Verkehrsinfrastrukturbericht 2019 gegen Vision 2050

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Die erwartete Zunahme von Arbeitsplätzen und EinwohnerInnen führt zu einer Zunahme der zurückgelegten Wege, unabhängig vom Verkehrsmittel. Die Wahl des Verkehrsmittels wird stark durch die von der Politik gemachten Rahmenbedingungen beeinflusst.

Die Infrastruktur spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Optimierung der Infrastruktur für den Autoverkehr und kostenlose Parkplätze machen das Autofahren attraktiv. So wählen viele Leute das Auto für Wege, die – auch der eigenen Gesundheit zuliebe – mit anderen Verkehrsmitteln (zu Fuss, per Fahrrad, per öffentlichen Verkehr) zurückgelegt werden könnten.

Der Verkehrsinfrastrukturbericht hält als Ausgangslage fest: «Aus ökonomischen und ökologischen Überlegungen ist das Strassenangebot jedoch nicht beliebig erweiterbar. Zudem begrenzen die knappen räumlichen Verhältnisse den Spielraum für den Bau von Verkehrsanlagen. Deshalb muss die bestehende Verkehrsinfrastruktur besser und effizienter genutzt werden.» Für eine effiziente Nutzung der Verkehrsinfrastruktur sind Anreize für den Fussverkehr, Radverkehr und öffentlichen Verkehr nötig sowie auch Abreize, um unnötige Autofahrten zu verlagern.

Im Agglomerationsprogramm Werdenberg-Liechtenstein bildet der Ausbau der ÖBB-Strecke Feldkirch-Buchs zur S-Bahn FL.A.CH im Halbstundentakt als Mittelverteiler das ÖV-Rückgrat mit dem Bus als Feinverteiler. Das Agglomerationsprogramm wird von allen Gemeinden getragen. Auch im Verkehrsinfrastrukturbericht ist zu lesen, dass die Siedlungsentwicklung entlang dem attraktiven regionalen ÖV-Rückgrat stattfinden soll. Doch das Entwicklungskonzept Unterland und Schaan mit einer Umfahrungsstrasse zwischen Schaanwald und Bendern steht in klarem Widerspruch zu den Aussagen des politisch und fachlich breit abgestützten Agglomerationsprogramms. So unterstützt die Vision 2050 eine LKW- und Auto-Transitachse durch unser Land, also die Verbindung der Schweizer und Österreicher Autobahnen durch das Unterland. Das wollen wir nicht!