Die S-Bahn bringt Liechtenstein rein gar nichts

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Die verzweifelten Versuche die Schnellbahn im Unterland zu installieren

Die Verkehrsproblematik in Liechtenstein ist ein ernst zu nehmendes Thema. Es wurden im Verlaufe der letzten zwanzig Jahren viele Szenarien aufgezeigt, aber passiert ist bis auf wenige Ausnahmen nicht viel. Die Vision 2050, welches das Verkehrsproblem Unterland beseitigen soll, getragen von den fünf Unterländer Gemeindevorstehern/in und der Regierung (zuständig Regierungsrat Daniel Risch) ist ein neuer Ansatz und wird von vielen gut geheissen. Die Kernpunkte sind den interessierten Bürgern vor wenigen Tagen präsentiert worden.

Bei dieser und allen anderen Gelegenheiten fällt auf, dass gewisse Personen im Lande mit dem Entwicklungskonzept allgemein und der S-Bahn FL.A.CH im Besonderen nicht einverstanden sind. Die S-Bahn wird in höchsten Tönen gelobt und fast als Heilsbringerin für alle Verkehrsprobleme dargestellt. Dazu wird noch behauptet, die Unterländer Bevölkerung wolle diese Bahn. Fakt ist: die S-Bahn ermutigt keinen einzigen Pendler aus Vorarlberg von Postautos, PKWs oder Mitfahrgelegenheiten umzusteigen. Die S-Bahn bringt der Liechtensteiner Bevölkerung rein gar nichts. Am Allerwenigsten den Oberländer Gemeinden. Sie ist eine internationale Verknüpfungsstrecke zwischen Österreich und der Schweiz. In Liechtenstein hätten einzig 2-3 Industriebetriebe eventuell etwas von einer solchen Bahn, sofern sie auch massgeblich benutzt wird.

In Eschen/Nendeln nur eingeschränkt, dort befindet sich das Industrie- und Gewerbezentrum mehrere Hundert Meter von der Bahnstation entfernt. Wie heisst es dazu so schön aus dem VCL: Zitat: «Dass die Eisenbahn in Zukunft keine Rolle spielen soll, zeigt der Umstand, dass Eschen nur mehr als Siedlungsgebiet vorgesehen ist und dass das derzeitige Eschner Industriegebiet, das optimal an der Bahnhaltestelle liegt, nicht mehr ausgewiesen wird. Eine komplette Schnapsidee». Ende Zitat. Doch die Bürger hätten sich am Präsentationsabend gewehrt und die Aufnahme der S-Bahn ins Konzept 2050 reklamiert. Welche Bürger? Gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass die Mehrheit der Bevölkerung eine Schnellbahn überhaupt will?

Und zuletzt noch die Frage: Was passiert mit den Einwohnern aus dem Raum Unterland?  Sind die auch eingerechnet?  Wahrscheinlich nicht. Denn sie müssten zuerst teils kilometerlange Wegstrecken zurücklegen, um auf dem Bahnhof in Nendeln oder in Schaanwald in den Zug einsteigen zu können. Oder müsste die FL.A.CH-Bahn nur für Grenzgänger gebaut werden?

Die Regierung hat die FL.A.CH -Bahn (vorläufig) aus dem Konzept gestrichen. Und sie tat gut daran. Auch wird bei jeder Gelegenheit vom sog. Verkehrskollaps geredet. Was versteht der VCL unter Verkehrskollaps, wie schaut ein solcher aus? Kann er auch bei uns eintreten?  Kolonnenfahren ist noch kein Verkehrskollaps. Da nehmen die Menschen beim Urlaub ganz andere Wartezeiten (im Auto) auf sich. Richtigen Verkehr sieht man nur in Städten, bei uns haben wir ähnliche Verhältnisse bei Stosszeiten zweimal am Tag an den bekannten neuralgischen Punkten.

Und zuletzt noch ein Wort zum VCL. Sein Einsatz, seine Bemühungen und sein Engagement sind hoch zu halten. Der VCL kämpft schon seit Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen die Verkehrsproblematik im Lande. Aber Hand aufs Herz. Wir haben 38’000 Arbeitsplätze, für ein bevölkerungs- und raummässig kleines Land sind das zu viele. Und der Steuerertrag aus den Unternehmungen ist vergleichsweise gering.  Hier wären im Sinne der Natur und Umwelt weniger Arbeitsplätze oft auch mehr.  Liechtenstein muss sich bescheiden.