Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz
Klar. Ein eigenes, tolles Spital im Land. Das ist durchaus praktisch und angenehm. Das stimmt schon. Ob es für uns als Gesamtbevölkerung aber wirklich eine gute Idee ist, da habe ich massiv meine Bedenken. Es gibt wohl kaum eine «Investition», bei der es so viele Folgekosten gibt wie bei einem Spital.
Wir können rechnen, mit welchen Zahlen wir das immer tun möchten. Auf unsere Partnerspitäler können wir gleichwohl nicht verzichten. Wir sind heute, würde ich sagen, in einer ausserordentlich komfortablen Lage, die ich persönlich nicht ändern würde. Wir laden uns nur Probleme und gewaltige finanzielle Lasten auf. Also – vor allem unseren Jungen. Ich bin sicher, dass uns viele Länder darum beneiden, wie elegant und gut funktionierend wir unsere Partnerschaften mit den umliegenden Spitälern im Griff haben. Und das alles, ohne einen – von vielen Ländern gefürchteten – Neubau eines Regional-Spitals.
Ich sehe, durchaus mit Sorgenfalten auf der Stirn, wie unsere Landes-Verwaltung personell immer mehr Formen annimmt. Von den diversesten NGO´s (ja ja, die haben wir auch, sie heissen vielleicht nur anders) noch gar nicht gesprochen. Hand aufs Herz. Wir sollten vielleicht so langsam aber sicher etwas kürzer treten; wir sprechen bei unseren Jungen ja nicht nur von Altersvorsorge. Sondern auch von Hypotheken, die wir ihnen hinterlassen. Und ich würde sagen, von Hypotheken gibts heute schon mehr als genug. Erst mal die Probleme angehen, die wir heute haben, bevor wir uns neue vor jede Haustüre stellen.
Für mich persönlich kommt ein Landesspital in der Liste der Notwendigkeiten ganz weit hinten. Und ich gehöre durchaus zu denjenigen im Land, die Spitäler mit schöner Regelmässigkeit von innen sehen. In der gesamten Ost- und Zentralschweiz. Seit Jahrzehnten. Ein eigenes, neues Landesspital ist ein schöner Wunsch. Brauchen – tun wir’s definitiv nicht.

