Parlamentarier treffen sich in Zürich
Vaduz/Zürich. – Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) hat sich an ihrer 66. Sitzung am 23. Oktober 2026 in Zürich mit möglichen grenzüberschreitenden Projekten zur Kreislaufwirtschaft und mit der künftigen Nutzung der Ressource Wasser beschäftigt. Liechtenstein wurde durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann, den Abgeordneten Simon Schächle, die Stv. Abgeordneten Helmut Hasler und Benjamin Risch sowie Delegationssekretär Hannes Matt vertreten.
Nachdem sich die IPBK bereits an ihrer Frühjahrstagung Ende Mai in Winterthur vertieft mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandergesetzt hatte, stand am Freitag auf dem Uetliberg bei den rund 40 Vertreterinnen und Vertretern der Parlamente aus dem Bodenseeraum die Frage nach möglichen gemeinsamen Projekten im Zentrum. Die Delegierten gaben dazu in Kurzreferaten Einblick in bestehende Ansätze und Erfahrungen. Für Liechtenstein zeigte Simon Schächle den Konferenzteilnehmenden die Situation im Fürstentum mit der grenzüberschreitenden Nutzung von Abfällen zur Wärmegewinnung auf.
Der zweite Schwerpunkt der Sitzung galt der Ressource Wasser. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden wurde debattiert, wie Wasser künftig nachhaltig genutzt, gerecht verteilt und Nutzungskonflikte gelöst werden können. Nach einem Fachreferat diskutierten die Delegierten in einer Gruppenarbeit darüber, wo ihre Länder und Kantone beim Thema Wasser stehen und welche gemeinsamen Handlungsfelder sich daraus ergeben. Insbesondere wurde bei der Debatte das Wassersparen, eine stärkere überregionale Zusammenarbeit, die Erhebung und Auswertung verlässlicher Daten als gemeinsame Entscheidungsgrundlage sowie Fragen der Finanzierung der Massnahmen hervorgehoben.
Vorsitz geht nach Liechtenstein
Mit der 66. Konferenz endete der IPBK-Vorsitz des Kantons Zürich. Zum Abschluss der Tagung wurde der Vorsitz symbolisch an das Fürstentum Liechtenstein übergeben. Landtagspräsident Manfred Kaufmann nahm die IPBK-Glocke von der Zürcher Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser entgegen und bedankte sich im Namen der ganzen Konferenz für das gelungene Vorsitzjahr 2026. Manfred Kaufmann zeigte sich erfreut, die Konferenzen 2027 in Liechtenstein durchführen und den Parlamentarierinnen und Parlamentariern des Bodenseeraums das Fürstentum näherbringen zu dürfen. «Die IPBK bietet als europaweites Vorbild eine wertvolle Plattform für den grenzüberschreitenden Meinungsaustausch zwischen den sonst getrennten politischen Systemen der Nachbarstaaten», so der Landtagspräsident. «Es wird unser Ziel sein, die regionalen Interessen über Ländergrenzen hinaus weiter zu bündeln und das Zusammenwirken der Region als gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum zu verbessern.» Dabei betonte Manfred Kaufmann insbesondere die gute Zusammenarbeit der IPBK mit der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), bei der Liechtenstein im kommenden Jahr ebenfalls den Vorsitz übernehmen wird.
Über die IPBK
Die IPBK vereint Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Ländern und Regionen rund um den Bodensee. Ihr Ziel ist es, den parlamentarischen Austausch zu fördern und gemeinsame Anliegen der Bodenseeregion grenzüberschreitend zu diskutieren. Mit dem Vorsitz kommt Liechtenstein im nächsten Jahr eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion zu.
BILD: Die Liechtensteiner IPBK-Delegation an der 66. IPBK, von links: Landtagspräsident Manfred Kaufmann, der Abgeordnete Simon Schächle sowie die Stv. Abgeordneten Benjamin Risch und Helmut Hasler. (Foto: PD)

