Ein Meilenstein für den Liechtensteinischen Rundfunk

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Der Liechtensteinische Rundfunk (LRF) zügelt ins «Zoschg»-Gebäude am Grosskreisel in Schaan. Ab Januar 2020 wird Radio L aus den neuen Studios senden. Für das Unternehmen ist der Umzug eine grosse Chance, aber auch ein Mammutprojekt, das es zu stemmen gilt. Die Erwartungen sind hoch, die Verantwortlichen optimistisch.  

Noch sieht es im Radiostudio und den Redaktionsräumen in Triesen aus wie immer. Keine Umzugskartons, keine Möbelfirma, sondern konzentrierte Redaktoren und Moderatoren, die ihrer journalistischen Tätigkeit nachgehen. Der ganz normale Radioalltag, während im Hintergrund die Grundsteine für das zukünftige Zuhause des staatlichen Senders gelegt werden. Die Arbeiten an und in den neuen Räumlichkeiten in Schaan laufen auf Hochtouren. 

Die Vorbereitungen sind seit vielen Monaten im Gange, damit die Infrastruktur, Technik und Mitarbeitenden für den neuen Standort bereit sind. Ab dem 1. Januar soll aus den neuen Studios gesendet werden können. «Wir freuen uns auf Schaan, aber es ist auch höchste Zeit, denn wir brauchen die technischen Erneuerungen zur Gewährleistung eines stabilen Programms», sagt Thomas Mathis, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Der neue Standort sei aus vielerlei Hinsicht eine Chance, beispielsweise in Bezug auf die Sichtbarkeit des Staatssenders, führt Mathis weiter aus. Für ihn ist klar, dass Kosten-Nutzen bei diesem Standort im Verhältnis stehen. «Ein Radio hat viele Spezialanforderungen, die nur wenige Gebäude in Liechtenstein ansatzweise erfüllen. Daher war die Entscheidung, in einen Neubau zu ziehen, sicherlich richtig.» Im November und Dezember wird die Studiotechnik geliefert und installiert. Ab Mitte Dezember werden die neuen Studios getestet. 

Wir werden uns auch im Jahr 2020 weiterentwickeln.

Andi Batliner, Geschäftsleitung

Programmliche Neuerungen
Nebst den technischen Erneuerungen befindet sich auch das Programm beim staatlichen Sender im Umbruch. «Für uns ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung mit dem Staatssender identifizieren kann. Daher setzen wir verstärkt auf Informationen über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und generell auf Liechtensteiner Themen», fasst Programmleiter Andi Batliner zusammen. Im laufenden Jahr sind dazu einige Änderungen vorgenommen worden. Neue Sendungen wurden eingeführt, andere überarbeitet und optimiert. Batliner hebt Sendungen wie das «Sonntagsgespräch», die Zusammenarbeit mit dem Balzner Wetterexperten Kenny Vogt, die neue Kinder- und Jugendsendung «Young Voice», neue Formate zur Stärkung der einheimischen Musik und neue Online-Angebote hervor. Ab Januar werden auch die Nachrichtensendungen optimiert. «Wir haben schon einige Weichen gestellt, aber wir werden uns auch im Jahr 2020 weiterentwickeln.»

Vertrauen des Landtags zurückzahlen
Der Liechtensteinische Rundfunk hat also ein bewegtes Jahr hinter sich. Verwaltungsratspräsidentin Hildegard Hasler ist stolz auf das Erreichte. «Man spürt, dass einiges geht und das ist nach dem Vertrauensvorschuss, den uns der Landtag gegeben hat, auch nötig.» Die vergangenen zwei Jahre waren für den LRF nicht leicht. Umso glücklicher ist Hasler darüber, dass die Basis für ein zukünftiges Radio, das auf stabilen Beinen steht, gelegt ist. 

Die erste Sendung aus dem neuen Studio in Schaan soll um kurz nach Mitternacht am 1. Januar über den Äther gehen. Mit einer Silvestersendung will Radio L nicht nur in ein neues Jahr, sondern auch in ein neues Vierteljahrhundert starten. Passend zum 25-Jahr-Jubiläum, das Radio L im kommenden Jahr feiert.