LGV: Jahresabschluss 2018

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Geschäftsjahr 2018

Für die Liechtensteinische Gasversorgung LGV ist das Geschäftsjahr 2018 sehr erfolgreich verlaufen. Die LGV hat als oberstes Ziel, Liechtenstein sicher, preisgerecht und umweltverträglich mit Gas und thermischer Energie zu versorgen. Diese Zielsetzung konnte 2018 in jeglicher Hinsicht erreicht werden. Der Jahresgewinn für das Berichtsjahr 2018 beträgt 2.3 Mio. CHF. Die Gewinnausschüttung an das Land belaufen sich auf 689‘000 CHF und die Steueraufwendungen auf 245‘000 CHF. 2018 war das wärmste Jahr seit Beginn der regelmässigen Wetteraufzeichnungen. Aus diesem Grunde verringerte sich der Erdgas-/Biogasabsatz 2018 um 7.2 Prozent auf 271.1 Mio. kWh. Dem konsequenten Ausbau des Geschäftsfeldes Wärmeversorgung und erneuerbare Energien wurde 2018 wiederum eine zentrale Bedeutung beigemessen. Durch verstärkte Investitionen (5.3 Mio. CHF) im Wärmebereich (Kundenakquisitionen +25 Prozent, Übernahme von Wärmeversorgungen, Neubauten von Heizzentralen und dem Ausbau der bestehenden Anlagen) steigerte sich der Verkauf thermischer Energie zum Vorjahr um über 4 Prozent auf 15.1 Mio. kWh.

Umlegung der Gashochdruckleitung im Bereich des Stadions Vaduz 
Im Zuge des Ausbaus der Gasversorgung wurde 1986 die Gashochdruckleitung von Ruggell bis Balzers gebaut. Im Bereich des heutigen Rheinpark Stadions Vaduz befand sich damals der Landessportplatz. Die Gasleitung wurde neben dem Sportplatz entlang des Rheindamms verlegt. Die Problematik der in diesem Bereich verlaufenden Erdgashochdruckleitung war damals bekannt und es wurden diverse bauliche Schutzmassnahmen getroffen. Durch den Ausbau des Stadions und der nunmehr geltenden Störfallverordnung wurde ein „Massnahmenkatalog zur Risikominimierung“ erarbeitet.
Nach jahrelangem intensivem Einsatz in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden konnte die Störfallproblematik im Bereich des Rheinpark Stadions Vaduz endlich gelöst werden. Durch eine parallel zum Stadion in über 15 m Tiefe verlegte Stahlleitung mit einer erhöhten Wandstärke und höherer Festigkeit, konnte das Risiko deutlich reduziert werden. Am 30. August 2018 erfolgte die Inbetriebnahme der neu verlegten Gashochdruckleitung. Die Gesamtkosten der Leitungsverlegung lagen bei 1.2 Mio. CHF, geringfügig unter dem Budget. Aus Sicht der Störfallverordnung sind somit sämtliche Betriebsauflagen und Nutzungseinschränkungen nicht mehr erforderlich.

Erfolgreicher Ausbau Geschäftsfeld „Wärmeversorgung und erneuerbare Energien“
Wichtiger Meilenstein war die Realisierung und Inbetriebnahme der Fernwärmeversorgung Schaan (ab KVA Buchs). Mittelfristig soll die Fernwärmeversorgung zum Ortszentrum Schaan verlängert und somit einen beachtlichen Beitrag zur Senkung der CO2-Emission leisten. Gleichzeitig wurde 2018 die neue Wärmeversorgung Schaan Industrie realisiert. Beim LGV-Verwaltungsgebäude wurde dafür eine Heizzentrale erstellt. Die erste Wärmelieferung an die benachbarte Ivoclar Vivadent AG sowie umliegende Gewerbe-Liegenschaften erfolgte auf Ende 2018. 2019 werden Wärmeleitungen zur Milchhof AG verlegt. Dort soll Dampf der KVA Buchs ausgekoppelt und bis zur LGV transportiert werden. Auch erfolgreich verlief der Kauf der Wärmeversorgungen Eschen (Primarschule) und Triesenberg mit der Heizzentrale Dorfzentrum und den bestehenden Wärmeversorgungsnetzen.

