Parteibühne: Tanja Cissé, VU Landtagsabgeordnete
Nach dem Oktober-Landtag ist bei der Berufsmatura einiges klar. Leider fällt das Ergebnis für die Studierenden nicht gut aus.
Wer mit einer liechtensteinischen Berufsmatura in der Schweiz weiterstudieren will, braucht künftig zusätzlich einen Nachweis in einer zweiten Schweizer Landessprache. Das kann Italienisch sein, meist dürfte es Französisch werden. Verlangt wird das Niveau B1, je nach Ausbildungszweig sogar B2. Das sind hohe Anforderungen, die sich nicht nebenbei erfüllen lassen. Der Unterricht kommt zusätzlich zum regulären Stundenplan, sowohl im Vollzeitstudium als auch im berufsbegleitenden Studium.
Ich verstehe, dass die Schweiz für die Anerkennung unserer Berufsmatura vergleichbare Voraussetzungen verlangt. Diese Anerkennung ist wichtig. Aber wir müssen den Studierenden auch einen realistischen Weg zum verlangten Sprachnachweis bieten.
Die heutigen Studierenden wussten, dass eine zusätzliche Anforderung kommen könnte. Was genau verlangt wird und wie sie das Niveau erreichen sollen, blieb lange unklar. Nun wissen sie, dass nach den Herbstferien ein Französischmodul beginnen soll. Ein verbindlicher Plan fehlt weiterhin: Das abschliessende Gespräch zwischen BMS und Schulamt findet erst diese Woche statt.
Dagegen wäre die BMS schon nach den Sommerferien bereit gewesen, die Module anzubieten. Es fehlte jedoch die Zustimmung des Schulamts. Weshalb wurde sie nicht rechtzeitig erteilt? Eine Antwort darauf blieb der Bildungsminister schuldig. Die Zeit, die dadurch verloren ging, fehlt jetzt den Studierenden. Für mehrere weitere Unterrichtsstunden pro Woche müssen sie Freizeit und sogar Ferien einsetzen.
Enttäuschend war die Antwort des Bildungsministers in der Landtagsdebatte: Eine Übergangsregelung für die heutigen Studierenden oder ein späteres Inkrafttreten wird es nicht geben. Über das Abkommen wird bereits seit 2020 diskutiert. Eine Lösung für die Umsetzung ab Sommer 2026 hätte bereitstehen müssen.
Ich fordere, den Französischunterricht an der Real- und Oberschule zu überprüfen, damit unser Bildungssystem durchlässig bleibt. In den ersten beiden Oberschulklassen ist Französisch freiwillig und bedeutet drei zusätzliche Schulstunden pro Woche. Das macht die Wahl wenig attraktiv.
Ausserdem erwarte ich, dass das Schulamt nun rasch handelt. Für das nächste Schuljahr braucht es eine bessere Lösung und die nötigen Unterrichtsstunden müssen bestmöglich in den Stundenplan integriert werden.



You must be logged in to post a comment.