Leserbrief von Beat Schurte,
Breiten 19, Eschen

Fördergelder/Umweltamt – Eineinhalb Jahre Probleme, unrechtmässig ausgezahlte Fördergelder und jetzt noch offene Fragen: In der Landesverwaltung scheint offenbar das Prinzip zu gelten: Jeder macht, was er gerade für richtig hält – und am Ende bezahlt es der Steuerzahler.

Windkraft – 6 bis 7 Windräder in unserem schmalen Ländle – allein schon auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Wenn Grössenwahn auf grüne Symbolpolitik trifft, braucht es offenbar zuerst eine strategische Umweltprüfung, um festzustellen, was jeder mit blossem Auge sehen kann.

PISA-Studie – Warum sich gegen einen internationalen Vergleich wehren? Wer wissen will, wo er steht, schaut auf die Waage. Wer das nicht will, kann natürlich auch einfach behaupten, alles sei bestens.

Landesbibliothek / DpL-Initiative

Sachpolitik? -Offenbar nur, solange sie nicht von der falschen Partei kommt. Bei VU und FBP funktioniert die politische Brüderschaft jedenfalls erstaunlich zuverlässig – gemeinsam gegen den Vorstoss, ganz egal, ob er sachlich etwas taugt.

Politische Bildung – und das Schulamt schaut zu. Wenn Schülerinnen und Schüler die eigene Verfassung, den Staatsaufbau und die politischen Besonderheiten unseres Landes nur unzureichend kennen, ist das nicht einfach ein bedauerlicher Nebeneffekt. Dafür trägt auch das Schulamt Verantwortung. Gerade bei einer Lehrerschaft mit vielen Grenzgängern wäre es Aufgabe des Schulamts, klar vorzugeben: Liechtensteiner Verfassung, Staatskunde und unser politisches System gehören verbindlich in den Unterricht. Nicht als nette Ergänzung, sondern als Grundwissen.

Teure Diplomatie – 8,8 Millionen Franken für diplomatischen Glanz – und trotzdem weitere Ausgaben für Miete. Wenn das die Kunst der Geldanlage ist, möchte man lieber nicht wissen, wie die Regierung ihre Sparpolitik definiert. Der Steuerzahler finanziert offenbar lieber Prestige als Augenmass.

Ressort Bildung und Schulamt: Viel Verwaltung, wenig Verantwortung!

Trotz langer Vorbereitungszeit fehlt der Französischunterricht an der BMS – und der aktuelle Jahrgang muss warten. Das ist nicht einfach eine kleine organisatorische Panne, sondern ein klares Versäumnis in der Bildungsplanung. Wofür gibt es ein Bildungsressort und ein Schulamt, wenn absehbare Probleme nicht rechtzeitig gelöst werden? Wer plant, koordiniert und Verantwortung trägt, muss auch liefern. Stattdessen dürfen die Auszubildenden die Folgen dieser Versäumnisse ausbaden.

Bei solch’ grossen Fehlleistungen stellt sich unweigerlich die Frage: Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung – oder ist am Ende wieder niemand zuständig?

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