Wenn Brücken zur Last werden

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In Liechtenstein haben’s wir in letzter Zeit mit den Brücken. Über den Rhein entsteht eine 4,5 Mio.-Brücke zwischen Vaduz/Mühleholz und der Gemeinde Buchs, in Nendeln nach Planken soll eine 240 Meter lange auf 110 Meter Höhe gebaute Brücke den 300jährigen unverbrüchlichen Zusammenhalt der beiden Landesteile Unterland/Oberland dokumentieren.

Viele Jahre sprach man vom Scheidgraben, der das Unterland vom Oberland trennt. Ist es wirklich so? Die Trennung, sowieso nur in den Köpfen einiger unverbesserlicher Streithähne, ist schon längst nicht mehr aktuell. Das war mal früher so, aber das waren auch andere Zeiten nach dem Kauf der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz von den Hohenemser Grafen an das Geschlecht der Liechtensteiner Fürsten. Die beiden –ohnehin kleinen Landesteile – sind heute dermassen miteinander verwachsen, dass es im 21.Jhd., in Zeiten der Globalisierung, keine besonderen äusseren Zeichen der Zusammengehörigkeit braucht.

Nun will die Politik, oder wer immer diese verschrobene Idee hatte, eine Brücke zwischen Oberland-und Unterland erstellen lassen. Kostenpunkt: 1.2 Mio. Franken. Dabei wird willfährig in die Natur eingegriffen, ohne dabei zu hinterfragen, was das für Auswirkungen auf die Tier-und Pflanzenwelt hat?

Und das Allerschönste an der Geschichte: einige Gemeinderäte haben diesem Ansinnen bereits zugestimmt. Da kann man nur noch den Kopf schütteln.

Müssen wir Brücken in Wälder bauen , um zu dokumentieren, dass die beiden Landesteile zusammengehören, seit 1719. Wem dem so ist, dann haben wir es in unserem Land wirklich weit gebracht.