Aufruf zu zivilem Ungehorsam in Grossbritannien

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Bereits am Mittwochabend hatten Tausende Demonstranten im Regierungsviertel zeitweise den Verkehr lahmgelegt. Foto: Picture Alliance, FFM

Brexit: Viele Briten wollen sich mit Zwangspause nicht abfinden

 

Ein solches Szenario hat es in Grossbritannien schon lange nicht mehr gegeben. Die Brexit-Gegner wollen sich mit der von Premier Boris Johnson angekündigten Zwangspause für das Parlament nicht einfach so abfinden. Sie haben deshalb zu zivilem Ungehorsam und landesweiten Protesten aufgerufen.

«Wir wollen Boris zum Einlenken zwingen»

Die grösste Demonstration landesweit wird vor dem Regierungssitz in der Downing Street in London erwartet. „Wir sind nicht hier, um Boris freundlich zu bitten, wir wollen ihn zum Einlenken zwingen. Das bedeutet zivilen Ungehorsam und die Bereitschaft, für Behinderungen zu sorgen“, hieß es auf der Webseite der Organisatoren.

Bereits am Mittwochabend hatten Tausende Demonstranten im Regierungsviertel zeitweise den Verkehr lahmgelegt

Die Gegner eines No-Deal-Brexits versuchen nun, gerichtlich gegen die Schließung des Parlaments vorzugehen. In den wenigen verbliebenen Sitzungstagen wollen sie zudem im Schnellverfahren ein Gesetz verabschieden, das der Regierung den Weg zu einem ungeregelten EU-Austritt versperrt. Notfalls wollen sie die Sitzungen bis spät in die Nacht und ins Wochenende hinein ausdehnen.

Weitere Proteste sind auch für Montag und Dienstag angekündigt. Ob ihnen das gelingen wird ist fraglich. Quelle: zdf.de