Biogas «Made in Liechtenstein»
Wegen der warmen Temperaturen im 2018 verzeichneten wir einen Absatzrückgang bei Biogas um 12 Prozent analog dem Rückgang bei den Heizgradtagen. Die Biogas-Eigenproduktion, die «grüne», umwelt- und klimafreundliche Energie «made in Liechtenstein» bei der Abwasserreinigungsanlage ARA in Bendern, konnte erfreulicherweise um 400‘000 kWh (5.8 Prozent) gesteigert werden. Rund 10 Prozent der liechtensteinischen Gaskunden beziehen einen Anteil von 5, 20, oder 100 Prozent Biogas. Der grösste Anteil mit rund 62 Prozent der Biogaskunden entfällt auf Haushalte. Daneben sind die Landes- und Gemeinde-Verwaltungen sowie das Gewerbe die absatzstärksten Biogaskunden.

Gaspreisentwicklung
Nach einer mehrjährigen Phase von sinkenden Energiepreisen stiegen die Preise 2018 deutlich an. Die Börsenpreise an den Gasmärkten verzeichneten ab Mitte des Jahres einen deutlichen Anstieg. Nachdem die LGV die Gas-Energiepreise in den letzten vier Jahren für Haushaltskunden insgesamt um fast 14 Prozent senken konnte, musste die LGV eine leichte Preiserhöhung ab dem 1. Oktober 2018 vornehmen. Auch die CO2-Abgabe erhöhte sich ab 1. Januar 2018. Die Netzbenutzungskosten blieben unverändert.

LGV Erdgas-Energiepreissenkung von 40% seit Anfang 2015

Preisvergleich zu Heizöl
Die LGV bietet ihren Kunden Erdgaspreise an, die unter den Heizölpreisen liegen. Die Grafik zeigt den Preisvergleich Erdgas/Heizöl ab dem Jahr 2014 auf und verdeutlicht, dass die LGV-Erdgaspreise in den letzten Jahren deutliche Preisvorteile gegenüber den Heizölpreisen aufweisen (Durchschnittspreise gemäss Schweizerischem Bundesamt für Statistik).


Erfolgreich
Die LGV ist in ihren Kompetenzfeldern „Gas und Wärme“ innovativ und erfolgreich unterwegs (siehe auch Tabelle: Zahlen & Fakten zum LGV-Jahresabschluss 2018).

Das sehr gute Betriebsergebnis ist nur durch kompetente und motivierte Mitarbeitende zu erreichen. Die Geschäftsleitung dankt den Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz und ihr Engagement sowie den Verwaltungsräten für die gute Zusammenarbeit.

Ausblick 2019

Für das Jahr 2019 erwartet die LGV im liberalisierten Marktumfeld eine lückenlose Gasversorgung sowie eine positive Entwicklung in allen Geschäftsfeldern. Auf dem Weg in eine klimafreundliche und sichere Energiezukunft kann die LGV einen bedeutenden Beitrag leisten. Im Besonderen setzt die LGV im Geschäftsjahr 2019 den Schwerpunkt auf die Ökologisierung bestehender Wärmeversorgungen und die Integration erneuerbarer Energien bei der Realisierung ihrer Projekte.

Entwicklung des Wärmemarktes
Nebst der sukzessiven Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung Schaan sind die beschriebenen Zusammenschlüsse einzelner Wärmeversorgungen in Eschen und Triesen wichtige Meilensteine. Dadurch erlangen diese Anlagen eine Erhöhung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien. Verstärkt wird auch in der Netzverdichtung und Kundenakquisition der Schwerpunkt gesetzt. Bereits erschlossene Wärmeversorgungs-Perimeter sollen eine höchstmögliche Anschlussquote ausweisen. Im 2019 werden Verhandlungen mit der Gemeinde Mauren bezüglich der Übernahme und Neubauten verschiedener Heizzentralen/Wärmeversorgungen geführt. Die LGV setzt mit ihren Wärme-Projekten einen sehr wichtigen Teil der Liechtensteinischen Energiestrategie 2020 um. Dies mit den Schwerpunkten der Reduktion von Treibhausgasen, der Steigerung der Energieeffizienz und der Forcierung erneuerbarer Energien.

Das Gas-Kerngeschäft gilt es ebenfalls fortlaufend zu stärken, wobei die LGV trotz tendenziell tiefen Preisen im liberalisierten Markt zuversichtlich ist, dank optimierter Beschaffung sowie strukturierten Prozessen, für die künftigen Herausforderungen sehr gut positioniert zu sein.