ARGEFA-Mitgliedsverbände fordern verstärkte Renaturierung von Bächen und Flüssen

Anlässlich der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer (ARGEFA), zu der auch der Fischereiverein LIECHTENSTEIN gehört, die am 11. und 12. September 2026 in Innsbruck stattfand, richteten die Mitgliedsverbände einen gemeinsamen Appell an Politik, Verwaltung und Gesellschaft: Die Auswirkungen der Klimakrise auf Bäche, Flüsse und Seen im Alpenraum nehmen spürbar zu und erfordern verstärkte Anstrengungen bei der Renaturierung und ökologischen Aufwertung unserer Gewässer.

„Die Klimakrise zeigt sich in unseren Gewässern bereits heute deutlich. Deshalb müssen wir jetzt konsequent handeln und den Gewässern wieder mehr Raum geben. Renaturierungen sind kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft unserer Natur, unserer Wasserressourcen und unserer Gesellschaft.“, erklärt der ARGEFA-Präsident Dr. Sebastian Hanfland.

Steigende Wassertemperaturen, längere Niedrigwasserperioden, häufigere Extremwetterereignisse sowie veränderte Abflussregime belasten die aquatischen Ökosysteme zunehmend. Besonders betroffen sind kaltwasserliebende Fischarten und zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, die auf intakte Gewässerlebensräume angewiesen sind. Gleichzeitig geraten auch wichtige Ökosystemleistungen wie Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und natürliche Kühlung von Landschaftsräumen unter Druck.

„Wir sind überzeugt, dass naturnahe und ökologisch funktionsfähige Gewässer eine zentrale Voraussetzung für die Anpassung an den Klimawandel darstellen“, bekräftigt Gert Gradnitzer, Vizepräsident der ARGEFA und Präsident des Österreichischen Fischereiverbands. „Renaturierte Flüsse und Bäche sind widerstandsfähiger gegenüber Extremereignissen, bieten bessere Lebensbedingungen für die heimische Biodiversität und stärken die natürliche Anpassungsfähigkeit der Landschaft.“

Die ARGEFA-Mitgliedsverbände fordern daher:

  • den Erhalt bestehender, natürlicher Fließgewässer und die Ausweisung von Ausschlussgebieten für weitere Wasserkraftwerke in sensiblen Gebieten,
  • eine deutliche Beschleunigung von Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern,
  • die Wiederherstellung natürlicher Gewässerstrukturen und Auen,
  • die Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit von Flüssen und Bächen,
  • die Forcierung der natürlichen Beschattung durch Ufervegetation durch Bepflanzung,
  • die Sicherung ausreichender Wassermengen in den Gewässern auch in Trockenzeiten, durch die Wiederherstellung natürlicher Wasserspeicher, insbesondere intakter Böden,
  • die stärkere Berücksichtigung der Klimavorsorge in wasserwirtschaftlichen Planungen,
  • die Priorisierung der Wasserspeicherung für Lebensraum und Organismus gegenüber wirtschaftlichen Belangen (z.B. bei Beschneiungsteichen und Wasserkraft)
  • ausreichende finanzielle Mittel für die Umsetzung und langfristige Betreuung von Renaturierungsprojekten.

Naturnahe Gewässer sind ein wichtiger Baustein eines zukunftsfähigen Alpenraums. Sie verbinden Klima-, Natur- und Hochwasserschutz und leisten gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Über die ARGEFA

Die Fischereiorganisationen der Alpenländer arbeiten seit 1985 als «Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer» (ARGEFA) eng zusammen. Zentrales Anliegen ist die Erhaltung und grenzüberschreitende Förderung der Fischerei und der Schutz der Gewässer im Alpenraum.

Vorrangige Ziele sind die Verhinderung weiterer gewässerschädlicher Ausbaumaßnahmen, die Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit der Gewässer und ihre Vernetzung sowie der Erhalt bzw. die Wiederherstellung eines gesunden, artenreichen Fischbestandes.

In der ARGEFA sind der Landesfischereiverband Baden-Württemberg, der Landesfischereiverband Bayern, der Fischereiverein Liechtenstein, der Österreichische Fischereiverband, der Schweizerische Fischereiverband, der Fischereiverband Südtirol, der Tiroler Fischereiverband und die Slovenian-Fishing-Association vertreten. Gemeinsam vertreten sie die Interessen von über 500.000 Anglern.

Ausgetrockneter Kappelebach in Balzers. Bild. Fischereiverein Liechtenstein

 

 

 


BILD 1: Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer (ARGEFA), zu der auch der Fischereiverein LIECHTENSTEIN gehört, die am 11. und 12. September 2026 in Innsbruck. 

BILD 2: Ausgetrockneter Kappelebach in Balzers. Bild. Fischereiverein Liechtenstein

 


 

 

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