WM-Gold: Ewald Wolf krönt seine Karriere

Ewald Wolf ist Weltmeister.

Über 1000 Rennen hat der Vaduzer Ewald Wolf bestritten:Jetzt ist er der erste Weltmeister Liechtensteins im Strassenrennsport

 

Ewald Wolf ist Gran FondoWeltmeister! «Dieser Erfolg ist für mich der Lohn für all die viele Trainings der letzten Jahre, macht mich glücklich und gibt mir eine tiefe Zufriedenheit», freute sich der 71-jährige Vaduzer im Ziel in Niseko (Japan). Der Titel sei ein wichtiger Meilenstein in seiner langjährigen Radsportkarriere: «Ich bin stolz, dass ich am entscheidenden Tag meine volle Leistung abrufen und diesen Erfolg feiern konnte.»

Akribische Vorbereitung und grosse Anspannung

Rund 100 Fahrer nahmen das Strassenrennen in den Kategorien 65 bis 69 Jahre sowie in Wolfs Kategorie, den 70- bis 74-Jährigen, in Angriff. Die anspruchsvolle, 76,2 Kilometer lange Strecke, führte mit 1572 Höhenmetern durch die atemberaubende Landschaft von Hokkaido. Ewald Wolf hatte sich vor allem im letzten Monat akribisch auf die Weltmeisterschaft vorbereitet, fuhr den Gran Fondo Gavia/Mortirolo und das Bergrennen Andeer– Juf als Vorbereitung.

Schliesslich reiste er eine Woche vor dem Rennen nach Japan, trainierte täglich auf der Rennstrecke und prägte sich den Parcours ein. Die ganze Woche über sei er aber auch sehr angespannt gewesen: «Ich spürte, dass ich gut in Form bin und eine Überraschung möglich sein könnte.

Vorentscheidung fällt beim ersten Aufstieg

Zu Beginn des Rennens hatte er etwas Mühe, kam dann aber schnell in einen guten Rhythmus. Die Vorentscheidung in diesem Mediofondo-Rennen fiel bereits beim ersten Aufstieg bei Kilometer 27, wo Ewald Wolf einen entscheidenden Angriff lancierte und damit seine gefährlichsten Gegner abschüttelte.

Daraufhin folgte eine rund 50 Kilometer lange Flucht, bei welcher das Ehrenmitglied des Liechtensteiner Radfahrerverbandes LRV komplett auf sich allein gestellt war. «Ich hatte eine super Tagesform und konnte über mich hinauswachsen. Da ich meinen Vorsprung nicht kannte, musste ich voll durchziehen, um kein Risiko einzugehen, eingeholt zu werden», berichtete Wolf nach dem Rennen.

Dieser Mut wurde belohnt: Nach 2:25.48 Stunden, ge­fahren mit einem Stundenmittel von 31,35 km/h, konnte er jubelnd ins Ziel einfahren. Dies mit 1,25 Minuten Vorsprung auf den Australier Roger Cull, der wie im Vorjahr Silber gewann, und 4,21 Minuten vor dem Kanadier Alan Favell.

Mit Ewald Wolf jubelten auch seine Ehefrau Lucrezia Wolf-Delnon, seiner Tochter Anna-Klara Wolf und ihr Freund Pierin Matt, die Ewald Wolf vor Ort betreuten und angefeuert hatten.

Eindruckvolles Palmarès mit vielen Highlights

Der Sieg krönt das beeindruckendes Palmarès von Ewald Wolf: In über 1000 Renneinsätzen gewann der Vaduzer mehrere Landesmeistertitel auf der Strasse sowie im Zeitfahren.  1980 siegte er bei der zweiten Etappe des GP Tell und trug vorübergehend das Goldtrikot des Gesamtführenden. Als Elite-Fahrer bestritt er fünf Weltmeisterschaften, und ein weiteres grosses Highlight seiner Karriere war der Europameistertitel bei den Masters im Jahr 2000. Dass er nun bei der Siegerehrung zur Liechtensteiner Hymne zuoberst auf dem Podest stehen konnte, sei ein überwältigendes Gefühl gewesen: «Ein Traum wurde wahr.» Dabei erschrak ein Kommissar der UCI kurz, als er die Hymne hörte. «Er entschuldigte sich im Anschluss aufrichtig bei mir, die falsche Landeshymne abge-spielt zu haben», so Ewald Wolf. Der Liechtensteiner konnte ihn aber beruhigen: Die Melodie der Liechtensteiner Hymne ist dieselbe wie diejenige von Grossbritannien. Dass ein Liechtensteiner Sieg im internationalen Sport etwas ganz Besonderes ist, zeigt die Tatsache, dass Ewald Wolf der erste Weltmeister auf der Strasse ist. Michele Paonne gewann 2023 an der Gran Fondo-WM in Schottland das Zeitfahren der Masters, Altersklasse 35 bis 39 Jahre und der Schweiz-Liechtensteinische Doppelbürger Stefan Küng ist dreifacher Weltmeister im Mannschaftszeitfahren und gewann den Titel 2015 in der Einzelverfolgung. Da er international jedoch für Swiss Cycling startet, werden  diese Titel offiziell der Schweiz zugerechnet. (eing.)

 


BILD: Über 1000 Rennen hat der Vaduzer Ewald Wolf bestritten:Jetzt ist er der erste Weltmeister Liechtensteins im Strassenrennsport. Wolf bei der Siegerehrung. 


 

 

 

 

 

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