Grosser Katzenjammer nach 8:0-Schlappe in Spanien

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Maximilian Göppel ist auf die neue Saison vom FC Balzers zum Super League Verein FC Vaduz gewechselt, wo er sein Glück versucht.

 

Sind unsere Spieler nicht austrainiert?

„Wir haben teilweise Spieler dabei, die bei ihren Teams nicht gesetzt sind“, sagte Liechtensteins Nationalcoach Rene Pauritsch nach dem 8:0-Debakel gegen den ehemaligen Weltmeister und Europameister Spanien. Die fehlende  Spielpraxis wirke sich auf die Fitness und Leistungsfähigkeit der Spieler aus, was sich schlussendlich auf die komplette Mannschaft niederschlage. So würden einige Profis in ihren Vereinen sporadisch, oder gar nicht eingesetzt und spielten nur eine Nebenrolle. Daraus kann man folgern, dass schlussendlich die Nationalmannschaft unter diesen Vorzeichen büssen müsse.

Franz Burgmeier (FCV) bekommt vom Trainer Contini nur wenig oder gar kein Vertrauen, Oder Maximilian Göppel. Hat ihn der FC Vaduz vom FC Balzers geholt, nur um den Anteil der Liechtensteiner Spieler im ausländisch besetzten Vaduzer Super League-Kader  „aufzupolieren“?  Bis jetzt hat er gar keinen Einsatz im Vaduzer SL-Team bekommen, im letzten Spiel war er nicht einmal aufgeboten. Mit solchen Aktionen macht man junge Talente  „kaputt“. Jetzt spricht man schon davon, dass Göppel wieder zum FCB in die 1. Liga zurückkehren soll. Oder ein anderer Fall:  Sandro Wieser hat in England beim FC Reading noch kein Spiel in der 1. Mannschaft (2.Liga) gemacht, dafür  wurde er zumindest in der 2. Mannschaft eingesetzt. Er hatte einen nicht leichten Übergang vom FC Thun bis nach England. Daniel Kaufmann wurde kurzerhand vom FC Vaduz in die Challenge League nach Chiasso „abgeschoben“. In Vaduz kam er selten zum Einsatz.  Ein weiterer Profi, Michele Polverino, ist heute noch Halbprofi beim FC Rapperswil/Jona (1. Liga Promotion), trainiert aber täglich und spielt in jeder Partie.

Andererseits muss man aber auch den Vaduzer Trainer verstehen. Ihm ist klarerweise die „Haut auch näher als das Hemd“. Er hat vom Verein klare Vorgaben, die da lauten: Ligaerhalt. Er glaubt auch, die allerbesten seines Kaders aufzustellen. Da kann ihm Pauritsch keinen – auch nicht indirekten – Vorwurf machen.

Wir haben keine besseren Spieler

Pauritsch macht es sich zu leicht die Schuld dieses Debakels allein auf die mangelnde Spielpraxis und die mangelnde Physis zurückzuführen. Hat er je einmal daran gedacht, dass das Gros seiner Auswahlspieler Amateure sind und dass wir einfach keine besseren Spieler in Liechtenstein vorfinden. Uns gelingt alle Schaltjahre mal ein anständiges Resultat, damit haben wir uns abgefunden, weil einfach in einem so kleinen Land nicht mehr Talente heranwachsen. Und sind wir doch ehrlich. Liechtenstein würde auch weiter bestehen, ohne Fussball-Nationalmannschaft. Aber da lockt das liebe Geld, das dann in Millionenbeträgen jährlich in Löhnen, Gehältern usw. im Verband versickert. Die FL Vereine bekommen vom grossen und überbürokratisierten LFV gerademal in etwa jene Summe ab, die das Land für den Fussballsport zur Verfügung stellt. Dafür kosten die U-Teams, deren Existenz Vorschrift der UEFA und FIFA ist, um am Geldsegen teilhaben zu dürfen, zusätzlich sehr viel Geld. Um diese U-Teams zu halten, müssen Spieler aller Altersgruppen aus den benachbarten Kantonen und aus dem Vorarlberg zusammengetrommelt werden. Also müsste man grundsätzlich die Struktur des Verbandes einmal näher unter die Lupe nehmen und Verbesserungen anbringen.

Aber es sei nochmals gesagt: Liechtenstein ist international ein Underdog und wird es bleiben. Das ist das Los, das die Kleinen, auch wenn sie in vielem den anderen überlegen sind, einfach zu tragen haben. Auch im Fussball. Und wir haben schon früher gegen Spanien zweimal mit 6:0 verloren. Also was soll’s?

 

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