Besserer Schutz der Quartierstrassen in Ruggell

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Gemeindesaal von Ruggell. Bevölkerungsworkshop «Verkehrsrichtplan Ruggell». Bildmitte, Ruggells Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle. Foto: Paul Trummer Foto: ©Paul Trummer

 

Bevölkerungs-Workshop über
Mobilität und Verkehr 

Am Montagabend, den 3. Dezember 2018 hat im Gemeindesaal Ruggell ein Bevölkerungs-Workshop über Mobilität und Verkehr in der Gemeinde stattgefunden. Aufgeteilt in neun Gruppen zeigten die Einwohnerinnen und Einwohner auf, was sie auf Ruggells Strassen gut finden und was verbessert werden sollte.

Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle stellte bei ihrer Begrüssung klar: Der Verkehr betrifft uns alle: Fussgänger, Radfahrer, Rollerfahrer, Autofahrer und der öffentliche Verkehr sind täglich auf unseren Strassen unterwegs. Jeder hat ein anderes Ziel und dabei gibt es schwächere Teilnehmer wie Kinder und ältere Menschen, die besonderen Schutz beanspruchen. Mittels Videobotschaften zeigten Schülerinnen und Schüler der Gemeindeschule gleich selbst die Hürden von ihrem Schulweg sowie ihren Wegen in der Freizeit auf: Viel Verkehr oder gefährliche Strassenübergänge wurden dabei angesprochen. Aufgeteilt auf neun Tische, die jeweils mit einem Luftbild von Ruggell, Klebepunkten, Schreibstiften und Post-Its ausgestattet waren, galt es nun für die Anwesenden an diesem Abend, selbst ihre Ideen und Meinungen aufs Blatt zu bringen. Das elfköpfige Kernteam der Gemeinde, welches aus Mitgliedern der Politik, der Verwaltung, der Schule und Experten besteht, unterstützte gemeinsam mit Moderator Rainer Gopp die Einwohnerinnen und Einwohner in dieser aktiven Gruppenarbeit. Nach einer Stunde präsentierten alle neun Gruppen ihre wichtigsten Resultate.

Tempo 30 und eine Umfahrungsstrasse
Die Gruppen lobten die zahlreichen Fuss- und Radwege in Ruggell, die alle ins Zentrum der Gemeinde führen. Auch die Strassenübergänge mit Verkehrsinseln und die Quartiererschliessung wurden positiv erwähnt. So genannte „Hot Spots“ in den Quartieren beschäftigte aber alle Gruppen: Konkrete Massnahmen forderten die Einwohnerinnen und Einwohner für die Giessenstrasse, welche von immer mehr Pendlern aus Nofels kommend Richtung Industriering genutzt wird. Die Verkehrssituation rund um das Einkaufscenter REC sowie die Abgrenzung zur Spiegelstrasse wird ebenfalls als verbesserungsbedürftig angesehen. Eine mögliche Temporeduktion in den Quartieren wurde in allen Gruppen diskutiert. Die meisten Gruppen schlugen Tempo 30 oder sogar Begegnungszonen in den Quartieren vor, auf denen Kinder auch spielen können. Die Realisierung einer grenzüberschreitenden Busverbindung zur S-Bahn-Station nach Salez sowie auch nach Feldkirch wurde mehrmals in der Präsentationsrunde genannt. Mit „Mut zum Verrücktem“ präsentierte die erste vortragende Gruppe die Idee einer Umfahrungsstrasse von Nofels kommend direkt zum Industriering, mit der das Dorfzentrum entlastet werden könnte. Diese Idee wurde von vier weiteren Gruppen geteilt, wodurch auch das «Verrückte» genauer geprüft werden muss.

Weiteres Vorgehen
Verkehrsplaner Alexander Kuhn vom Büro verkehrsingenieure lobte, dass die Teilnehmenden einen gesamthaften Blick auf das Thema geworfen haben und viele Anregungen Weitsicht beweisen. Die Ergebnisse werden jetzt zusammengefasst und im Kernteam diskutiert. Der Gemeinderat wird anschliessend über erste Lösungsansätze orientiert und die Bevölkerung wird in einem zweiten Workshop im kommenden Frühjahr erneut eingebunden. Ziel der Gemeinde ist es, gemeinsam mit den Verkehrsplanern einen Verkehrsrichtplan als Leitfaden für die Mobilität mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren zu erstellen. Dabei wird es kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen geben, die nun erarbeitet werden. (Christian Öhri)