Im Zusammenhang mit den Kleinen Anfragen, die normalerweise am Ende der Landtagssitzung von den Regierungsmitgliedern beantwortet werden, hat es diesmal aufgrund der vorgerückten Zeit, eine Abstimmung im Plenum gegeben, ob die Antworten verlesen, oder an die Medien und weitere interessierte Personen verschickt werden sollen. Die Abstimmung ergab, dass sich 16 von 24 Abgeordneten für eine Verschickung entschieden haben.
Das empfinden viele TV-Zuschauer der Landtagssitzungen als Missachtung des Volkswillens. Viele politisch Interessierte warten gespannt auf das Ergebnis der Kleinen Anfragen. Die Abgeordneten treffen besonders bei den Kleinen Anfragen vielfach den Kern des Problems. Deshalb müsste es eigentlich auch in ihrem Interesse liegen, dass die Bevölkerung überhaupt informiert wird, was bis heute nicht immer der Fall war.
Ein Blick über die Grenze zeigt, dass es anders geht: Im Deutschen Bundestag etwa beantworten Regierungsmitglieder die Fragen direkt in der Sitzung, und Abgeordnete können sofort nachhaken. In den letzten Jahren sprang hierzulande das Portal LIE-zeit online ein und veröffentlichte alle Antworten innert dreier Tage mitsamt Bildern. Auch das Liechtensteiner Vaterland bemühte sich, Auszüge der Anfragen abzudrucken.
Künftig wäre es ratsam, die Antworten direkt in der Sitzung für die Zuschauer am Bildschirm zu verlesen. Nur so erfährt die breite Öffentlichkeit zeitnah und verlässlich, wie die Regierung argumentiert. Die Red.

