun? 

Vaduz (ots) – Die Verantwortlichen in der Regierung und im Amt für Gesundheit bereiteten sich seit Anfang 2020 intensiv auf eine internationale Ausbreitung des Coronavirus vor. Die Regierung hat einen Stab eingerichtet, der unter dem Vorsitz von Regierungsrat Mauro Pedrazzini die Entwicklungen rund um das Virus beobachtet und allfällige weitere Massnahmen koordiniert.

Bislang liegen keine bestätigten Verdachtsmeldungen aus Liechtenstein vor. Es ist aber möglich, dass auch in Liechtenstein Fälle auftreten könnten. Es ist die Aufgabe des von der Regierung eingesetzten Stabs, sich mit entsprechenden Szenarien zu befassen und Vorkehrungen zu treffen.

Das Coronavirus ist in den meisten Fällen weniger gefährlich als eine Grippe. Dennoch herrscht internationaler Konsens darüber, dass seine Verbreitung möglichst verhindert werden muss. Zur Verhinderung der Ausbreitung werden Proben von Verdachtsfällen (siehe Box „Was ist ein Verdachtsfall?“) labortechnisch analysiert und bei bestätigter Erkrankung werden diese Personen isoliert. Zudem werden Kontaktpersonen ermittelt und unter Quarantäne gestellt. Treten bei Kontaktpersonen Symptome auf, werden auch diese getestet. Tests an Personen ohne Symptome machen keinen Sinn. Personen, welche die Kriterien für einen Verdachtsfall erfüllen, sollen nicht in eine Arztpraxis, sondern das Landesspital kontaktieren (siehe Box „Was ist bei einem Verdachtsfall zu tun?“).

Das Landesspital klärt ab, entnimmt Proben, veranlasst die Labortests und isoliert gegebenenfalls die erkrankten Personen.

Besuch im Labor Risch

Bei diesem Vorgehen spielt die rasche und sichere Verfügbarkeit von Labortests eine wichtige Rolle. Regierungsrat Mauro Pedrazzini begab sich daher am Mittwoch, 26. Februar mit Vertretern des Landesspitals, der Ärztekammer, des Amts für Gesundheit und des Ministeriums zum Labor Risch, das seit Kurzem in der Lage ist, den neu für das Coronavirus entwickelten Labortest durchzuführen. Zusammen mit den Verantwortlichen des Labors wurde das konkrete Vorgehen rund um die neu verfügbaren Möglichkeiten festgelegt.

Generell empfehlen sich zur Verhinderung einer Ausbreitung des Virus die gleichen Hygienemassnahmen wie bei einer Grippe-Welle, wie regelmässiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder einem Händedesinfektionsmittel, Berührung von Mund, Nase und Augen möglichst vermeiden sowie in die Armbeuge niesen und husten oder ein Taschentuch dafür benutzen.

Das Amt für Gesundheit arbeitet eng mit dem Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz zusammen und hat eine Webseite zum Virus eingerichtet, die regelmässig aktualisiert wird. Diese Informations-Seite sowie jene aus der Schweiz sind unter diesen Shortlinks erreichbar:

http://bit.ly/corona-fl

http://bit.ly/corona-ch

 

Factbox

Was ist ein Verdachtsfall?

Mindestens eines der folgenden Kriterien innerhalb der letzten 14 Tage vor

Symptombeginn:

  • Reise oder Aufenthalt in betroffenem Gebiet oder
  • Enger Kontakt zu einem laborbestätigten Fall

UND folgende Symptome:

  • Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege (z.B. Husten, Atemnot)
  • Fieber von mindestens 38°C (Fieber kann auch ausbleiben)

Was ist bei einem Verdachtsfall zu tun?

Bleiben Sie zu Hause. Gehen Sie nicht mehr in die Öffentlichkeit. Kontaktieren Sie umgehend telefonisch das Landesspital. Sagen Sie, dass Sie kürzlich in einem vom neuen Coronavirus betroffenen Gebiet waren und Beschwerden haben.

Telefonnummer Landesspital: +423 235 44 11