Krankenkassenverband: Kostenentwicklung in den Griff bekommen

1131
Gruppenaufnahme des LKV-Vorstands anlässlich der Delegiertenversammlung: (v.l.) Thomas A. Hasler, Geschäftsführer, Pino Puopolo Vizepräsident, Dr. Donat P. Marxer, Präsident, Dr. Vincent Augustin, Angelo Lanzieri, Michael Hasler, Mitglieder des Vorstands.Bild Michael Zanghellini

Zur 60. Delegiertenversammlung in Balzers Ende Mai 2017

Der Anstieg der OKP-Kosten 2016 ist im Gegensatz zum 10-Jahresdurchschnitt (rund +5%) unterdurchschnittlich (+2.0%) ausgefallen. Trotzdem geht die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ungebremst weiter. Steigen die Kosten in den nächsten 20 Jahren gleich schnell wie in den vergangenen, ist unser System nicht mehr finanzierbar. Mit der KVG-Reform wurden zwar wichtige Schritte gesetzt, man darf sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen, betonte Dr. Donat P. Marxer, Präsident des LKV zum Start der 60. Delegiertenversammlung in Balzers Ende Mai 2017.
Umsetzung der KVG-Revision geglückt
Hinter den Krankenversicherern liegt ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2016. So musste die KVG-Reform in vielen Bereichen umgesetzt werden. Dazu gehört beispielsweise die Informatik oder die Schulung der Mitarbeitenden in Abrechnung und Kundenbetreuung. Zur Einführung des Tarifsystem TARMED hat der LKV für die Mitarbeitenden der Krankenversicherer eine Spezialschulung angeboten. Die Umsetzung der KVG-Revision war aber aufgrund der kurzen Einführungszeit eine Herkulesaufgabe. Nur dem außergewöhnlichen Einsatz der Mitarbeitenden der Krankenversicherungen in Liechtenstein ist es zu verdanken, dass die KVG-Reform auf Ebene der Krankenversicherer termingerecht umgesetzt werden konnte.
Krankenversicherer haben sich im „OKP-Streit“ bewährt
Auch während des OKP-Streits zwischen der Regierung und der Liechtensteinischen Ärztekammer mussten die Mitarbeitenden der Krankenversicherer und des LKV sehr viel leisten. Die Versicherten wurden stark verunsichert. Immer wieder mussten die Krankenversicherungsmitarbeitenden Kunden beruhigen und ihnen bei der Lösung von Problemen zur Seite stehen. Daneben hat der Krankenkassenverband eine aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben und im OKP – Streit Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie die Interessen der Versicherten energisch vertreten. Den Krankenversicherern wurde deshalb auch öffentlich ein gutes Zeugnis ausgestellt.
Gesundheitssystem bezahlbar erhalten
Auch im vergangenen Jahr hat der LKV zahlreiche Tarifvertragsverhandlungen geführt. Dabei konnten wiederum in einigen Bereichen die Tarife an die im angrenzenden Ausland angepasst werden. Auch im vergangenen und laufenden Jahr wurden in verschiedenen Bereichen weitere Verbesserungen bei Tarifen und Qualitätssicherungsverträgen erreicht. «Die Krankenversicherer können dadurch den Prämienzahlerinnen und Prämienzahlern günstige und faire Prämien anbieten.», betonte Thomas A. Hasler, der Geschäftsführer des Liechtensteinischen Krankenkassenverbands. Generell haben die vom LKV mit den Leistungserbringern abgeschlossenen Verträge zum Ziel, die medizinische Versorgungsqualität auf hohem Niveau und zu finanzierbaren Preisen sicherzustellen. Qualitätssicherung und Finanzierbarkeit sind die wichtigsten Zielgrössen der im LKV zusammengeschlossenen Krankenversicherer.
Grosse Herausforderungen stehen an
Der LKV-Vorstand hat im vergangenen Herbst während eines Workshops die wichtigsten weiteren Schritte für die langfristige Finanzierbarkeit des FL-Gesundheitswesens skizziert. Dazu gehören die Steuerung der Menge der verordneten Leistungen (die im Moment stärker wächst als die Bevölkerung), die Preisgestaltung im Bereich Medikamente, die Vereinheitlichung der Spitalfinanzierung für alle Spitäler, die langfristige Sicherung der Finanzierung des Zusatzversicherungsbereichs sowie die dringende und wichtige Frage der zukünftigen Pflegefinanzierung.
Enge Kooperation mit Behörden und Leistungserbringerverbänden
Mit dem Ministerium für Gesellschaft und den nachgeordneten Stellen der Verwaltung pflegt der LKV eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Versicherten, wofür der Gesundheitsminister als Gast der Delegiertenversammlung seinen herzlichsten Dank aussprach. Auch mit den Leistungserbringerverbänden habe man grösstenteils eine sehr gute Zusammenarbeit betonte Geschäftsführer Thomas A. Hasler, auch wenn es in Sachfragen naturgemäss unterschiedliche Meinungen gäbe. «Der konstruktive Dialog mit den Leistungserbringerverbänden ist und bleibt der Schlüssel zu einem finanzierbaren Gesundheitswesen. An erster Stelle steht für die Krankenversicherer aber das Interesse des Patienten – gute Versorgung zu fairen Preisen», zeigte sich LKV-Präsident Donat P. Marxer bei seinem Schlusswort überzeugt.